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Meine Suppe ess' ich nicht, nein, nein, nein, ...

Richtiges Essverhalten bei Säuglingen und Kleinkindern, Essprobleme und Lösungsansätze


Liebe Mütter! Liebe Väter!

Nahrung und Liebe sind die zwei zentralen Grundbedürfnisse Ihres Kindes. Eine altersgemäße Ernährung legt den Grundstein für eine gesunde körperliche, aber auch geistige Entwicklung und trägt wesentlich zum guten Gedeihen Ihres Kindes bei. In keiner anderen Lebensphase werden so einschneidende Ernährungsumstellungen vorgenommen wie im ersten Lebensjahr. Eine ausschließliche Milchernährung wird später ergänzt mit Beikost und geht schließlich über in eine ausgewogene Mischkost. Dabei tauchen für junge Eltern immer wieder Fragen zur richtigen Ernährung ihres Kindes auf. Der vor Ihnen liegende Ratgeber der Elternberatung möchte Sie fachkundig durch den (Ernährungs-) Alltag Ihres Babys und Kindes begleiten und Sie in Ihren Aufgaben unterstützen.


 

Wie kann ich mein Baby ernähren?

Es gibt verschiedene Arten der Ernährung:

  • Stillen, d.h. das Baby erhält nur Muttermilch
  • Zwiemilchernährung, d.h. bei einer Mahlzeit wird zuerst gestillt und anschließend mit einer Pre- oder HA-Säuglingsnahrung nachgefüttert
  • Flaschenernährung, d.h. das Kind wird mit Säuglingsanfangsnahrungen gefüttert. Je nach Alter und Gesundheitszustand des Babys gibt es eine Vielzahl an möglichen Produkten. Es gibt:
    • Säuglingsanfangsnahrungen: Diese sind mit "Pre...." und "HA" (= Hypoallergene Nahrung für allergiegefährdete Babys) gekennzeichnet und der Muttermilch am ähnlichsten.
    • Dauermilchnahrungen: Diese werden als 1er Nahrungen bezeichnet.
    • Folgemilchnahrungen: Diese werden als 2er Nahrungen bezeichnet. Folgemilchnahrungen dürfen aber erst ab Beikostzugabe gefüttert werden.

 

Welche Ernährungsform ist die Beste für mein Baby? 

Stillen ist das Beste für Ihr Baby. Die Muttermilch enthält in idealer Weise alle Bestandteile (Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate, Mineralien, Vitamine, Eisen und immunstärkende Stoffe), die Ihr Kind braucht, um sich gesund entwickeln zu können.
Haben Sie mit Stillschwierigkeiten zu kämpfen oder fühlen Sie sich unsicher, so holen Sie bitte frühzeitig Unterstützung und Rat, z.B. in der Elternberatung, in einer der Stillgruppen oder in der Stillambulanz/Hohenems.

Wichtig:
Welche Form der Ernährung Sie für Ihr Baby wählen, ob Sie es stillen und/oder die Flasche geben, sollten Sie in aller Ruhe entscheiden.
Keinesfalls sind Mütter, die ihr Baby nicht stillen können, dürfen oder wollen, schlechtere Mütter als solche, die ihr Baby stillen!

 

Muttermilch 

Die Vorteile der Muttermilch sind

 

  • enthält Immun- und Abwehrstoffe, dadurch ist Ihr Baby vor bestimmten Krankheiten geschützt
  • bietet einen Schutz vor Allergien (da kein Fremdeiweiß zugeführt wird)
  • fördert eine gute Verdauung
  • ist keimarm
  • hat stets die richtige Trinktemperatur
  • ist nicht zuletzt preisgünstig und umweltfreundlich

Die Vorteile für die Mutter

  • die Gebärmutter bildet sich besser zurück
  • Fettpölsterchen werden rascher abgebaut
  • Ausschüttung von Glückshormonen


Der Vorteil für die Mutter und für das Baby

  • Stillen ist ein besonderes Erlebnis der gegenseitigen Nähe und Zärtlichkeit, deshalb mehr als nur Nahrungsaufnahme.


