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Buchtips

Wenn Ehen älter werden.
Liebe, Krise, Neubeginn.
(Eva Jaeggi, Walter Hollstein), Preis: ATS 160,-
Taschenbuch - Piper,
ISBN: 3-492-20867-3
Meine Eltern werden älter.
Ein Ratgeber.
(Petra Nispel), Preis: ATS 240,-, Taschenbuch -
Herder, Freibg.; ISBN:
3-451-2647-81
Was wird werden, wenn die Eltern älter werden und mehr Betreuung brauchen? Petra Nispel greift oft verdrängte Fragen auf und zeigt, wie sich für ziemlich alle Situationen Lösungen finden lassen, die alle mittragen können.
Älter werden ist ganz anders
(Hannelore Krollpfeiffer)
Erschienen im Knaur-Verlag, 206 Seiten PB, ATS 80,-, ISBN 3-426-82005-6

"Keine Kunst ist`s, alt zu werden; es ist Kunst, es zu ertragen." (Goethe)
Diesem Zitat widerspricht Krollpfeiffer in ihrem neuen Buch. Dass wir alt werden, lässt sich zwar nicht vermeiden, wie wir alt werden, liegt jedoch an uns. Natürlich kann man sich in ein Altersheim zurückziehen und am Leben nur noch als Zuschauer teilnehmen. Aber es gibt auch die Möglichkeit, durch Hobbies, Reisen und Freunde das Leben bis zum letzten Atemzug wirklich zu leben. Hannelore Krollpfeiffer zeigt, wie man diesen letzten Abschnitt des Lebens gestalten kann, welche Probleme sich dabei ergeben und was zu beobachten ist.
Die Entfernung vom Wolfsrudel
Über den drohenden Krieg der Jungen gegen die Alten. on Reimer
Gronemeyer, Preis:
ATS 110,- Sachbuch -
Fischer, ISBN 3-596-10430-0

Das Buch zeigt, wie nahe wir dem Denken sind, das herrschte, als die Gesetze des Wolfsrudels galten. Bald werden viele Junge glauben, wir könnten die ganz Alten nicht mehr versorgen, denn es gehe auf Kosten der eigenen Zukunft.

"Wenn man erwachsen ist, fließt der Krug über. Im Alter trocknet der Krug aus."

In George Bernard Shaws Komödie "Haus Herzenstod" hält ein alter Kapitän einem Jungen einen Spiegel vor:
"Kapitän: Das Interesse eines Menschen an der Welt ist nur, was von seinem Interesse an sich selbst übrigbleibt. Solange man Kind ist, ist der Krug noch nicht voll, und man kümmert sich nur um seine eigenen Angelegenheiten. Wenn man erwachsen ist, fließt der Krug über, und man wird Politiker, Philosoph, Entdecker oder Abenteurer. Im Alter trocknet der Krug aus. Er fließt nicht mehr über. Man wird wieder Kind. Ich kann Ihnen sagen, was mir von meinem Verstand noch im Gedächtnis geblieben ist, nichts als Kratzer und Abfall. Und ich kümmere mich nur noch um meine eigenen kleinen Bedürfnisse und Steckenpferde. Ich sitz` da und arbeite an meiner alten Idee, die Menschheit zu vernichten. Ich sehe, wie meine Töchter und ihre Männer ein törichtes Leben führen, romantisch, sentimental, versnobt. Ich sehe euch, die jüngeren, wie ihr euch von der Romantik, der Sentimentalität und dem Snobismus ab- und dem Geld, dem Komfort und dem verdammt gesunden Menschenverstand zuwendet. Ich war zehnmal glücklicher auf meiner Brücke im Taifun oder in der Arktis, monatelang eingefroren in Eis und Dunkelheit, zehnmal glücklicher, als Sie und die anderen es jemals sein können. Sie suchen einen reichen Mann. In ihrem Alter suchte ich Mühsal, Gefahr, Schrecken und Tod, um das Leben in mir noch stärker zu spüren. Ich ließ mein Leben nicht von Todesfurcht beherrschen, und mein Lohn war, dass ich mein Leben lebte. Sie lassen Ihr Leben von der Furcht vor Armut beherrschen, und Ihr Lohn wird sein, dass Sie zu essen haben, aber leben werden Sie nicht."

aus dem Buch "Die Entfernung vom Wolfsrudel

Wer arm ist, lebt kürzer

"Die Armen bezahlen mit ihrer
Gesundheit", warnt Günther Leiner bei einer Pressekonferenz. "Sie
können um einige Jahre früher mit ihrem Tod rechnen als Bessergestellte, und haben außerdem sehr gute Chancen, früher krank zu werden."

Besonders tief sitze die Kluft zwischen Ost- und Westeuropa, aber auch innerhalb der EU-Länder gebe es deutliche Unterschiede, so Leiner. Diese Ungleichheit in punkto Gesundheitsversorgung ist Mittelpunkt eines viertägigen Symposiums, dem "European Health Forum Gastein (EHFG)", das heuer zum zweiten Mal in Salzburg abgehalten worden ist. Ziel war es, europaweit die gesundheitlichen Risiken von sozial schwachen Gruppen zu senken, die als Folge von Armut auch vor unseren Haustüren entstehen.

Zur Diskussion standen unter anderem die Gründe für die schlechte Gesundheitsvorsorge der unteren Schichten. Sie sind regional verschieden: den zentral- und osteuropäischen Ländern fehlt es an Geld, außerdem verführt die Armut besonders Männer dazu, in Alkohol zu flüchten. Im Westen fehlt es vor allem an Aufklärung, da Menschen aus den unteren sozio-ökonomischen Schichten die vorhandenen Leistungen weniger nutzen, obwohl sie einen Anspruch darauf hätten.
M. Kunit