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ifs Pressemeldung

Röthis, 13. September 2004

"Abschied von einem kleinen Leben"

Neue ifs Broschüre möchte betroffenen Eltern helfen

Viele Frauen erleben eine Fehlgeburt oder verlieren ihr Kind zu irgendeinem Zeitpunkt ungewollt während der Schwangerschaft. Der Verlust eines Kindes ist eine der schmerzlichsten menschlichen Erfahrungen. Die neue Broschüre „Abschied von einem kleinen Leben“ möchte für betroffene Eltern eine erste Hilfe für eine so unerwartete und schwierige Lebensphase sein. Sie richtet sich aber auch an medizinisches Fachpersonal und das Umfeld der Betroffenen, indem sie Informationen gibt zum besseren Verständnis und mögliche Hilfestellungen aufzeigt.

Der Tod eines Kindes erscheint uns Menschen unbegreiflich und inakzeptabel. Umso mehr, wenn dieser Tod während einer Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt eintritt. Dieses entscheidende Ereignis zu verarbeiten, den Verlust als Realität zu akzeptieren und sich im Leben neu zu orientieren stellt die Eltern vor eine äußerst schwierige Aufgabe. "Die Auseinandersetzung mit dem Verlust und das Durchleben der damit verbundenen Gefühle ist für ein gesundes Weiterleben ohne das verstorbene Kind unumgänglich", so die Hauptverfasserin der Broschüre Dipl. Psychologin Brunhilde Reichl, die Leiterin der ifs Beratungsstelle Bregenzerwald.

In der heutigen Zeit sind Schwangerschaften meist erwünscht und erfreulich. Das Wissen und die Erreichbarkeit verschiedenster Verhütungsmethoden erlaubt es Frauen, sich bewusst für oder gegen eine Schwangerschaft auszusprechen. Aber auch heute ist nicht alles planbar und beherrschbar. Mit einer Totgeburt oder dem Tod des Babys kurz nach der Geburt werden ca. 1 bis 2 Frauen von 100 konfrontiert. "Die Eltern stehen plötzlich einer völlig neuen Realität gegenüber, die mit der bisherigen freudigen Erwartung auf das Kind nichts mehr zu tun hat. Diesem Schock folgt oft eine Phase der völligen Hilf- und Orientierungslosigkeit" so Reichl weiter.

Trauer ist eine spontane, natürliche, normale und selbstverständliche Antwort unserer ganzen Person auf Verlust. Trauer hat viele Ausdrucksmöglichkeiten und tritt fast immer vermischt mit anderen Gefühlen auf, wie z.B. Wut, Angst, Resignation, Unglauben, …..

Trauer braucht die Annahme, die Unterstützung durch andere Menschen. Ein Gegenüber, bei dem man sich aussprechen und ausweinen kann und darf.

Gleichzeitig sollten eine Reihe wichtiger Entscheidungen getroffen werden. Entscheidungen, welche später nicht mehr rückgängig gemacht werden können. Die vorliegende Broschüre will diesen Menschen Unterstützung bei den anstehenden Fragen geben. Sie möchte ihr Begleiter in der ersten Zeit der Hoffnungslosigkeit sein.

Wenn Eltern erfahren, dass ihr Kind nicht leben wird, ist Rückzug, das Vermeiden von Kontakten eine häufige Reaktion. Gerade hier kann diese Broschüre hilfreich sein, da zunächst jeder/ jede zeitlich völlig unabhängig sich mit persönlich wichtigen Fragen auseinandersetzen kann. Partnern gelingt es oft nicht, über ihren Schmerz miteinander zu reden. Jeder Mensch trauert anders. Vielleicht hilft diese Broschüre wieder einen Weg für gemeinsame Gespräche zu finden.

Neben Erfahrungen Betroffener, Ausdrucksformen der Trauer, Einflüsse auf die Paarbeziehung, Abschiedsritualen, Umgang mit der Trauer der Geschwister-Kinder und Information zu rechtlichen Fragen und Bestimmungen enthält die Broschüre verschiedenste Kontaktadressen für Betroffene und Angehörige, die weitere Information, Betreuung oder persönliche Gespräche suchen.


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Ebenso erhalten Sie die Broschüre bei allen ifs Beratungsstellen in den Städten Vorarlbergs sowie in Egg im Bregenzerwald.