Vorteile für das Baby

  • das Baby erlebt beim Stillen nicht nur Sättigung sondern auch Geborgenheit und Liebe
  • das Stillen ermöglicht intensiven Hautkontakt
  • außerdem unterstützt das Stillen die Kieferentwicklung




Was trägt zu einem angenehmen Stillen bei? 

  • positive Einstellung zum Thema Stillen von Seiten der Mutter und von Seiten der Familie bzw. des Partners
  • ausreichend Ruhe und Zeit bzw. die Möglichkeit, sich zum Stillen zurückziehen zu können
  • flexible Stillzeiten
  • Stillposition
  • bequeme Haltung der Mutter


Zur Haltung der Mutter
Sitzen oder liegen Sie beim Stillen gut gepolstert. Es gibt inzwischen in Fachgeschäften "Stillkissen" zu kaufen, welche recht hilfreich sind, leider sind diese teuer. Alternative: zusammengerollte Wolldecke, welche in einen Überzug gegeben wird.

Zur Stillposition des Babys
Achten Sie auf eine gute Haltung des Babys. Am üblichsten ist die "Bauch-an-Bauch" Haltung, d.h. der Bauch der Mutter und der Bauch des Babys berühren sich beim Stillen. Bitte achten Sie immer auf die Kopfhaltung des Babys, da es den Kopf noch nicht selber halten kann.


 

Wie sollte meine Ernährung aussehen? 

  • ideal ist eine ausgewogene Mischkost
  • achten Sie bitte darauf, dass Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen, z.B. in Form von Suppen, Joghurt, ca. 1 Glas Wasser pro Stillmahlzeit
  • auf eine regelmäßige Verdauung achten

 

Was wirkt sich beim Stillen negativ aus? 

  • einseitiges Essen und Trinken
  • Fastenkuren (da dadurch Schadstoffe, die im Fettgewebe eingelagert sind, freigesetzt werden und über die Muttermilch vom Baby aufgenommen werden)
  • rauchen - auch Passivrauchen schadet der Gesundheit des Babys
  • Minipille
  • Alkohol
  • Stress und ein Zuviel an körperlicher Arbeit

 

Worauf soll ich beim Stillen achten? 

Es ist sehr wichtig darauf zu achten, dass Sie Ihr Baby so anlegen, dass es wirkungsvoll saugt. Dabei muss die Brustwarze tief in den Mund des Babys reichen. Hat das Baby nicht genügend vom Warzenhof im Mund, saugt es nicht an der Brust sondern an der Brustwarze (was sehr schmerzhaft ist und leicht zu Entzündungen führen kann). Die Zunge (des Babys) befindet sich hinter der unteren Zahnleiste und drückt so gegen die Brustwarze statt sie auszumassieren.

Richtig:

  • die Lippen des Babys sind nach außen gestülpt
  • die Brustwarze reicht tief in den Mund
  • die Zunge liegt über der unteren Zahnreihe

Test dazu:
Stecken Sie Ihren Zeigefinger bis zum ersten Gelenk in Ihren Mund (das entspricht ungefähr der Brustwarze) und saugen Sie. Die Zunge rutscht ab und bleibt hinter der Zahnleiste. Öffnen Sie noch einmal den Mund, schieben Sie die Zunge über die untere Zahnreihe und legen Sie Ihren Zeigefinger bis zum zweiten Gelenk darauf (entspricht Brustwarze und Brustgewebe) - und saugen Sie daran. Spüren Sie den Unterschied?


 

Bekommt mein Baby genügend Muttermilch? 

Haben Sie bitte in der ersten Zeit mit sich selber und mit Ihrem Baby Geduld. Normalerweise dauert es ca. 4 - 6 Wochen bis sich die Milchproduktion und der Bedarf des Babys aufeinander eingespielt haben.
Wenn Sie ausschließlich stillen, bekommt Ihr Baby genügend Nahrung wenn es 6 bis 8 nasse Windeln in 24 Stunden hat (gilt bis zur 6. Lebenswoche, dann 5 - 6).

