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Über 80% der Vorarlberger Unternehmen von Lohnexekutionen bei Mitarbeitern betroffen

Wie eine kürzlich von der IfS-Schuldenberatung durchgeführte Studie ergab, waren schon mehr als 80% der Vorarlberger Unternehmen von Lohnexekutionen bei Mitarbeitern betroffen. Dieser hohe Prozentsatz unterstreicht die Tatsache, dass Schulden und die damit verbundenen Probleme nicht nur eine Angelegenheit des unmittelbar davon Betroffenen sind, sondern weitreichende Konsequenzen für das gesamte Umfeld des Schuldners haben können. Spätestens beim Eintreffen von Lohnexekutionen entsteht beim Schuldner auch eine Verantwortung seinem Arbeitgeber gegenüber, da die Berechnung der exakten Höhe des pfändbaren Einkommensteiles für diesen einen unfreiwilligen Mehraufwand an Verwaltungstätigkeit bedeutet.

Die Kernaussage der Studie ist der Wunsch der Unternehmen nach mehr Offenheit und Verantwortungsbewusstsein bei ihren Arbeitnehmern. So erwarten sich mehr als 3/4 der Unternehmen, dass die Mitarbeiter mit (drohenden) Lohnexekutionen unverzüglich ein offenes Gespräch mit dem Unternehmen suchen.

Ein für Arbeitnehmer sehr erfreuliches Ergebnis der Studie stellt die Tatsache dar, dass der Großteil der Unternehmen bereit ist, seinen Arbeitnehmern in finanziellen Schwierigkeiten Hilfestellungen zu bieten. Diese Unterstützungsmöglichkeit wurde bisher noch zu wenig in Anspruch genommen.

"Von Schulden und Lohnexekutionen betroffene Mitarbeiter sollen auf keinen Fall resignieren und den Kopf in den Sand stecken", meint Peter Kopf, Geschäftsführer der IfS-Schuldenberatung. Vielmehr soll ein rascher Kontakt mit dem Chef oder dem Personalbüro gesucht werden, um Missverständnisse zu vermeiden. Außerdem erkennt der Arbeitgeber, dass dem Mitarbeiter wirklich etwas an der Bereinigung der finanziellen Misere liegt.
In diesem Zusammenhang erhebt Peter Kopf sechs Forderungen zur Verbesserung der Situation:

  • Untersagung von vertraglichen Pfandrechten - wie in den meisten EU-Ländern.
  • Wegfall der Haftung der Arbeitgeber (Drittschuldner) bei der Durchführung der Lohnexekution.
  • Die Verwaltung der Lohn- und Gehaltspfändung durch eine neutrale Stelle (beispielsweise das Gericht), sodass Arbeitgeber nur mehr mit der Auszahlung befasst sind.
  • Werbeverbot für Kredite - insbesonders Jugendkredite.
  • Verschärfung der Vergaberichtlinien für Kredite und den Warenverkauf auf Raten.
  • Mehr Offenheit der Betroffenen, um gemeinsam nach Lösungen zu suchen.


Das Team der IfS-Schuldenberatung in Bregenz, Feldkirch und Bludenz


Das IfS informiert die Presse (v.r.n.l.:) Mag. Bauer, Peter Kopf und Franz Abbrederis