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ifs Pressemeldung

Röthis, 19. September 2006

ifs Delogierungsprävention Wie behalte ich meine Wohnung?

Der Schulanfang bedeutet nicht nur das Ende einer schönen Ferienzeit für Kinder, sondern auch eine zusätzliche finanzielle Belastung für deren Eltern. Hefte, Bücher, Jahreskarten für öffentliche Verkehrsmittel, neue Kleidung und viele Dinge mehr brauchen Schülerinnen und Schüler zum Schuljahresbeginn. Bei weitem nicht jede/r kann diese zusätzliche finanzielle Belastung ohne Probleme den üblichen Rechnungen hinzufügen. Die Fixkosten setzten nicht einen Monat aus, nur weil Sohn oder Tochter wieder zur Schule gehen. Und auch die Miete muss jeden Monat pünktlich bezahlt werden.

Bei zu großem finanziellem Druck ist es wichtig, rechtzeitig Hilfe in Anspruch zu nehmen. Die ifs Delogierungsprävention hilft, wenn einem die Mietschulden über den Kopf wachsen. "Nicht selten treten Menschen zwei Stunden vor dem Räumungstermin an uns heran und suchen um Hilfe an", so Heidi Lorenzi, Koordinatorin der ifs Delogierungsprävention. "Der Wohnungsverlust lässt sich zu diesem Zeitpunkt nur mehr sehr schwer bzw. meist gar nicht mehr verhindern." Je früher sich Betroffene an die Delogierungsprävention wenden - am besten bevor ein Gerichtsverfahren eingeleitet wird - umso größer sind die Möglichkeiten, den Wohnungsverlust zu verhindern.

Ursachen für die Entstehung von Mietschulden

Zahlreiche Faktoren können zu einer Mietverschuldung beitragen. Vor allem Menschen, die in ihrer Haushaltsführung nur wenige Reserven einplanen können - bei denen es sich Monat für Monat gerade noch ausgeht – laufen Gefahr, bei unvorhergesehenen Ereignissen in die Verschuldung abzurutschen.

Heidi Lorenzi: "Der feste Glaube, dass es sich im nächsten Monat wieder ausgehen wird, kann manchmal den Blick auf das wahre Ausmaß der Schulden trüben." Einkommenseinbußen durch Arbeitslosigkeit, durch Karenz oder aufgrund von langfristiger Krankheit können zu einem Einstieg in den Schuldenkreislauf führen. Prekäre Beschäftigungsverhältnisse – wie die Teilzeit oder geringfügiges Arbeiten – stellen einen Risikofaktor dar. Eine unverhältnismäßige Relation von Einkommen und Miet- bzw. Betriebskosten muss anderweitig ausgeglichen werden, um Mietschulden zu verhindern.

Eine weitere Ursache für die Entstehung von Mietschulden ist ein Informationsmangel und die Nicht-Inanspruchnahme von Sozialleistungen und öffentlichen Unterstützungen. "Oftmals bedeutet schon das Versäumnis einer Frist für einen neuen Antrag auf Wohnbeihilfe oder Sozialhilfe für den/die Betroffene/n erneute Mietrückstände", weiß Heidi Lorenzi. Genaue Informationen und die Inanspruchnahme der Unterstützung helfen, die Situation erst gar nicht eskalieren zu lassen.

Ein oft vernachlässigter Grund für finanzielle Schwierigkeiten sind familiäre Konflikte. Bei Scheidungen bzw. Trennungen kann die Wohnung durch den Wegfall eines Gehalts nicht mehr bezahlt werden. Neben dem finanziellen Faktor müssen auch die psychischen Aspekte berücksichtigt werden. Eine Trennung, der Verlust eines geliebten Menschen, ein schwerwiegender familiärer Konflikt etc. können zu scheinbar auswegslosen Situationen führen. Den Briefkasten aus Angst vor neuen Rechnungen und Mahnungen nicht mehr zu öffnen und den Kopf in den Sand zu stecken, löst jedoch keine Probleme.

Hilfe annehmen

In Zusammenarbeit mit den Vorarlberger Städten und Gemeinden sowie den Wohnbauträgern hilft die ifs Delogierungsprävention bei der Verhinderung des Wohnungsverlusts. Präventiv spart dies nicht nur Kosten, sondern verhindert auch menschliches Leid.

"Wohnen in dauerhaft gesicherten Verhältnissen ist ein menschliches Bedürfnis. Dieses Bedürfnis nicht befriedigen zu können bedeutet Armut, Ausgrenzung und Vereinsamung. Die Delogierungsprävention bietet Hilfe, wichtig ist nur, dass diese rechtzeitig in Anspruch genommen wird", fasst Heidi Lorenzi abschließend zusammen.

Die Beratungsstellen in Bregenz, Feldkirch, Bludenz, Dornbirn, Hohenems und im Bregenzerwald sind Anlaufstelle für Ratsuchende.

Die Caritas Wohnungslosenhilfe in Feldkirch und die DOWAS Beratungsstelle in Bregenz helfen ebenfalls weiter. Auch direkte Anfragen an die Koordinationsstelle sind möglich.


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Fact-Box

Koordinationsstelle Delogierungsprävention
Heidi Lorenzi
Interpark FOCUS 1
A-6832 Röthis

Tel.: 05523/52176
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