Das Baby trinkt richtig wenn:

  • die Brustwarze und das Brustgewebe tief in den Babymund reichen
  • die Lippen Ihres Babys nach außen gestülpt sind
  • Schluckgeräusche hörbar und am Hals des Babys sichtbar sind
  • Sie den Kopf Ihres Babys beim Trinken unterstützen, d.h. das Kinn des Babys berührt nicht seinen Brustkorb oder ist nicht nach hinten überstreckt
  • Ihr Kind nach dem Stillen zufrieden und satt wirkt, der Mund feucht ist
  • und Ihr Baby insgesamt munter und fit ist

Sind Sie sich unsicher ob das Baby genügend trinkt, so gehen Sie bitte in die nächstgelegene Elternberatung. Dort wird das Gewicht Ihres Babys und dessen Gesamtzustand kontrolliert, und Sie werden anschließend ausreichend beraten. Lassen Sie sich bitte niemals nur telefonisch beraten! Wenn Sie beim Stillen andauernd Schmerzen haben, sollten Sie mit Hilfe einer Fachperson, z.B. einer Elternberaterin nach der Ursache suchen.

Gefährdet für Unterernährung sind vor allem Babys, die von Natur aus sehr wenig schreien und viel schlafen, bzw. krank sind/waren oder eine schwere Gelbsucht hatten und dadurch lange am Stück schlafen.

Zur Information:
Ein Baby wächst in Schüben, das bedeutet, dass es von einem Tag auf den anderen mehr Nahrung benötigt (meist um den 10. Lebenstag, Ende erster Monat, Ende dritter Monat). Um den erhöhten Nahrungsbedarf zu decken, legen Sie bitte Ihr Baby in kürzeren Abständen an, dadurch bildet Ihr Körper mehr Milch. Unterstützend ist dabei das Trinken von Teemischungen (Stilltee).


 

Was heißt "Stillen nach Bedarf"? 

Stillen nach Bedarf heißt, das Baby immer dann anzulegen, wenn es trinken möchte. Das kann in den ersten Wochen sehr häufig sein, wird aber meistens im Laufe der Monate weniger.


 

Dauer einer Stillmahlzeit? 

Dauer einer Mahlzeit: so lange das Baby trinken will; etwa 7 bis 15 Minuten an der ersten Brust, danach an der anderen Brust anlegen, bis das Baby satt ist.
Insgesamt sollte aber eine Stillmahlzeit nicht länger als 30 Minuten dauern und nicht zum Dauerstillen werden.


 

Abstillen - aber wie? 

  • zufüttern von Beikost ab dem vollendeten 5. bis 6. Lebensmonat
  • Brustmahlzeiten werden durch feste Mahlzeiten ersetzt (max. 2 Mahlzeiten pro Tag)

 

Mein Baby ist allergiegefährdet - wie ernähre ich mein Baby richtig? 

Ideal wäre es, wenn Sie Ihr Baby bis zum vollendeten 6. Lebensmonat ausschließlich stillen könnten.

Wenn Sie Ihr Baby mit der Flasche füttern, bitte nur jene Säuglingsnahrungen geben, welche mit "HA" (= Hypoallergene Nahrung) gekennzeichnet sind, da diese hydrolisiertes Eiweiß beinhalten. Auch beim Füttern von Breien auf die Packungsbezeichnung "HA" achten.

Beikost:
Bitte nur Beikostgläschen, welche mit "A" gekennzeichnet sind, verwenden.

  • Gemüse: Karotte, Kürbis
  • Obst: mit einer Sorte beginnen und 4 - 5 Tage geben, insgesamt nicht mehr als drei Sorten, z.B.: Birne oder Apfel
  • Reis und Kartoffeln

 

Was ist zu beachten, wenn ich mein Baby mit der Flasche ernähre? 

