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ifs Pressemeldung

Röthis, 19. Juli 2004

ifs Beratungsstelle Bludenz mit wachsender Verunsicherung konfrontiert

Ein gewisser Grad an Orientierungslosigkeit macht immer mehr Menschen zu schaffen. Tradierte Werte und Rollenbilder würden auch in den Talschaften in Frage gestellt, berichtet die Leiterin der ifs Beratungsstelle Bludenz, DSA Carla Rudigier.

"Probleme sind nicht mehr eindeutig zuzuordnen und zu erkennen, sie haben oft viele kleine Ursachen und bewirken ein diffuses Gefühl von Belastung", schildert Rudigier die "Symptome", mit denen zunehmend Klienten die ifs Beratungsstelle aufsuchen. Mit ein Grund: Das Stadt-Land-Gefälle von Erwartungen und Umsetzbarkeit, denn "wir haben doch noch einen sehr ländlichen Einzugsbereich. Man kann sich nicht mehr automatisch an den Mustern orientieren, die die Eltern vorgelebt haben. Deshalb kommen Unsicherheiten auf und das kann zu Belastungen führen." Ein weiteres Indiz ist, dass auch in den Talschaften Kirche und Glaube als Werte-Instanz hinterfragt würden.

Zweifel, ob man professionelle Hilfe möchte oder die Frage, welches Hilfsangebot zielführend sein könnte, bestimmen zahlreiche Erstgespräche, die unkompliziert ohne Terminabsprache zustande kommen. Die zunehmende Unsicherheit, es im komplexer werdenden persönlichen Umfeld "richtig zu machen", sei in praktisch allen Lebensbereichen feststellbar, schließt Rudigier aus den zahllosen Gesprächen mit den ifs Klienten.

Kindererziehung, die Gestaltung von Ehe und Partnerschaft mit veränderten Rollenbildern und Sexualität wären besonders markante Bereiche. Aber auch Ausbildung und Beruf stellen heute keine fixen Größen mehr da und der tradierte Weg mit Heirat, Kindern und Hausbau "geht sich finanziell oft nicht mehr aus".

Auffallend ist, dass sich in der Region Bludenz immer mehr Männer dazu entschließen, sich bei der ifs Beratungsstelle beraten zu lassen. Carla Rudigier führt das einerseits auf ein geändertes Rollenverständnis der Männer zurück, andererseits aber auch auf Druck der Frauen: "Männer kommen mit zur Beratung , weil die Frauen sich klarer deklarieren: Das will ich jetzt!"

Bei Beziehungsproblemen sei jedoch insgesamt eine Tendenz zu lösungsorientierten Ansätzen zu beobachten – in durchaus doppeltem Sinn des Wortes. Rudigier: "Wo Scheidung schon ein Thema ist, wird gleichzeitig nach einem Weg gesucht, wie es hinterher weitergehen soll. Bei etwa 80 Prozent der Fälle von Scheidungsberatung oder Mediation ist der gemeinsame Wille zum Konsens vorhanden, selbst wenn es im Moment massive gegenseitige Verletzungen gibt."


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