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ifs Pressemeldung

Bregenz, 6. Februar 2004

Die Schuldner werden jünger - Handy Gefahr Nr. 1

Bilanz der ifs Schuldenberatung 2003

Bereits 239 junge Menschen unter 25 haben im vergangenen Jahr die ifs Schuldenberatung in Anspruch genommen. Das sind 13 % der insgesamt 1838 Klienten oder um 79 mehr als noch im Jahr 2002. Auch die Zahl all derer, die 2003 von den Mitarbeitern der ifs Schuldenberatung Hilfe und Unterstützung gesucht und gefunden haben, ist um mehr als 18 % angestiegen.

Schuldenvermeidung als oberstes Ziel

Dazu Peter Kopf, Geschäftsführer der ifs Schuldenberatung: "Dass die Zahl der jungen Schuldner innerhalb eines Jahres um 50 %, von 160 auf 239 gestiegen ist, lässt bei uns die Alarmglocken läuten." Erklären kann sich Kopf diese Steigerung zum einen durch die gesunkene Hemmschwelle, auf Pump zu leben, sowie durch einen in den letzten Jahren immer leichter gewordenen Zugang zu Geld, Waren und Dienstleistungen.

Als Budgetkiller Nr. 1 bei Jugendlichen nennt er das Handy. Autokauf auf Pump und die hohen Kosten fürs eigene Wohnen sind weitere Kostentreiber. Um gerade bei der Problemgruppe der 18- bis 25-jährigen energisch gegenzusteuern setzt die ifs Schuldenberatung auf ein umfassendes Schuldenpräventionsprojekt. "Schuldenfrei ins Leben", das bereits im ersten Jahr mit Erfolgen aufwarten kann. So nennt ein Großteil der Jugendlichen, die durch diese Aktion angesprochen wurden, dass ihr Umgang mit Geld und Schulden nun bewusster und verantwortungsvoller ist.

"Nur durch die gemeinsame Anstrengung aller Beteiligter kann das Vorhaben, jungen Menschen einen schuldenfreien Start ins Leben zu ermöglichen, gelingen", lädt Kopf auch Banken, Händler, Handybetreiber, Versicherungen, Vermieter oder Schulen ein, sich aktiv an diesem zukunftsträchtigen Projekt zu beteiligen.

Überschuldung nicht nur bei jungen Erwachsenen


Dass die Dramatik der Überschuldung nicht nur junge Menschen betrifft, belegt die gestiegene Klientenzahl von 1556 (2002) auf 1838 (2003). Beinahe zwei Drittel davon sind Männer, etwa ein Drittel Frauen.

"Schulden bei Banken, Handwerkern, Versandhäusern, Handybetreibern, Leasinggesellschaften gehören genauso dazu wie bei Vermietern, dem Finanzamt, Behörden oder Glaubensgemeinschaften", weiß Peter Kopf aus dem Alltag der ifs Schuldenberatung zu berichten. Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Unfälle, Scheidungen und Trennungen gekoppelt mit psychischen Probleme sind die häufigsten Auslöser für eine nicht mehr zu finanzierende Überschuldung.

Steigende Privatkonkurse - geringere Beratungszeit

Ein besonderes Merkmal des abgelaufenen Jahres ist die deutlich gestiegene Anzahl der Privatkonkurse. Wurden 2002 noch 162 Anträge auf Eröffnung eines Privatkonkurses bei Gericht eingebracht, so waren es 2003 bereits 240 Anträge. Diese Steigerung um 50 %, sowie die Tatsache, dass in Vorarlberg bei einem Bevölkerungsanteil von 4,37 % mehr als 7 % der Konkurseröffnungen abgewickelt werden, zeigt, dass die Verschuldung hierzulande besonders dramatisch gestiegen ist. Auslöser dafür war ganz besonders die unverhältnismäßig stark gestiegene Arbeitslosigkeit, die eine reguläre Rückzahlung von Schulden unmöglich macht.

"In Vorarlberg werden mit 7,74 Konkursanträgen pro 10.000 Einwohner deutlich mehr Anträge eingebracht als im Rest Österreichs, wo dieses Verhältnis lediglich 4,61 Anträge auf je 10.000 Einwohner beträgt", erzählt Peter Kopf aus seinem Beratungsalltag. Dass von diesen Verfahren über 80 % durch die ifs Schuldenberatung abgewickelt werden, zeugt von der hohen Professionalität und dem hohen Vertrauen, das diese Einrichtung besitzt.

Auf Erfolge der Beratungsarbeit angesprochen teilt Kopf die Beratungsarbeit in drei Gruppen: "Da sind die Einen, die mit ein paar Umschichtungen, Abklärungen und Hinweisen ihre Probleme wieder in den Griff bekommen. Die zweite Gruppe kann mit Hilfe einer Schuldenregulierung finanziell wieder frei durchatmen und bei der dritten Gruppe sind die persönlichen oder materiellen Verhältnisse noch nicht so stabil, dass ernsthaft an eine Schuldenregulierung gedacht werden kann. Für diese Gruppe braucht es noch eine Zeit der Unterstützung und persönlichen Stabilisierung."


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