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ifs Pressemeldung

Röthis, 25. August 2006

ifs Patientenanwaltschaft: Eintreten für die Rechte von psychisch kranken Personen

Unterstützung bei der Verfassung von beachtlichen Patientenverfügungen

Patientinnen und Patienten haben das Recht, in medizinische Behandlungen einzuwilligen oder diese abzulehnen. Was aber, wenn man nicht mehr in der Lage ist, seinen Willen selbst zu äußern, wenn beispielsweise aufgrund einer psychischen Krise die eigene Handlungsfähigkeit vorübergehend verloren geht?
Für solche Situationen kann vorausschauend eine Patientenverfügung verfasst werden, die den Willen der Betroffenen genau beschreibt und somit auch in Krisensituationen die Autonomie der PatientInnen wahrt. "Wir von der ifs Patientenanwaltschaft haben es uns zur Aufgabe gemacht, PatientInnen mit einer psychischen Krankheit und deren Angehörige über die Möglichkeit einer Patientenverfügung zu informieren und Hilfestellungen bei der Verfassung einer solchen anzubieten", berichtet Mag. Christian Fehr, Leiter der ifs Patientenanwaltschaft.

Eine Patientenverfügung ist eine schriftlich festgehaltene Willenserklärung über die Einwilligung oder Ablehnung bestimmter medizinischer Maßnahmen. Bei Verlust der eigenen Handlungsfähigkeit dient diese als klare Willensäußerung der Betroffenen. Somit werden PatienInnenrechte und -autonomie auch in Situationen, in denen betroffene Personen nicht mehr selbst Stellung beziehen können, gewahrt und berücksichtigt.

Seit Inkrafttreten des neuen Patientenverfügungsgesetzes im Juni 2006 hat sich die ifs Patientenanwaltschaft mit der Möglichkeit einer Anwendung auch für psychisch kranke Personen auseinandergesetzt: "Unsere Beratung und Information geht in Richtung Verfassung einer beachtlichen Patientenverfügung, die soweit wie möglich von den behandelnden Ärzten eingehalten werden sollte. Dabei bietet sich die Gelegenheit, sich vorsorglich mit einer möglichen psychischen Krise auseinanderzusetzen und Vorkehrungen im Sinne einer individuell gestalteten Behandlung zu treffen", so der ifs Patientenanwalt Fehr. Ziel der ifs Patientenanwaltschaft ist es, PatientInnen aufzuklären und zu informieren. In Zusammenarbeit mit psychisch kranken Personen und Selbsthilfevereinen werden deshalb Gespräche geführt und Informationen weitergegeben.

Wünsche und Bedürfnisse von PatientInnen im Vordergrund

Schwerpunkt der Tätigkeit der ifs Patientenanwaltschaft, die im vergangenen Jahr rund 880 PatientInnen betreut und begleitet hat, bildet die Vertretung der Rechte der PatientInnen und der Einsatz für eine Reduzierung von Zwangsmaßnahmen im psychiatrischen Krankenhaus: "Die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der PatientInnen stehen im Vordergrund", betont Fehr, "Bei Zwangseinweisungen in die psychiatrische Anstalt nehmen wir unverzüglich persönlichen Kontakt auf, informieren über Patientenrechte und garantieren parteiliche Vertretung. Zudem beraten und informieren wir auch freiwillige PatientInnen, Angehörige und professionelle HelferInnen."

Rechtsdefizit ausgleichen

"Ein weiteres Problem, das in Zukunft der vermehrten Beachtung durch die ifs Patientenanwaltschaft bedarf, ist jenes des gravierenden Rechtsdefizit bei PatientInnen im Maßnahmevollzug, die nach Abschluss des Strafverfahrens keine Rechtsvertretung haben", berichtet Fehr. Um diesen Mangel auszugleichen wird die ifs Patientenanwaltschaft vermehrt Beratung und Information für diese Betroffenen anbieten und sich für die Verbesserung ihrer Rechte einsetzen.


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ifs Patientenanwaltschaft
Leitung: Mag. Christian Fehr
Valdunastraße 16
A-6830 Rankweil

Tel.: 05522/403-4040
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