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ifs Pressemeldung

Röthis, 21. August 2006

ifs Bewohnervertretung tritt für Freiheitsrechte von Pflegebedürftigen ein

Durch den hohen Bedarf an Lebensraum in Pflegeheimen und Krankenhäusern für alte Menschen, Menschen mit Behinderungen und PatientInnen besteht die Gefahr, dass Pflegeeinrichtungen Beschränkungen der Bewegungsfreiheit vornehmen, um somit Personal einzusparen und damit dem enormen Leistungs- und Kostendruck standhalten zu können. Die ifs Bewohnervertretung hat es sich zur Aufgabe gemacht, dieser Gefahr der Einschränkung der menschlichen Würde entgegenzuwirken und tritt für das Grundrecht auf persönliche Freiheit von Pflegebedürftigen ein.

Seit 1. Juli 2005 regelt das Heimaufenthaltsgesetz den Umgang mit der persönlichen Freiheit von Bewohnerinnen und Bewohnern in Pflegeeinrichtungen, Behinderteneinrichtungen und Krankenhäusern. Das Team der ifs Bewohnervertretung übernahm die begleitende Kontrolle der Umsetzung dieses Gesetzes und engagiert sich seither für die Wahrung der Freiheitsrechte. "Wir setzen uns für alle pflegebedürftigen Menschen in stationären Einrichtungen Vorarlbergs ein und vertreten diese, wenn deren Freiheit eingeschränkt wird", weiß Dr. Herbert Spiess, Leiter der ifs Bewohnervertretung zu berichten. "Zudem informieren wir Heime, Angehörige und Ärzte über das neue Gesetz und die gesetzlichen Grenzen der Freiheitsbeschränkungen."

Erfolge durch Engagement der ifs Bewohnervertreter

Bereits in den ersten sechs Monaten des Bestehens zeigte sich, wie sinnvoll das fachliche Engagement der neuen ifs Bewohnervertretung ist. Zwischen 1. Juli und 31. Dezember 2005 wurden 874 Meldungen aus den Betreuungseinrichtungen bearbeitet. "In 178 Fällen konnte die Freiheitsbeschränkung beendet oder eine schonendere Maßnahme angewendet werden", freut sich Spiess.

Neben der Vertretung der Freiheitsrechte von Pflegebedürftigen bildet die Bewusstseinsbildung in den Einrichtungen einen wesentlichen Teil der Tätigkeit der ifs Bewohnervertretung. "Pflegebedürftige Menschen haben Freiheitsrechte wie jeder andere Mensch", erklärt Spiess, "nur ausnahmsweise bei konkreten Gefahrensituationen dürfen diese beschränkt werden. Im Rahmen der Aufklärungsarbeit geht es um eine Veränderung der gewohnten Abläufe und das Erkennen neuer Möglichkeiten. Andererseits muss im Dialog mit Angehörigen immer wieder betont werden, dass Betreuer nicht jedes Lebensrisiko ausschalten können. Auch das Leben im Heim birgt Risiken."

Freiheitsbeschränkende Maßnahmen und Alternativen dazu

Es gibt eine Reihe freiheitsbeschränkender Maßnahmen. Am häufigsten sind hoch gezogene Seitenteile am Bett ("Bettgitter"), seltener sind die Fixierung mit Gurten, das Zurückhalten von Bewohner oder der Einsatz von Medikamenten. Es gibt jedoch durchaus Alternativen zu Bewegungsbeschränkungen: häufigere Kontrollgänge durch das Pflegepersonal; spezielle Lagerungstechniken im Bett; Sensormatten, die die Rufanlage aktivieren, wenn jemand versucht aufzustehen; Aufprallschutzmatte zu Vermeidung von ernsthaften Verletzungen bei einem Sturz; Hüftprotektoren zum Schutz vor dem gefürchteten Schenkelhalsbruch; bessere nächtliche Beleuchtung bei WC-Gängen und vieles mehr.


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Fact-Box

ifs Heimbewohnervertretung
Leitung: Dr. Herbert Spiess
Interpark FOCUS 1
6832 Röthis

Tel.: 05523/52176
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