Die Ausstattung:

  • 2 Milchflaschen mit entsprechenden Saugern
  • 2 Teeflaschen mit Teesaugern
  • Thermoskanne (für das abgekochte Wasser)

Es gibt Flaschen aus Plastik und aus Glas. Glasflaschen haben den Vorteil, dass sie frei von ev. gesundheitsschädigenden Substanzen sind, wie sie in manchen Kunststoffflaschen enthalten sind. Plastikflaschen haben den Vorteil, dass sie nicht so leicht zerbrechen.

Die Aufbewahrung:

  • gereinigte ausgekochte Flaschen mit einem sauberen Tuch oder einer Stoffwindel abdecken
  • fertig zubereitete Nahrung nicht über längere Zeit im Fläschchenwärmer lassen, sondern jeweils zu den Mahlzeiten frisch zubereiten


Die Reinigung:

  • Flasche gut mit Spülmittel und Flaschenbürste reinigen
  • Sauger reinigen, mit Salz ausreiben, abspülen und zusammen mit der Flasche in einem Topf mit kochendem Wasser 10 Minuten auskochen. Zwischendurch auch den/die Beruhigungssauger ("Schnuller") mit auskochen.
  • Zur Desinfektion können Sie auch statt der Auskochmethode einen Dampfsterilisator oder ein chemisches Desinfektionsverfahren verwenden.


Die Zubereitung der Nahrung:

  • abgekochtes Wasser verwenden
  • Dosierung: Unbedingt die auf der Packung angegebene Dosierung einhalten. Der "Tipp" Nahrung dicker zubereiten, damit das Kind sicher satt wird und nachts durchschläft, kann schweres Bauchweh bzw. Verdauungsbeschwerden hervorrufen.
  • Bevor Sie die Flasche dem Baby geben unbedingt die Temperatur überprüfen, indem Sie die Flasche mind. eine Minute lang an die Innenseite des eigenen Unterarms halten. Vor dem Füttern die Flasche nicht schütteln, da sonst die Nahrung aufschäumt, was zu Bauchweh führen kann.
  • Das Saugerloch muss der Nahrung angepasst sein.
  • Flaschennahrungen sollten nie fertig zubereitet über längere Zeit im Flaschenwärmer bleiben.
  • Nach dem Trinken ist es wichtig, dass Sie das Baby hochnehmen und aufstoßen lassen.

Hinweis
Bitte füttern Sie das Baby nie im Liegen, da es sich so leicht verschlucken kann. Probieren Sie selber einmal aus, wie schwierig es ist, im Liegen zu trinken.


 

Wie oft sollte das Baby gefüttert werden? 

Die Anzahl der Mahlzeiten ist von der Trinkmenge abhängig. Die Gesamttrinkmenge pro Tag beträgt ungefähr 1/6 des Körpergewichtes.

Bei den Pre-Nahrungen (Anfangsmilch) können Sie füttern, sooft das Baby Hunger hat, meist sind es 5- 6 Mahlzeiten. Die Zeit zwischen den Mahlzeiten sollte aber nicht kürzer als 2 Stunden sein.

Ein Baby weint nicht nur, weil es Hunger hat, es kann nasse Windeln haben, überreizt sein durch zuviel Wirbel und Lärm müde sein, Bauchweh haben oder einfach Zuwendung und Trost suchen. Denken Sie daran, dass Nahrung nicht zum Trösten verwendet werden soll.

Und überlassen Sie die Flasche - auch wenn nur Wasser darin ist - dem Kind nicht zum Dauernuckeln (Verformungen des Kiefers, Karies).


 

Welche Säuglingsnahrungen können nach dem Stillen bzw. als alleinige Flaschennahrung gefüttert werden?

