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ifs Pressemeldung

Röthis, 27. Juni 2006

Anti-Stalking-Gesetz: Schutz gegen beharrliche Verfolgung

Mit 1. Juli 2006 tritt das Anti-Stalking-Gesetz in Kraft. „Dieses neue Bundesgesetz schützt gegen beharrliche Verfolgung, sorgt für den zivilrechtlichen Schutz vor Eingriffen in die Privatsphäre und ist somit ein weiteres Gesetz zur Stärkung der Opfer“, freut sich Elisabeth Kiesenebner Bauer, Leiterin der ifs Interventionsstelle.

Der Begriff „Stalking“ – zu Deutsch „Psychoterror“ – bezeichnet ein Verhalten, das bewusst und wiederholt eingesetzt wird, um eine Person mit verschiedenen Mitteln gegen ihren Willen zu bedrängen, zu belästigen und ihr Kontakte aufzuzwingen. Sowohl unerwünschte Briefe und Telefonanrufe als auch Drohungen per SMS oder E-Mail, das Verfolgen, Auflauern, Ausspionieren, Beschimpfen und Herabwürdigen einer Person in ihrem persönlichen und beruflichen Umfeld zählen zu Stalking-Handlungen.

Stalker sind zumeist sehr ausdauernd. Sie verfolgen ihr Opfer oft über Monate oder Jahre hinweg, versetzen es in Angst und Panik und wollen damit eine Beziehung erzwingen bzw. einen Beziehungsabbruch rückgängig machen oder sich für vermeintlich erlittene Kränkungen oder Rechtsverletzungen rächen.

Stalking-Opfer sind zu 80% Frauen. Stalking ist eine Gewaltform, die häufig im Zusammenhang mit häuslicher Gewalt ausgeübt wird, insbesondere in Zeiten der Trennung und Scheidung. „Ein Großteil der Betroffenen leidet unter gesundheitlichen Folgeerscheinungen wie Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Angst- und Panikattacken bis hin zu Depressionen und psychosomatischen Beschwerden“, weiß Kiesenebner Bauer zu berichten.

Die Mitarbeiterinnen der ifs Interventionsstelle zeigen sich erfreut, dass auf gesellschaftliche Forderungen reagiert wurde und nunmehr auch psychische Gewalt als kriminelles Verhalten angesehen und staatlich geächtet wird. Mit dem neuen Anti-Stalking-Gesetz wird eine solche Art der Gewaltausübung strafbar. „Es sieht vor, dass beharrliches Verfolgen einerseits mit einer Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr bestraft werden kann und andererseits durch eine einstweilige Verfügung dem Stalker die Kontaktaufnahme jeglicher Art, der Aufenthalt am bestimmten Orten und andere häufig gesetzte Stalking-Handlungen untersagt werden können“, weiß Kiesenebner Bauer zu berichten.

Stalking-Opfer können sich jederzeit an die ifs Interventionsstelle wenden. Hier erhalten diese kompetente und unbürokratische Hilfe. Zudem können sich Hilfesuchende anonym an die ifs Internetberatung unter http://ifs beratung.vol.at. wenden.

 


Sicherheitstipps

Die nachstehenden Sicherheitstipps wurden von Herbert Humpeler vom Kriminalpolizeilichen Beratungsdienst in Bregenz zusammengestellt:

  • Machen Sie dem Stalker nur einmal unmissverständlich klar, dass Sie jetzt und in der Zukunft keinerlei Kontakt zu ihm wollen. Ignorieren sie ihn dann völlig. Etwaige Reaktionen von Ihnen, egal welcher Art, lassen ihn hoffen und sich um Sie intensiver bemühen.

  • Informieren Sie die Polizei.

  • Beantragen Sie eine einstweilige Verfügung bei Gericht, Abteilung Zivilsachen. Missachtet der Stalker die gerichtlichen Anordnungen haben Sie ein rechtliches Mittel und die Polizei kann eingreifen.

  • Seien Sie auf dem eingeschlagenen Rechtsweg absolut konsequent!

  • Informieren Sie Ihre Familie, Freunde, Arbeitskollegen und Nachbarn.

  • Öffentlichkeit kann Sie schützen.

  • Bei einer konkreten Bedrohungssituation durch den Stalker alarmieren Sie die Polizei, Nachbarn und / oder Passanten, damit Sie Hilfe bekommen und Zeugen haben!

  • Verfolgt Sie der Stalker im Auto, fahren Sie direkt zur nächsten Polizeidienststelle.

  • Dokumentieren Sie alles, was der Stalker schickt, mitteilt oder tut. Bewahren Sie diese Dinge sicher auf. Es kann als Beweismittel vor Gericht dienen. Wie Sie Beweismittel richtig sichern, sagt Ihnen Ihre Polizei.

  • Bei Telefonterror lassen Sie sich von der Telefongesellschaft eine "Fangschaltung" legen, um die Terroranrufe nachweisen zu können. Schaffen Sie sich einen Anrufbeantworter an, der eine Mithör­ und Aufzeichnungsmöglichkeit hat. Lassen sie sich ggf. einen zweiten Telefonanschluss schalten oder verwenden sie ein Handy, damit Sie erreichbar bleiben. Weitere technische Möglichkeiten erläutert Ihnen die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle.

  • Besitzen Sie ein Handy, wählen Sie die Notrufnummer. Dieser Notruf ist kostenlos.

  • Nehmen Sie keine Pakete oder Waren entgegen, die Sie nicht bestellt haben oder erwarten. Informieren Sie hiervon auch Ihre Nachbarn.

 


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