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ifs Pressemeldung

Röthis, 18. August 2006

ifs FrauennotWohnung nicht nur Zufluchtsort, sondern auch Einrichtung für eine gewaltfreie Zukunft

"Ohne die Unterstützung der ifs FrauennotWohnung hätte ich es nie geschafft."

Misshandlungen sind keinesfalls selten und passieren nicht nur in fernen Großstädten. In den Tageszeitungen und im Rundfunk ist täglich von familiären Tragödien und Gewalttaten auch in unserer nahen Umgebung zu lesen bzw. zu hören. Meist sind Frauen und deren Kinder davon betroffen.Diese Gewalt hat viele Gesichter. Es ist daher wichtig, Frauen zu informieren und aufzuklären, dass neben der körperlichen Gewalt auch Verbote und Kontrolle von Sozialkontakten wie Freundschaften und Familienbeziehungen, das Festlegen von Ausgehzeiten, Einsperren, der Entzug bzw. das Erbetteln von Haushaltsgeld, massive Formen von Gewalt sind.

Die Mitarbeiterinnen der ifs FrauennotWohnung hören es tagtäglich: Die Frauen, die dort Zuflucht suchen, berichten von erlebten Demütigungen, Abwertungen und ständiger Kritik. Sie fühlen sich der unberechenbaren Willkür ihres Mannes oder Partners ausgesetzt. Oftmals setzen Männer Beschimpfungen und körperliche Gewalt gezielt ein, um dadurch ihre Frauen abhängig zu "erhalten". "Die psychische Gewalt ist in vielen Fällen schwerer zu ertragen als die körperliche Misshandlung", weiß Tanja Breuß, Leiterin der ifs FrauennotWohnung aus ihrem Beratungsalltag zu berichten.

Ein modernes Wegweiserecht ermöglicht es den Opfern von häuslicher Gewalt mit Hilfe der Polizei je nach Gefährlichkeit den Täter für eine gewisse Zeit am Betreten der Wohnung zu hindern. Oft bleibt die Angst im eigenen Heim aber trotzdem.

Gewaltfreie Zone

Damit betroffene Frauen bei Gefährdung von Körper und Seele ihrem Schicksal nicht schutzlos ausgeliefert sind, ist es wichtig, sie über das Angebot der Schutzeinrichtung zu informieren.
Die FrauennotWohnung bietet Frauen und Kindern rund um die Uhr Schutz und Hilfe. Sie ist eine vorübergehende Wohnmöglichkeit für 7 Frauen und deren Kinder. Während des Aufenthaltes steht den Betroffenen ein umfassendes Beratungsangebot zur Verfügung. Durch das gemeinsame Wohnen erfahren die Frauen, dass ihr Schicksal kein Einzelschicksal ist. In Ruhe und ohne Druck können die Frauen selbst entscheiden, ob sie sich vom gewalttätigen Mann trennen oder nicht.
"Die Durchbrechung des Tabuthemas "Gewalt" ist das angestrebte Ziel der ifs Frauennotwohnung", so Tanja Breuß. "Immer noch erdulden viel zu viele Frauen jahrelange Martyrien weil sie sich nicht trauen diesen Teufelskreis zu durchbrechen."

Wer ist betroffen?

An erster Stelle der Gefährlichkeitsskala bei häuslicher Gewalt stehen Trennung und Scheidung. In dieser Zeit ist für Frauen das Risiko, Gewalt zu erleben oder gar ermordet zu werden, fünfmal so hoch wie sonst. Daher ist gerade in solchen Krisenzeiten ein umfassender Schutz, Ruhe, fachkundige Begleitung und Beratung nötig.

Unter Gewalt sind nicht nur körperliche Misshandlungen zu verstehen. Jede Verhaltensweise, die darauf abzielt, die Betroffenen zu unterdrücken, zu beherrschen oder zu kontrollieren, gilt als Gewaltausübung. Drohungen wie "Ich bringe dich um, wenn du mich verlässt!", das Lächerlichmachen in der Öffentlichkeit oder Nötigung fallen in den Bereich der verbalen Gewalt. Die ungleiche Verfügung über finanzielle Mittel und das Erbetteln von Haushaltsgeld sind ebenso Mittel zur Unterdrückung wie die gesellschaftliche Isolation.

Zur Gewalt kommen meist noch weitere Probleme hinzu, weiß Tanja Breuß von der ifs FrauennotWohnung: "Neben dem Trauma der Gewalterfahrung sind Schulden, die Sorge um die Wohnung, die Suche nach einem Arbeitsplatz und natürlich das Wohl der Kinder wichtige Themen, die wir mit den Frauen besprechen."

Betroffene Kinder

Vor allem Kinder stehen durch die häufig miterlebte Gewalt an ihrer Mutter unter Schock. Besondere Unterstützung wird den Kindern geboten, damit diese die erlebte Gewalt nicht als normal ansehen und das Erlebte verarbeiten können.

Im Jahr 2005 beherbergte die ifs Frauennotwohnung 73 Frauen und 84 Kinder. 70% der Betroffenen waren verheiratet und 33% der Frauen hatten kein eigenes Einkommen. Nach dem Aufenthalt entschieden sich 2/3 der Frauen für ein Leben ohne den gewalttätigen Partner.

"Häusliche Gewalt ist kein Kavalierdelikt!", stellt Tanja Breuß abschließend fest und ermutigt betroffene Frauen, sich zu ihrem und zum Schutz ihrer Kinder möglichst frühzeitig aus der Spirale der häuslichen Gewalt zu entfernen.


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ifs FrauennotWohnung

Tel.: 05572/29304
(rund um die Uhr)
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