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ifs Pressemeldungen

Röthis, 05. September 2006

ifs Wohngemeinschaften für Jugendliche – wenn's zu Hause nur noch kracht

Die Tochter lässt gar nicht mehr mit sich reden, der Sohn ist höchstens noch gelegentlich zu Hause, von den Eltern ist nur mehr Null Verständnis zu erwarten - und dies schon seit langer Zeit.

Verhaltensauffälligkeiten von jungen Menschen, ausgelöst bzw. verstärkt durch die Pubertät, können zu scheinbar aussichtslosen Konfliktsituationen führen. Wenn das Zusammenleben zwischen Jugendlichen und Eltern gefährdet und der Familienalltag von Konflikt- und Krisensituationen bestimmt ist, hilft das Institut für Sozialdienste (ifs) weiter. In Sozialpädagogischen Wohngemeinschaften werden Jugendliche aufgenommen, um in geschütztem Rahmen ihre Probleme reflektieren zu können.


Das Angebot der Sozialpädagogischen Wohngemeinschaften, ein Bereich der ifs Fachgruppe Sozialpädagogik, richtet sich im speziellen an Jugendliche beiderlei Geschlechts zwischen 14 und 18 Jahren und deren Erziehungsberechtigten.

Helmut Köpf, Leiter der ifs Wohngemeinschaften weiß: "Jugendliche, die mit ihrem eigenen und dem Familien-Leben überfordert sind, brauchen Raum und Zeit um zur Ruhe zu kommen und Abstand zu gewinnen. Mit Hilfe individueller Betreuung erkennen und definieren sie ihre Probleme und setzen sich mit der eigenen Geschichte auseinander."

Betreuung

Die Wohngemeinschaften des ifs sind ganzjährig geöffnet und werden rund um die Uhr betreut. Mit der Aufnahme wird jedem(r) Jugendlichen ein Betreuer namentlich zugeordnet mit dem gemeinsam individuelle Lösungsstrategien erarbeitet werden. Die geplante Vorgehensweise wird mit allen WG-Mitgliedern abgesprochen und jedem Bewohner fällt im Zusammenleben eine eigene Rolle zu. Ziel ist es gemeinschaftliche Werte und die Verantwortung gegenüber anderen und sich selbst zu vermitteln.

Elternarbeit

"Oftmals sehen Eltern nur die Schwierigkeiten, die ihre Zöglinge verursachen und weisen jegliche Verantwortung von sich", so Helmut Köpf. "Da jugendliche Rebellion häufig Gegenreaktion auf das Verhalten der Eltern ist, müssen die Erziehungsberechtigten in die sozialpädagogische Arbeit eingebunden werden."
Der Erziehungs- und Betreuungsprozess wird aktiv von den Eltern der stationär untergebrachten Jugendlichen mitgestaltet. Zielsetzung der Familienarbeit ist es eine Beziehungsstruktur zwischen Eltern und Kind zu entwickeln, die verbindliche Konfliktlösungsmöglichkeiten für ein zukünftiges Zusammenleben bietet.

Neben den Erziehungsberechtigten werden auch Gleichaltrige in den Betreuungsprozess miteingebunden. Eine Netzwerkarbeit im schulischen und beruflichen Bereich soll alle Lebenslagen der Jugendlichen abdecken und eine umfassende Problemerörterung ermöglichen.

Ursachen

Die Gründe für schwerwiegende Probleme im Familienleben sind laut Köpf sehr vielfältig. Kommunikationsprobleme in Familien werden selten nur von einer Seite verursacht und Stressfaktoren wie schulische Probleme und Konkurrenzkampf am Arbeitsplatz tragen nicht unwesentlich zum Konfliktpotential bei. "Junge Menschen dort auffangen wo sie sind, ihre Probleme ernst nehmen und ihnen einen geschützten Rahmen für ihre Zukunftsplanung zu geben, ist die Aufgabe der Wohngemeinschaften", so die Worte von Helmut Köpf. "Immer mit dem Ziel die Jugendlichen nach ihrem Aufenthalt wieder in ein funktionierendes Familienleben zu entlassen."


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ifs Sozialpädagogik
Leiter: Helmut Köpf
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