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ifs Pressemeldung

Röthis, 22. März 2005

Integration bringt Vorteile für alle

ifs Geschäftsführer Dr. Stefan Allgäuer zum Tag für Beseitigung der Rassendiskriminierung

"Integration muss sichtbar sein und ist eine Aufgabe für alle Ebenen der Bürgergesellschaft", erklärt Dr. Stefan Allgäuer, Geschäftsführer des Institut für Sozialdienste (ifs) zum Internationalen Tag für Beseitigung der Rassendiskriminierung.

Gelebte Integration ist zum Vorteil aller Beteiligten, ist Allgäuer zutiefst überzeugt. Er verweist auf verschiedene Integrationsprozesse, die gerade in Vorarlberg in der Vergangenheit erfolgreich bewältigt wurden. Nun befinde sich ganz Europa in einer Umbruchphase: "Die Bedeutung von Staatsgrenzen nimmt ab und die damit verbundenen Vorteile – etwa beim Reisen – werden begrüßt. Der Umgang der Menschen untereinander hält allerdings nicht immer Schritt mit der Integrationsentwicklung. Oft stehen Vorbehalte und Ängste im Vordergrund. Dabei ist unser Kontinent nun einmal die Heimat von Menschen mit einer Vielzahl verschiedener kultureller, ethnischer und religiöser Hintergründe", erinnert der ifs Geschäftsführer.

Diese Vielfalt gelte es zu respektieren: "Wenn wir gleiche Bedingungen für alle Menschen in Europa anstreben, müssen wir auf allen Ebenen der Bürgergesellschaft tätig werden – und bei uns beginnen. Nach den Gemeindevertretungswahlen wäre zum Beispiel ein guter Zeitpunkt, sich auf kommunaler Ebene verstärkt mit Integration auseinanderzusetzen. Es gibt Projekte in verschiedenen Städten und Gemeinden, die die Integration bewusst fördern, und von denen andere lernen können. Fördern bedeutet aber Barrieren auf beiden Seiten abzubauen kann nicht die "Gleichschaltung" der Migranten mit den "Einheimischen" zum Ziel haben. Nur ein Beispiel: Fast jeder Zehnte in Vorarlberg ist Muslim. Gläubige brauchen Kirchen, in diesem Fall Moscheen, aber auch Friedhöfe, angepasste Infrastruktur in Krankenhäusern, in der Altenpflege uvm. Erst wenn Verschiedenheit auch sichtbar werden kann und darf, lebt Integration." Integration sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, so Allgäuer, gehöre deshalb nicht in eine "Nebenabteilung 2. Klasse" versteckt. Vielmehr müsse eine Anlaufstelle direkt zugänglich sein – ohne Unterschied für Migranten oder jene Menschen, die von ihrer Herkunft hier verwurzelt sind.

Das ifs berät und betreut Tag für Tag Menschen aller Bevölkerungs-, Alters- und Sozialschichten. "In unseren Beratungsstellen helfen muttersprachliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen bei der sprachlichen Verständigung. Darüber hinaus geht es den Beratern um die Unterstützung der Ausländer in ihren Lebensbedürfnissen und um das Verständnis ihrer Besonderheiten", erklärt der ifs Geschäftsführer. Ziel dieser Arbeit ist es, konkrete Lebenshilfen zu besprechen, Vorurteile abzubauen und in gegenseitiger Anerkennung miteinander vertraut zu werden: "Denn jeder Mensch braucht Gemeinschaft und das Gefühl der Zugehörigkeit und Vertrautheit."

 


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