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ifs Pressemeldung

Röthis, den 16. Mai 2007

Ein gemeinsames Ziel: Soziale Zukunft bewusst gestalten

Tagung im Parlament unter ifs Federführung  

Soziale Arbeit hat in Österreich nicht das Image, das ihr zusteht. Die in dem Netzwerk SocialResponse.at agierenden fünf österreichischen EQUAL-Entwicklungspartner-schaften haben deshalb in einer eigenen Charta gemeinsame Ziele manifestiert. Deren Überschrift "Soziale Zukunft bewusst gestalten" ist auch Programm für ein Forum im Parlament in Wien: Dabei wurden zwei Tage lang die Voraussetzungen für eine soziale Zukunft diskutiert.

"Trotz der beachtlichen Größe der Sozialwirtschaft in Österreich und ihrem umfangreichen Leistungsangebot wird soziale Arbeit in der öffentlichen und politischen Diskussion hauptsächlich mit den damit verbundenen Kosten für die öffentliche Hand gesehen", stellt Dr. Stefan Allgäuer, Geschäftsführer des ifs Vorarlberg fest. Seit Juni 2005 arbeiten fünf österreichischen EQUAL-Entwicklungspartnerschaften (siehe unten) gemeinsam an der Weiterentwicklung und Professionalisierung der Sozialwirtschaft und sozialer Organisationen.

Der Fokus der Entwicklungspartnerschaften, so Stefan Allgäuer, "liegt auf Themenstellungen, die einen hohen Stellenwert für die Stärkung des gesamten Bereichs Sozialwirtschaft aufweisen. Angestrebt werden die stärkere Vernetzung und ein gemeinsames Auftreten. Indem sich die Sozialwirtschaft als kreative und verlässliche Kooperationspartnerin profiliert, fördert sie auch Good Governance."

Die Entscheidungsträger dieses Netzwerks stimmen überein, dass für eine bewusst gestaltete soziale Zukunft Österreichs und Europas bestimmte Voraussetzungen gegeben sein müssen. Aus diesem Grund wurden neun Artikel in einer Charta definiert, die mit der Aussage beginnt, dass die "Qualität von sozialen Dienstleistungen unverzichtbar" ist. Die Charta lässt sich in vier Themenblöcke zusammenfassen:

  • In den Artikeln 1 bis 3 geht es um die Sicherung der Qualität. Dazu ist ein fairer Diskussionsprozess zwischen allen Beteiligten ebenso unabdingbar wie ein professionalisierter Weiterbildungsmarkt.

  • Darauf aufbauend, handeln die Artikel 4 und 5 von der Finanzierung und Beschaffung von Dienstleistungen. Die Auftragsvergabe einer sozialen Dienstleistung kann nur zu einem geringen Teil über einen Preisvergleich erfolgen - die Bewertungskriterien müssen überwiegend qualitative Argumente beinhalten. Zur Weiterentwicklung solcher Angebote werden in der Charta Finanzierungssicherheit und langfristige Planungshorizonte gefordert.

  • Die Sozialwirtschaft liefert einen wichtigen Beitrag zur regionalen und nationalen Wirtschaft. Die Artikel 6 und 7 tragen dem Rechnung. Im Sinne einer Erweiterung der Sozialpartnerschaft soll die Sozialwirtschaft vermehrt als Partnerin einbezogen werden. Kooperationsprojekte, als Beispiel, sollen als vorbildliche Lösungen und "sozialer, politischer und wirtschaftlicher Gewinn" für das Gemeinwohl verstärkt in die Öffentlichkeit getragen werden.

  • Schließlich befassen sich Artikel 8 und 9 mit der Bündelung der Kräfte. Lobbying wird als sinnvolle Chance angesehen, um Anliegen aus der Sozialwirtschaft politisch und öffentlich mehr Gewicht zu verleihen. Öffentliche Mittel sind notwendig, um die Impulse aus Netzwerken und Projekten in die sozialpolitisch erforderlichen Bahnen zu lenken: "Erst mit der Durchführung und Umsetzung werden Ideen und Entwicklungstrends zu Innovationen."



Bestes Beispiel für das gemeinsame Auftreten der Netzwerkpartner ist das Forum "Soziale Zukunft bewusst gestalten" als Abschlussveranstaltung des EQUAL-Programmes im österreichischen Parlament. Dabei wurden Vertretern aus Politik, Verwaltung, Privatwirtschaft sowie Kundinnen und Kunden auch die Ergebnisse der einzelnen Entwicklungspartnerschaften als Leistungsbeweis und Anregungsbeispiele präsentiert:

  • Donau Equal - Quality in Inclusion (www.donau-quality.at) hat sich auf drei Themenfeldern mit den Fragen nach Bewertungs- und Qualitätsmanagementmodellen auseinandergesetzt

  • EcoNet-Austria (www.econet-austria.at) exerziert erfolgreich die Einbindung sozialwirtschaftlicher Betriebe in Entsorgung und Wiederverwertung von Elektro- und Elektronikgeräten vor

  • Improve (www.improve-info.at) hat sich mit Qualitätsfragen bei der Beschaffung und Vergabe sozialer und arbeitsmarktpolitischer Dienstleistungen befasst und steht für die Entwicklung von Lösungen, wie unter Wettbewerbsbedingungen die Qualität der Leistungen maximal berücksichtigt werden kann

  • PSPP.at (www.pspp.at) steht als Abkürzung für Public Social Private Partnership und ist ein Kooperationsmodell zur gemeinsamen Entwicklung, Erprobung und Finanzierung von gemeinnützigen Produkten und Dienstleistungen o Sozialwirtschaftlicher Cluster Steyr-Kirchdorf (www.sowi-cluster.at): Hier wurden sozialwirtschaftliche Einrichtungen vernetzt und unter Nutzung von Synergien in fünf Bereichen neue Dienstleistungsangebote für die Region geschaffen.


Stefan Allgäuer, der bei der abschließenden Podiumsdiskussion im Parlament teilnahm, betonte nochmals, dass vor allem auch faire Arbeitsbedingungen für die professionellen Mitarbeiter entscheidend für die Qualitätssicherung sind.

Medieninfo 0664/3813036 (Franz Abbrederis)

Website
Alle Informationen können über die Website www.socialresponse.at. abgerufen werden


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