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ifs Pressemeldung

Röthis, 22. Juni 2005

Jeder Tag ohne Gewalt ist ein Gewinn

ifs Opferschutzeinrichtung meldet starken Anstieg von Betretungsverboten – Gendarmerie lobt Zusammenarbeit

In kaum einem anderen Bereich ist die Präventionsrolle des ifs so unmittelbar spürbar wie bei der ifs Interventionsstelle. Sie hat in ihrem Jahresbericht auch zahlreiche Vorschläge aufgelistet, wie durch Gesetzesanpassungen der Opferschutz verbessert werden könnte.

Präventives Arbeiten ist ein Grundsatz des Institut für Sozialdienste. Bei der ifs Interventionsstelle geht es darum physische und psychische Gewalt zu vermeiden und zu stoppen. Die Gewalt in den eigenen vier Wänden, in denen sich die Täter scheinbar "sicher" fühlen, kommt immer öfter ans Tageslicht. 94 Prozent der Opfer sind Frauen. Die ifs Interventionsstelle greift ein und setzt Maßnahmen, den Opfern im buchstäblichen Sinn des Wortes Sicherheit zu geben. Im Vergleich zum Vorjahr wurden fast ein Viertel mehr Wegweisungen und Betretungsverbote gemeldet.

"Jeder Tag ohne Gewalt ist ein Gewinn", fasst Elisabeth Kiesenebner Bauer, Leiterin der ifs Interventionsstelle das Ziel der Einrichtung prägnant zusammen: "Wenn im Akutfall sofortige und adäquate Hilfe angeboten werden kann, ermöglicht dies in vielen Fällen einen schnelleren Ausweg aus der Gewaltbeziehung und schützt damit vor langfristigen sozialen und psychischen Folgen sowie erheblichen gesundheitlichen Beschwerden." Neben dem persönlichen Schutz der Betroffenen, hat die Arbeit auch einen konkreten allgemeinen Nutzen: "Umfassende Präventionsarbeit hilft mit, die enormen gesellschaftlichen Folgekosten bei häuslicher Gewalt zu verringern."

Die ifs Interventionsstelle ist im dichten Netzwerk des ifs verankert. Damit ist auch garantiert, dass die Politik fundiert Rückmeldung über soziale Problemlagen oder Auswirkungen gesetzlicher Bestimmungen erhält. So hat die Gesetzesänderung im Vorjahr dafür gesorgt, dass die Zahl der Anträge, über eine einstweilige Verfügung das Betretungsverbot zu verlängern, sprunghaft angestiegen ist: Die Frist, Täter und Opfer müssen die vergangenen drei Monate in einer "häuslichen Gemeinschaft" gelebt haben, ist als Voraussetzung gefallen. "Für manche bedeutet dies ein Aufatmen, da eine Trennung oder eine Scheidung allein noch keine Garantie für das Ende der Bedrohung und Gewalterfahrung sein muss."

Die ifs Interventionsstelle schlägt aus ihren Praxiserfahrungen vor, dass der potenzielle Gefährder durch die Exekutive persönlich über den Antrag einer einstweiligen Verfügung informiert werden muss. Denn: "Wenn der Gefährder gar nicht weiß, dass das Betretungsverbot verlängert wurde, kann dies ein neuerliches Risiko für das Opfer bedeuten."

Ein Blick auf die Zahlen der ifs Interventionsstelle aus dem Vorjahr zeigt, dass die Opfer relativ jung sind: Exakt 60 Prozent sind 19 bis 40 Jahre alt – die Gruppe der Täter ist im Durchschnitt ein paar Jahre älter. Außerdem: das Problem der häuslichen Gewalt hat durchaus heimische Wurzeln – 67 Prozent der Täter und 77 Prozent der betreuten Opfer waren österreichischer Nationalität.

Weil die Kapazitätsgrenze längst überschritten ist, war die Interventionsstelle gezwungen, ihre Beratung und Begleitung auf jene Fälle zu konzentrieren, in denen bereits Maßnahmen nach dem Sicherheitspolizeigesetz getroffen wurden. Die Zusammenarbeit mit der Exekutive lobt Kiesenebner Bauer und umgekehrt sagt Major Fritz Gruber, der zuständige Ansprechpartner bei der Gendarmerie Vorarlberg, "die Kooperation mit der Interventionsstelle ist problemlos". Das Gesetz sei "ausgezeichnet und wir haben rundum gute Erfahrungen damit gemacht. Nach acht Jahren gibt es keine Rechtsunsicherheiten mehr." Die Beamten seien intensiv geschult und es gebe keine Fälle, "wo jemand von uns übers Ziel geschossen hätte".

Die ifs Interventionsstelle in Feldkirch ist für ganz Vorarlberg zuständig. Die Finanzierung erfolgt auf der Grundlage des Auftragsvertrages durch das Innenministerium und das Ministerium für Gesundheit und Frauen.


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6800 Feldkirch


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