SEITENBEREICHE


zur ifs Homepage.

ifs Pressemeldung

Bregenz, 7. November 2001

ifs Sektenberatung

In Österreich sind laut Schätzungen von Fachpersonen etwa 500.000 Menschen Mitglied einer Sekte, um die 200.000 bewegen sich im Umfeld einer solchen. Die Tendenz ist dabei steigend.

Vorarlberg bleibt natürlich vor solchen Entwicklungen nicht verschont. Die Moderne zeichnet sich aus durch den Prozess der Entzauberung der Welt (mittels Technik und rationalem Denken) bei gleichzeitiger Wiederverzauberung. Diese vollzieht sich gegenwärtig als religiöser Pluralismus in den verschiedensten Formen, und reicht vom Interesse an Esoterik, religiösen Praktiken fremder Kulturen, zum Fundamentalismus und dem organisierten Angebot der sog. Sekten.

Gerade die gegenwärtige gesellschaftliche Lebenslage vieler Menschen in Spannungsfeldern, etwa den steigenden Leistungsanforderungen bei gleichzeitiger Gefahr von Arbeitslosigkeit, lässt einen "Supermarkt der Sinn-Anbieter" florieren. Die Jahrtausendwende mag das ihre ebenso beitragen, wie spezielle kritische Lebensalter und -abschnitte.

Für eine staatliche Beratungsstelle in diesem Bereich gilt folgende vom zuständigen Ministerium formulierte Vorgabe:
"Unser Rechtsstaat bekennt sich zur Religionsfreiheit.
Die Rechte des einzelnen Staatsbürgers und der Schutz seiner persönlichen Freiheit müssen aber gewahrt bleiben."


Das kann anders ausgedrückt heißen, dass weniger die Inhalte der Angebote relevant sind, als ihre psychologischen Charakteristika:

  • die Ausschließlichkeit der Bindung an die für den/die Betroffene/n existentielle Sinngebung;
  • die ungleiche Rollenverteilung bzgl. Macht zwischen Führer und Gefolgschaft;
  • der doktrinäre Aufbau bzw. die Einweisung in die gemeinsame, geschlossene Wirklichkeitsauffassung.


Als "Sekten" werden somit Weltanschauungsgruppen mit Heilsanspruch verstanden. Der Grad ihrer Gefährlichkeit bestimmt sich unter anderem durch das Maß der geforderten Bindung an die Gruppe bzw. den Führer oder der Führerin.

ifs Sektenberatung

Das Angebot der ifs Sektenberatung besteht aus:

  • Vermittlung von Information bzgl. einzelner Gruppierungen und Praktiken;
  • Bereitstellen von (kurzfristiger) psychologischer und psychotherapeutischer Hilfe
  • Vermittlung sozialarbeiterischer Hilfestellung bei sozialen und rechtlichen Fragen
  • Weiterführung zu längerfristiger Psychotherapie
  • Ausstiegsberatung

Dies gilt sowohl für Betroffene selbst, wie für Angehörige.


Schriftgröße