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ifs Pressemeldung

Röthis, den 9. Januar 2008

Die Chancen der Migration erkennen

Die heutige Diskussion zum Thema "MigrantInnen" ist leider all zu oft an Defiziten orientiert und häufig negativ konnotiert. Aber: "Anders sein bedeutet immer auch voneinander lernen können" betont ifs Geschäftsführer Dr. Stefan Allgäuer. "Es ist an der Zeit, die Chancen, die mit Migration und Integration verbunden sind und sich aus einer Vielfalt an Kulturen und Mentalitäten ergeben, in den Vordergrund zu rücken."


Weit über 40 Prozent der Landesbevölkerung haben einen Nicht-Vorarlberger Hintergrund: Tausende Familien stammen ursprünglich aus anderen Bundesländern, aus Südtirol, aus dem Trentino, der Türkei, dem ehemaligen Jugoslawien, aus Deutschland und vielen anderen Ländern. "Vorarlberg hat in der Vergangenheit zahlreiche Zuwanderungswellen nicht nur erlebt, sondern davon auch sehr profitiert. Ohne die Menschen mit MigrantInnen-Hintergrund", so der ifs Geschäftsführer, "gäbe es den heutigen Wohlstand für den überwiegenden Teil des Landes nicht in dieser Form. Es ist wichtig, die in Vorarlberg vorhandene Vielfalt als Chance zu erkennen und auch die Akteure in der Politik daran zu erinnern."

Jeder Mensch braucht Gemeinschaft und das Gefühl der Zugehörigkeit und Vertrautheit. Das Institut für Sozialdienste leistet dabei auf vielen Gebieten Vermittlerdienste. Allgäuer: "Menschen, die aus anderen Ländern kommen und bei uns leben und arbeiten, fühlen sich häufig isoliert und mit ihren Problemen allein gelassen. Sie stoßen oft auf Ablehnung und Unverständnis, wo sie Hilfe brauchen würden: bei Wohnungs- und Arbeitssuche, bei Bildung und Erziehung, bei Familien- und Schwangerschaftsproblemen, im Umgang mit Gesetzen und Behörden, im Leben ihrer Kultur und Religion. In unseren ifs Beratungsstellen helfen muttersprachliche MitarbeiterInnen bei der Verständigung." Neben Türkisch und Serbo-Kroatisch werden Beratungen für Menschen aus dem südamerikanischen Raum auch auf Spanisch durchgeführt.

Nach dem Bedarf an psychosozialer Unterstützung, der oft am Beginn eines Kontaktes steht, suchen MigrantInnen mittlerweile auch in den Bereichen Erziehungsberatung, Psychotherapie und bei Problemen im familiären Umfeld Hilfe. Ziel dieser Arbeit ist es, konkrete Lebenshilfen zu besprechen und Vorurteile abzubauen.

"Denn", so ifs Geschäftsführer Dr. Stefan Allgäuer abschließend, "in gegenseitiger Anerkennung miteinander vertraut zu werden, stellt für beide Seiten eine Bereicherung dar, den Horizont zu erweitern."
 

Dr. Stefan Allgäuer
Dr. Stefan Allgäuer

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