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ifs Pressemeldung

Röthis, 31. August 2006

Neu: ifs Interventionsstelle - Stalking (Belästigung) ist strafbar

"Ich werde von ihm regelrecht verfolgt. Er stellt mir nach, beschimpft mich immer wieder öffentlich und in aller Lautstärke als Schlampe. Nennt mich ein betrügerisches und verlogenes Weibsstück und droht mir wiederholt, mich fertig zu machen. Das Verhalten meines Ex-Lebensgefährten macht mir und meinem Freund Angst, insbesondere weil es immer unerträglicher wird." So schildert ein Stalking-Opfer seine Erlebnisse, seine Not. Seit 1. Juli 2006 ist es Opfern wie dieser Frau möglich, Stalking-Täter oder Täterin gesetzlich Einhalt zu gebieten, da diese Form der Gewalt nunmehr strafbar ist. Das Inkrafttreten des Anti-Stalking-Gesetzes schützt gegen beharrliche Verfolgung und sorgt für den zivilrechtlichen Schutz vor Eingriffen in die Privatsphäre. Hilfe erhalten Opfer bei der ifs Interventionsstelle.

Der Begriff "Stalking" bezeichnet ein Verhalten, das bewusst und wiederholt eingesetzt wird, um eine Person mit verschiedenen Mitteln gegen ihren Willen zu bedrängen, zu belästigen und ihr Kontakte aufzuzwingen. Sowohl unerwünschte Briefe und Telefonanrufe als auch Drohungen per SMS oder E-Mail, das Verfolgen, Auflauern, Ausspionieren, Beschimpfen und Herabwürdigen einer Person zählen zu Stalking-Handlungen. "An der Windschutzscheibe hinterlässt er Zettelbotschaften, die mir Angst machen, schickt ebensolche SMS s, ruft bis zu 20 Mal täglich an, fährt bei meinem Haus vorbei und belästigt mittlerweile auch meinen neuen Freund", so ein Opfer.

Stalking ist Gewalt

Stalking-Opfer sind zu 80% Frauen. Stalking ist eine Gewaltform, die häufig im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt ausgeübt wird, insbesondere in Zeiten der Trennung und Scheidung. "Ein Großteil der Betroffenen leidet unter gesundheitlichen Folgeerscheinungen wie Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Angst- und Panikattacken bis hin zu Depressionen und psychosomatischen Beschwerden", weiß Elisabeth Kiesenebner Bauer, Leiterin der ifs Interventionsstelle, zu berichten. Eine betroffene Frau erzählt: "Ich halte das psychisch nicht mehr aus, obwohl ich bei einer Psychologin in Behandlung bin und ständig Medikamente einnehme. Mein Gesundheitszustand verschlechtert sich stetig."

ifs Interventionsstelle bietet Hilfe und Unterstützung für Stalking-Opfer

Die Mitarbeiterinnen der ifs Interventionsstelle zeigen sich erfreut, dass nunmehr auch psychische Gewalt als kriminelles Verhalten angesehen und staatlich geächtet wird. Mit dem neuen Anti-Stalking-Gesetz wird eine solche Art der Gewaltausübung strafbar. "Es sieht vor, dass beharrliches Verfolgen einerseits mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr bestraft werden kann und andererseits durch eine einstweilige Verfügung dem Stalker die Kontaktaufnahme jeglicher Art, der Aufenthalt am bestimmten Orten und andere häufig gesetzte Stalking-Handlungen untersagt werden können", weiß Kiesenebner Bauer zu berichten.

Stalking-Opfer können sich jederzeit an die ifs Interventionsstelle wenden. Hier erhalten diese kompetente und unbürokratische Hilfe. Zudem können sich Hilfesuchende anonym an die ifs Internetberatung unter http://ifs beratung.vol.at. wenden. 


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Tel.: 05522/82440
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