Anfangsnahrung (Pre-Nahrung) und HA-Nahrungen
Dauermilch (1er Nahrungen) und HA-1 Nahrungen
Folgemilch (2er Nahrungen) und HA-2 Nahrungen
3er Nahrungen ab dem ersten Lebensjahr


 

Was ist Folgemilch?

Folgemilch ist eine sämigere und sättigendere Nahrung. Sie enthält mehr Kohlenhydrate und Stärke. Folgemilchen können ab Beikostzugabe gefüttert werden.

Für Kinder, die ein schlechtes Sättigungsgefühl haben und einen Trinkrhythmus nicht einhalten können, empfehlen wir in der Elternberatung nicht die Anzahl der Flaschenmahlzeiten mit 1er Nahrung zu erhöhen, sondern auf eine 2er Nahrung umzustellen.


 

Beikost - aber wie? 

Zufüttern (= Beikost), ist (erst) ab dem vollendeten 5. od. 6. Lebensmonat notwendig, da dann der Energiebedarf durch robben, krabbeln usw. erheblich ansteigt. Zu frühes Zufüttern schadet dem Kind, da es den kindlichen Organismus erheblich belastet. Auch während des zweiten Lebenshalbjahres bleibt die Muttermilch oder Folgemilchen der wichtigste Bestandteil der Ernährung.

Beachten Sie, alle Sinne des Kindes reagieren auf das neue Nahrungsmittel, denn der Geruch, die Konsistenz und der Geschmack unterscheiden sich wesentlich von der ihm vertrauten Säuglingsnahrung bzw. Muttermilch. Daher ist es oft notwendig, die erste Beikost mehrmals anzubieten, bis Ihr Kind die neue Nahrung akzeptiert.

Stillkinder akzeptieren oft schneller verschiedene Beikostprodukte, da die Muttermilch, je nach dem was Sie gegessen haben, immer wieder anders schmeckt. Flaschennahrung schmeckt dagegen immer gleich.


 

Gemüse und Obst

Die Einführung der Beikost sollte langsam erfolgen, d.h. zunächst nur ca. 5 Teelöffel Karottenmus oder Obst (Birne oder Apfel) vor einer Milchmahlzeit. Dies wird über 3 (5) Tage mit der gleichen Gemüse- oder Obstsorte ausprobiert, um eventuelle Nahrungsmittelunverträglichkeiten erkennen (Rötungen, Ausschlag, Schuppen) zu können. Wird dieses gut vertragen, kann als nächstes Gemüsekartoffelbrei oder eine zweite Obstsorte ausprobiert werden.

Wie schnell eine Breimahlzeit eine komplette Milchmahlzeit ersetzt, hängt von der Bereitschaft des Kindes und der Menge des gegebenen Obstes bzw. Gemüses ab.

Prinzipiell sollte bevorzugt einheimisches Obst (wie Birne und Apfel) und Gemüse (wie Karotte, Kürbis, Broccoli, Fenchel, Zucchini, Kohlrabi) gegeben werden.

Babymenüs oder Obst aus den Gläschen dürfen keinesfalls nachgewürzt oder gesüßt werden.

Hinweis: Bananenschalen enthalten sehr viel Spritzmittel (= allergieauslösende Stoffe). Deshalb nach dem Schälen der Banane die Hände waschen.

Wird die Gemüsemahlzeit selbst zubereitet, sollten Sie nicht vergessen Keimöl zuzufügen, damit die im Gemüse enthaltenen Vitamine vom Körper aufgenommen werden können. Beikost zu würzen ist unnötig - eventuell verfeinern mit Kräutern wie z.B. mit Schnittlauch, Petersilie oder Basilikum.


 

Fleisch und Fisch

Entspricht die gegessene Menge an Obst bzw. Gemüse einer vollständigen Mahlzeit, kann diese 2x wöchentlich mit Fleisch bzw. Fisch erweitert werden (Kalb, Pute, Huhn, Rind, Fisch). Fleisch liefert nicht nur hochwertiges Eiweiß, sondern das so wichtige Eisen. Vitamin C ist zur besseren Eisenresorption notwendig.

