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ifs Pressemeldungen

Röthis, 7. November 2006

Die Entwicklungspartnerschaft IMPROVE steuert dagegen

Die Sozialwirtschaft steht aufgrund der Veränderungen im europäischen Wettbewerbsrecht unter großem Anpassungsdruck. Vor allem im Bereich der sozialen Dienstleistungen hat dies auch unmittelbare Auswirkungen auf die Beschäftigungschancen der dort tätigen Menschen. Werden wir uns bald von MitarbeiterInnen slowakischen Unternehmen beraten und von belgischen SozialarbeiterInnen betreuen lassen? So etwa lauten gängige, in diesem Zusammenhang gestellte Fragen.

Öffentliche AuftraggeberInnen wie auch soziale Dienstleistungsunternehmen und deren MitarbeiterInnen sehen in der europäischen Beschaffungspolitik eine Gefahr für die vergleichbar hohen österreichischen Qualitätsstandards.

Die österreichische Entwicklungspartnerschaft IMPROVE hat sich daher zum Ziel gesetzt, das Gesamtsystem der Sozialwirtschaft zu stärken und für den bevorstehenden Wettbewerb fit zu machen. Sie setzt sich für Qualitätsstandards im Bereich der sozialen und arbeitsmarktpolitischen Dienstleistungen und damit für den Erhalt einer leistungsfähigen Sozialwirtschaft ein.




Die EU-Wettbewerbspolitik bringt neue Spielregeln für die Beschaffung von sozialen und arbeitsmarktpolitischen Dienstleistungen mit sich. Unter anderem wird mit dem Ziel der Schaffung eines einheitlichen Binnenmarktes für Dienstleistungen auch die Beschaffung von immer mehr sozialen und arbeitsmarktpolitischen Leistungen dem Wettbewerb ausgesetzt. Zusammen mit knapperen Geldmitteln führen diese marktöffnenden Maßnahmen dazu, dass öffentliche AuftraggeberInnen ihre Beschaffungspolitik verstärkt auf Wirtschaftlichkeit und Effizienz ausrichten. Ein Mittel sind öffentliche Ausschreibungen, die die AnbieterInnen von sozialen Diensten unter starke Konkurrenz setzen und den Preisdruck deutlich erhöhen. Die MitbewerberInnen kommen im Fall von größeren Auftragssummen (>211.000 EURO) sogar aus ganz Europa.

Ziele von IMPROVE

Ziel von IMPROVE ist es einerseits die Beschäftigungsverhältnisse im Bereich der Sozial- und Arbeitsmarktpolitik zu sichern und zu verbessern und andererseits Qualität zu einer wichtigen Grundlage für Entscheidungen in Wettbewerbsverfahren zu machen. IMPROVE will dazu beitragen, das heutige Niveau sozialwirtschaftlicher Leistungen trotz freiem Wettbewerb zu erhalten. "Ein Wettbewerb um Qualität und nicht lediglich um den Preis der Dienstleistungen ist der richtige Weg, um sowohl den sozial bedürftigen Menschen optimale Dienstleistungen anzubieten und gleichzeitig den MitarbeiterInnen in der Sozialwirtschaft gute Beschäftigungsverhältnisse zu sichern", so Mag. Peter Grundner, IMPROVE-Gesamtkoordinator und Geschäftsführer der prove Unternehmensberatung in Wien.

Die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit im grenzüberschreitenden Raum und die Gestaltungsspielräume sind in der Wettbewerbspolitik von großer Bedeutung. IMPROVE hat es sich zur Aufgabe gemacht, Politik, SozialpartnerInnen, Verwaltung und Sozialwirtschaft für diese Spielräume und deren Wirkungsweisen zu sensibilisieren.

Erste Ergebnisse

Mag. Peter Grundner meint dazu, "dass es IMPROVE durch intensive Recherchen beispielsweise gelungen ist, die Grenzen zwischen Förderung und Auftrag klarer zu ziehen. Öffentlichen AuftraggeberInnen stellen wir dieses Know-How gerne zur Verfügung, damit sie wissen, bis wohin sie noch fördern dürfen und ab wo eine Vergabe nach dem Bundesvergabegesetz 2006 notwendig wird. "Um den entsprechenden Austausch mit den Öffentlichen AuftraggeberInnen durchzuführen hat IMPROVE als ein Produkt das Forum IMPROVE geschaffen. "Dort vertiefen Fachpersonen aus den Sozialabteilungen der Länder und Bundesstellen im Kontakt mit IMPROVE-ExpertInnen ihr Know-How zum Thema" so Peter Grundner.

Weitere bereits jetzt verfügbare Produkte sind ähnliche Fachtrainings für Führungskräfte der Sozialwirtschaft, damit sich auch die LeistungserbringerInnen für den Wettbewerb fit machen können.

Die Website http://www.improve-info.at. ist ein weiteres zentrales Produkt von IMPROVE. Darauf findet sich neben zahlreichen bereits jetzt fertigen Ergebnisberichten auch die so genannte Qualitäts-Zone. Dies ist laut Gesamtkoordinator Peter Grundner "eine Datenbank, welche derzeit bereits über 150 relevante Dokumente zu den gesetzlichen Rahmenbedingungen, zu Beihilfen- und Vergaberecht usw. enthält. Die Dokumente stehen zum Download bereit und die Datenbank wird ständig aktualisiert. Es ist nämlich tatsächlich so, dass sich in diesem Bereich auf europäischer Ebene fast wöchentlich etwas tut!"

Chancen nützen

Der Qualitätsverfall als europäisches Schreckgespenst soll nicht die eigenen nationalen Qualitätsstandards unterminieren oder gar außer Kraft setzen. Vielmehr ist es wichtig, rechtzeitig die europäische Wettbewerbsfreiheit auch im Bereich der Sozialwirtschaft ernst zu nehmen. Qualitätsstandards und Wettbewerbsfähigkeit in Österreich und Europaweit stellen eine Verbesserungs- und Etablierungschance dar, die es zu nutzen gilt. "Dabei sind auch vor allem die Öffentlichen AuftraggeberInnen aufgefordert, Qualität als Wettbewerbsvorteil zu definieren" so Peter Grundner. "Denn", so ist sich der IMPROVE-Gesamtkoordinator sicher, "die Öffentliche Hand kann auch gezielt Einsparungen und Qualität erreichen, indem sie den jeweiligen Vergabeprozessen bewusst gestaltet. Je früher etwa die Beschäftigung eines Auftraggebers mit der Qualität der Leistungsbeschreibung beginnt, desto effizienter kann hinterher beschafft werden. Bei allem sollte aber immer auch die Qualität in ihren unterschiedlichen Facetten im Vordergrund stehen und nicht nur der Preis."  


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Fact-Box

Die Entwicklungspartnerschaft IMPROVE besteht aus 13 PartnerInnen, die sich mit Qualitätsfragen bei der Beschaffung und Vergabe sozialer und arbeitsmarktpolitischer Dienstleistungen auseinandersetzt. Genaueres über die Entwicklungspartnerschaft IMPROVE und relevante Informationen zur Wettbewerbspolitik in der Sozialwirtschaft finden sie unter: http://www.improve-info.at..


Kontakte

Gesamtkoordination der EP IMPROVE
(Mag. Peter Grundner)
prove Unternehmensberatung GmbH
Brahmsplatz 1/3
1040 Wien
» E-Mail.


Öffentlichkeitsarbeit und Verbreitung der Ergebnisse der EP IMPROVE

Institut für Sozialdienste Vorarlberg GmbH
Interpark FOCUS 1
6832 Röthis
» E-Mail.