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ifs Pressemeldung

Röthis, den 1. April 2008

"Hindernisse wegräumen"

Seit fast zwanzig Jahren setzt sich Integration Vorarlberg - ein aus einer Gruppe betroffener Eltern entstandener Verein - beharrlich und konsequent für die Integration von Menschen mit Behinderung in sämtlichen Lebensbereichen ein. Waren in den 90er Jahren Kindergarten und Schule Schwerpunkte der Bemühungen, kam nach und nach das Thema Arbeit im regionalen Umfeld hinzu. Ablösung vom Elternhaus, Wohnen und Freizeitgestaltung warten als große Zukunftsthemen. Viel hat sich in diesen 20 Jahren bewegt. Bilder von Integration zeigen, dass gemeinsames Leben von Menschen mit und ohne Behinderung nicht nur Vision ist, sondern gelebte Wirklichkeit werden kann. Dies einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren, ist ein Anliegen von Integration Vorarlberg. Dass Integration aber noch lange nicht selbstverständlich ist, dass es noch immer große und kleine Hindernisse gibt, das andere.
 
Gemeinsam mit dem Institut für Sozialdienste und dem Land Vorarlberg wurde im Juni 2007 im Foyer des Landhauses die Ausstellung "Hindernisse wegräumen" gezeigt. Auf 5 Schautafeln erhalten BesucherInnen alle wichtigen Informationen zu Integration in Kindergarten/Spielgruppe, Schule, Arbeit, Freizeit/Wohnen und Recht und bekommen einen Überblick über bestehende integrative Angebote.

Diese Ausstellung wird nun im Landeskrankenhaus Feldkirch vom 5. bis 24. April 2008 gezeigt. Statt einer Eröffnung soll die Ausstellung mit einer Expertendiskussion als Rahmenveranstaltung begleitet werden:

Menschen mit Behinderung: Medizin - Ethik - Moral
Expertendiskussion

Noch immer prägt der medizinische Blick auf Menschen mit Behinderung das Denken im Alltag. Behinderung wird als Krankheit gesehen, als Leid, als Katastrophe. Menschen von Behinderung zu "erlösen", die Gesellschaft von Behinderung zu befreien sind als kulturelle Konstrukte tief verwurzelt und führten während der NS-Zeit zur systematischen Vernichtung von Menschen mit Behinderung unter dem Titel "lebensunwertes Leben".

Mit den neuen Möglichkeiten der Medizin, u. a. der pränatalen Diagnostik, könnte diese Sichtweise ungewollt verstärkt werden. Je mehr die Medizin dazu im Stande ist, vermeintliche "Garantien" für ein gesundes Kind zu geben, um so mehr, so ist zu befürchten, wird sich die Abwehr gegenüber geschädigtem oder behindertem Leben verstärken. Der medizinische Fortschritt, der einerseits eine riesige Chance darstellt, Krankheiten und Schädigungen präventiv oder möglichst frühzeitig zu behandeln, birgt auch ein erhebliches Risiko für die gesellschaftliche Akzeptanz von Menschen mit Behinderung.

Ärzte und Ärztinnen tragen große Verantwortung für dieses Thema. Sie beraten Eltern in Sachen pränataler Diagnostik, überbringen die Diagnose, beraten Eltern im Falle eines positiven Bescheids, d. h. einer zu befürchtenden Behinderung. Sie sind es auch, die Eltern mit behinderten Kindern medizinisch begleiten.

DiskussionsteilnehmerInnen

  • Dr. Karoline Artner, Psychologin, Werk der Frohbotschaft, Lehrtätigkeit in München und Vorarlberg
  • Dr. Gabriele Nussbaumer, Landtagsvizepräsidentin, Mutter eines Sohnes mit Behinderung
  • Univ.-Prof. Dr. Volker Schönwiese, Universität Innsbruck
  • Univ.-Prof. Prim. Dr. Peter Schwärzler, Leiter der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe im LKH Feldkirch
  • Dr. Johannes Edlinger, Integration Vorarlberg, Vater einer Tochter mit Behinderung

Moderation: Mag. Peter Niedermair

Ort: LKH Feldkirch, Aula
Zeit: 14. April 2008, 18.00 Uhr

Einladung

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Für Auskunft und Information stehen Ihnen zur Verfügung:

Netzwerk Eltern Selbsthilfe
Mag. Marlies Vith
Interpark FOCUS 1
6832 Röthis

Tel.: 05523 52176-0
Mobil: 0664 60884502
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Integration Vorarlberg
Dipl. Ing. Judith Bechtold

Tel.: 0699 12418399
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