Richtlinie: Im 7. - 8. Lebensmonat werden bereits zwei Löffelmahlzeiten gegeben.

Wichtig:

  • Vollmilch und Milchprodukte sollten nicht im ersten Lebensjahr gegeben werden!
  • Vollkornerzeugnisse (frisch geschrotetes Korn, grobes Vollkornbrot) sind für den kindlichen Verdauungstrakt nicht geeignet (hohe Keimbelastung), sondern dürfen erst ab dem 1. Lebensjahr gefüttert werden.
  • Gläschenkost - Vollkorn enthält aufbereitetes Vollkorn und kann natürlich gegeben werden. Immer Inhaltsstoffe der Gläschen lesen z. B. Vorsicht vor Südfrüchtecocktail (Allergie).
  • Breie aus Reis, Mais, Hafer und Hirse sind gute Alternativen


ab dem 10. Lebensmonat:
Das Kind sollte nun:

  • mit nicht fein pürierten Nahrungsstücken ernährt werden, um das Kauverhalten zu trainieren
  • aus der Tasse trinken - am besten Leitungswasser oder ungesüßte Früchtetees zu jeder Löffelmahlzeit - um Kariesbildung vorzubeugen
  • selbst mit dem Löffel essen und trinken, dies fördert die Feinmotorik - erfordert aber beiderseits viel Geduld!

Anzahl der Mahlzeiten
4 - 5 Mahlzeiten, d.h. drei Haupt- und zwei Zwischenmahlzeiten
Haltung: Sitzen im Stuhl, in der Wippe oder im Arm;
Bestimmte Vorlieben (Nudeln) des Kindes berücksichtigen und beim Essen für eine ruhige Umgebung - ohne Ablenkung (Radio, Fernseher, Spielsachen) sorgen. Nun erfolgt schrittweise der Übergang zur Erwachsenenkost.
Kleinkinder sind oft sehr schwierige Esser. Häufig spielen sie lieber - auch mit dem Essen - als eine Mahlzeit zu sich zu nehmen. Viele können oder wollen bei Tisch nicht ruhig sitzen und essen nur häppchenweise.
Ideale Zwischenmahlzeiten sind Obst oder Rohkost.


 

Getränke  Getränke

Geeignet sind:
Leitungswasser, ungezuckerter Tee, Fruchtsaft 1:1

Vermeiden Sie:
Cola, koffeinhaltige Getränke, Light-Limonaden und Alkohol.
Auch Kinder haben Vorlieben und Abneigungen. Ein Stück weit sollten Sie auf diese eingehen. Eine Möglichkeit ist es, das Lieblingsessen mit gesunden Beilagen aufzuwerten, z.B. mit Gemüse.


 

Hilfe - mein Kind isst so schlecht! 

Bei schlechten Essern achten Sie darauf, dass kalorienreiche Getränke wie Milch und Kakao nicht vor oder zu den Mahlzeiten gegeben werden.

Essschwierigkeiten können gefördert werden durch:

  • dauerfüttern, d.h. dem Kind wird ununterbrochen Nahrung zugeführt. Dadurch verspürt das Kind kein Hungergefühl.
  • ablenkungsfüttern, d.h. es wird nebenbei gefüttert, also während das Kind spielt oder fernsieht.
  • zu große Strenge, welches bis zum gewaltsamen Eingeben der Mahlzeiten oder festhalten geht.
  • zu große Nachgiebigkeit, d.h. Kinder dürfen mit dem Essen schmieren und spielen.
  • das "Trotzalter": Gerade in dieser normalen, aber schwierigen Entwicklungsphase werden oft Machtkämpfe über das Essen zwischen Eltern und Kind ausgefochten, bis hin zum Verzicht des Kindes auf Nahrung. Lassen Sie sich auf solche Machtkämpfe nicht ein.


