SEITENBEREICHE


zur ifs Homepage.

ifs Pressemeldung

Röthis, 2. August 2004

ifs Kinderschutz: Umfassende Unterstützung für Kinder mit Gewalterfahrungen

Kinder, die Opfer von Gewalt oder sexuellem Missbrauch geworden sind, aber auch deren Bezugspersonen benötigen einfühlsame und gezielte Beratung und Unterstützung. Diese erhalten sie beim ifs Kinderschutz, einer Gruppe von Fachleuten des Institut für Sozialdienste. 2003 konnte die Opferschutzeinrichtung in 77 Fällen ihre Hilfe anbieten. Heuer will die ifs Gruppe "Kinderschutz" in der Öffentlichkeit verstärkt auf sich aufmerksam machen.

Eine Mutter ruft in der ifs Beratungsstelle Bregenz an und bittet um Unterstützung. Sie befürchtet, dass ihre kleine Tochter missbraucht worden ist. Ein Mann meldet sich bei der Jugendberatungsstelle Mühletor. Er erträgt die Schreie des Nachbarkindes nicht mehr – jedes Mal wenn der Vater betrunken nach Hause kommt. Eine Volksschullehrerin wendet sich an den ifs Schulsozialarbeiter in Dornbirn, weil sie befürchtet, eines ihrer Kinder werde zu Hause grob vernachlässigt.

All das sind Situationen, die die Beteiligten in eine Krise stürzen und ein sehr umsichtiges Vorgehen verlangen, wenn den Betroffenen wirklich und dauerhaft geholfen werden soll. "Wenn wir Opfer von Gewalt begleiten und beraten – gerade wenn es sich um Kinder und Jugendliche handelt – ist rasches und flexibles Handeln enorm wichtig", sagt die Leiterin der ifs Gruppe Kinderschutz, Ruth Rüdisser.

Rasche und kompetente Unterstützung

Beim ifs Kinderschutz bekommen Hilfesuchende deshalb innerhalb kürzester Zeit – spätestens nach 24 Stunden – einen ersten Beratungstermin. Eine Voranmeldung in den Beratungsstellen ist nicht nötig: "Während des Bereitschaftsdienstes können Ratsuchende jederzeit vorbeikommen", betont Rüdisser. Im Gespräch mit den PsychologInnen, SozialarbeiterInnen und PsychotherapeutInnen des ifs -Kinderschutz wird die weitere Vorgehensweise gemeinsam mit den Betroffenen geplant. Diese reicht von der Information und Beratung über mögliche Wege und deren Folgen bis hin zur psychosozialen und juristischen Prozessbegleitung – von der Vorbereitung einer Anzeige bis zum Ende eines Gerichtsverfahrens.

Anders als Behörden und Ärzte unterliegt der ifs - Kinderschutz nur in Ausnahmefällen der Meldepflicht, nämlich dann „wenn die Gewalt mit anderen Mitteln nicht zu stoppen ist“. Rüdisser: "Die Sicherheit des Kindes hat oberste Priorität."

Sexueller Missbrauch ist häufigste Gewaltform

Erwachsenen rät die Psychologin, Andeutungen von Kindern zu Gewalterlebnissen auf jeden Fall ernst zu nehmen und sich des entgegengebrachten Vertrauens würdig zu erweisen. Wichtig sei es aber auch, überlegt zu handeln und nicht überstürzt zu agieren.

Obwohl erst 2002 ins Leben gerufen, betreute der ifs -Kinderschutz im vergangenen Jahr bereits 77 Kinder, die Opfer von Gewalt oder sexuellem Missbrauch sind. Fast zwei Drittel der Betroffenen waren zwischen fünf und 14 Jahren alt. Um Rat und Unterstützung an das ifs gewandt hatten sich in 62 Fällen Frauen – häufig die Mutter des Opfers – und nur in 15 Fällen Männer.

In der Hälfte aller Fälle war sexueller Missbrauch die Ursache, das Institut für Sozialdienste aufzusuchen. In einem weiteren Drittel der Fälle bestand zumindest der Verdacht auf sexuellen Missbrauch. Bei 13 Prozent der betreuten Kinder bestand der Verdacht auf körperliche Misshandlungen. Drei Viertel der verdächtigten Täter sind Männer, in 21 Fällen der Vater des Kindes.


Schriftgröße

Zurück zu Pressemeldungen 2004.

 
Fact-Box

ifs Kinderschutz

Anlaufstellen in Vorarlberg

ifs Beratungsstelle Bregenz
St. Anna-Straße 2
Dr. Ruth Rüdisser, Mag. Ulrike Basta, DSA Roswitha Bickel
Tel.: 05574/ 42890
» E-Mail.

ifs Beratungsstelle Bregenzerwald
Impulszentrum, Gerbe 1135
6863 Egg
Mag. Karoline Manser-Cappello
Tel.: 05512/ 2079
» E-Mail.

ifs Beratungsstelle Dornbirn
Kirchgasse 4b
Mag. Andrea Hollenstein-Burtscher
Tel.: 05572/ 21331
» E-Mail.

ifs Beratungsstelle Hohenems

Franz-Michael-Felderstr. 6
Mag. Susanne Kraft
Tel.: 05576/ 73302
» E-Mail.

ifs Beratungsstelle Feldkirch
Ganahl-Areal, Schießstätte 14
Mag. Christine Ammann
Tel.: 05522/ 75902
» E-Mail.

ifs Beratungsstelle Bludenz
Innovationszentrum, Klarenbrunnstr. 12
Mag. Annabel Salomon
Tel.: 05552/ 62303
» E-Mail.

ifs Jugendberatungsstelle Mühletor
Schillerstr. 18, Feldkirch
Tel.: 05522/76729
» E-Mail.

ifs Familienarbeit Bludenz

Obdorfweg 1
Dr. Maria Feurstein
Tel.: 05552/ 66907
» E-Mail.

Wir sind für Sie erreichbar:
Montag – Freitag 
8.00 – 12.00 Uhr, 13.00 – 17.00 Uhr
 

Anonyme Internetberatung

http://www.ifs beratung.vol.at.