Bedenken Sie:

  • Gesunde Kinder verhungern nicht, sie holen sich was sie brauchen (wenn auch oft in kleinen Portionen zwischen den Hauptmahlzeiten).
  • Auch wenn es in Ihren Augen vielleicht provokant wirkt, aber viele Probleme beim Essen sind nicht Ess- sondern Erziehungsprobleme.

 

Süßigkeiten - Übel oder Freude? 

Süßigkeiten generell abzulehnen ist sicherlich falsch. Sie haben ihren Platz als Nachtisch oder zur Obstmahlzeit mit Keks oder Reiswaffel, ersetzen aber keine richtige Mahlzeit.

Bedenken Sie, häufiges Naschen zwischendurch verdirbt den Appetit auf die Hauptmahlzeit. Übergewicht und Karies bereits im Kleinkindalter können die Folge sein.

Wichtig zu wissen:
Speziell die für Kinder über die Werbung angepriesenen "gesunden" Süßigkeiten wie Milchschnitten, Fruchtzwerge, (Milch-) Schokolade oder Vitaminbonbons sind nicht wertvoller als andere Süßigkeiten und enthalten meist sehr viel Zucker!


 

Professionelle Hilfe 

Was ist normal und wann sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden?

Bei dem großen Angebot an fix fertigen Säuglingsnahrungen und speziellen Kinderprodukten ist es selbst für den Experten schwer, den Überblick bewahren zu können. Die Werbung trägt das ihre dazu bei, indem sie spezielle Kinderprodukte gezielt unter dem Slogan "gesund, vitaminreich, calciumreich,..." bewirbt und dabei weglässt, wie stark gesüßt, fettreich und teuer diese Produkte sind. Für Eltern ist es deshalb nicht immer leicht, das für ihr Kind Richtige auszuwählen.

Eines gilt es jedoch zu bedenken, je jünger Ihr Baby ist, um so schneller und krankmachender wirken sich Ernährungsfehler bzw. falsch zubereitete Säuglingsnahrungen auf das Baby aus. Deshalb gilt, je jünger ein Baby ist um so rascher sollten Sie, wenn Sie sich unsicher fühlen oder gezielte Fragen haben, Rat bei Fachpersonen einholen, z.B. in der Elternberatungsstelle in Ihrer Gemeinde.

Wenn das Thema "Essen" im Familienalltag einen so großen Platz einnimmt, dass es immer wieder zu Auseinandersetzungen und Diskussionen darüber kommt, ist es ebenfalls ratsam, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Ein zweiter Leitsatz, welcher für alle Altersstufen gilt, lautet:
Essen, Trinken und Süßigkeiten stellen keinen Ersatz für Zärtlichkeit und Zuwendung dar und sind auch als Trostmittel ("Zuckerle" damit der Schmerz nach einer kleinen Verletzung aufhört bzw. ein Eis damit die Tränen schneller versiegen) weitgehend zu vermeiden.


 

Referentinnen  Referentinnenliste zum Thema

Zu diesem Thema stehen Ihnen die Elternberaterinnen, welche die Elternberatungsstellen in den Pilotgemeinden betreuen, gerne zur Verfügung.

Organisation über

Hildegard Flatz
Sie ist als Gruppenleiterin der Elternberatung für den Bezirk Unterland zuständig und über die Telefonnummer 0650/4878738 erreichbar.  

Brigitte Gobber
Sie ist als Gruppenleiterin der Elternberatung für den Bezirk Oberland zuständig und über die Telefonnummer 0650/4878739 erreichbar.  

oder über das IGK, Fachbereich Elternberatung:
Tel. 05574/487870 (bitte rufen Sie am Vormittag an)
Fax 05574/48787-6
e-mail: eb@igkv.at


AutorIn / VerfasserIn 

Mitarbeiterinnen des Instituts für Gesundheits- und Krankenpflege

 

Weiterführendes Angebot bzw. Beratung 

ifs Internetberatung oder eine der insgesamt sechs ifs Beratungsstellen

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