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Partnerschaft: "Aufbauen ist leichter als abbauen"

von Mag. Adolf Winkler

Mit meinem Hintergrund als Betriebswirt und Wirtschaftspädagoge sah ich mich vor Jahren durch persönliche Erfahrungen genötigt, etwas für meine Partnerschaft und Ehe zu tun. Gesagt, getan. Gemeinsam mit meiner Frau Gudrun absolvierte ich eine dreijährige Ausbildung zum Encouraging-Trainer für Paare. Gleich nach Abschluß dieser Ausbildung entschlossen wir uns, das Gelernte an andere Paare weiterzugeben: Wir boten den Kurs "Die Kunst, als Paar zu wachsen" an der Beratungsstelle Bludenz an. Seit fünf Jahren "läuft" er nun, dieser Kurs und wir beide, Gudrun und ich, hatten die großartige Möglichkeit, uns selbst und viele andere in Bezug auf Partnerschaft "aufzubauen". Als Franz Abbrederis an einem Montag im September anrief und mich bat, einen Artikel über Partnerschaft bezugnehmend auf den Titel dieser Ausgabe zu schreiben, sagte ich ihm sogleich, dass mir spontan eigentlich nur das Gegenteil einfiele. Nämlich, wenn man in der Partnerschaft abgebaut hat, ist es meist viel schwerer und mühseliger, die Partnerschaft wieder aufzubauen.

Den Alltag einkehren lassen, den Partner zum Quasimobiliar in der Wohnung bzw. im in Vorarlberg geliebten Eigenheim zu degradieren ist, doch viel leichter zu bewerkstelligen, als die Partnerschaft spannend zu gestalten, die Entwicklung der Partner und der Partnerschaft selbst voranzutreiben. Dazu bedarf es öfters gehöriger Anstrengung. Aber im Beruf etwas aufzubauen ist doch gesellschaftlich anerkannter, bringt mehr Einkommen und Befriedigung, "lohnt" sich also mehr! In Zeiten wie diesen, wo doch soviel Anforderungen an die Berufstätigen gestellt werden, muß das doch der Ehepartner bzw die Ehepartnerin verstehen? Ergo, aufbauen im Berufsalltag ist leichter, wenn man sich im Ehealltag abbauen kann. Zuhause ist er doch, der Platz, wo mann oder frau so richtig loslassen kann, oder? Aber wenn man dann ganz abgebaut hat, ist der oder die PartnerIn nicht mehr zu halten. Na, und dann ist es doch leichter, sich mit einem neuen Partner/einer neuen Partnerin wieder aufzubauen und damit auch eine neue Beziehung aufzubauen.

Jeder lernt doch aus Fehlern, und mit einem neuen Partner ist es erheblich leichter. Mit dem erleichternden Gedanken, dass der oder die Neue nur mein neues Ich kennen wird und in ihrem/seinem Nichtwissen um mein altes Selbst mir helfen wird, mein altes Selbst hinter mir zu lassen, wird mit wehenden Fahnen eine neue Beziehung aufgebaut. Hingegeben an die Illusion, dass die alten Fehler abgebaut sind und mit dem neuen Begleiter nie mehr aufgebaut werden.

Zwei Vergleiche mit der Wirtschaft:
In unserer schnelllebigen, dem raschen Wandel unterliegenden Zeit, muss auch ein erfolgreiches Unternehmen sich ständig in Frage stellen und strategische Veränderungen einleiten, damit der Übergang nicht verpasst wird. Das ist nicht leicht! Eine Partnerschaft wird in erster Linie von den Veränderungen der einzelnen Partner auf ihrem Entwicklungsweg und natürlich auch vom Wandel der Gesellschaft beeinflusst. Sich diesen Veränderungen zu stellen und die Partnerschaft mit diesen Veränderungen mitwachsen zu lassen, ist unerlässlich, aber nicht leicht!

Laut Unternehmensberatern ist es leichter und viel erfolgreicher, Unternehmen an ihren Stärken aufzubauen als ihre Fehler abzubauen! Deshalb hat es sich auch bei allen Eheleuten herumgesprochen, dass es viel leichter ist, beim Ehepartner die guten Eigenschaften zu sehen und diese zu verstärken als dessen Fehler abzubauen mit Vorwürfen, Drohungen u.a.

Wenn in der Partnerschaft eine entsprechende Aufbauarbeit geleistet wird, fühlt man sich glücklicher, beschwingter und somit leichter. Wenn abgebaut wurde, wie fühlt man sich da? Leichter oder schwerer? Drücken einen nicht die Probleme, die dadurch aufgebaut wurden, eher zu Boden, verspürt man(n oder frau) nicht eine schwere Last auf den Schultern? Daher muß man dann den leichteren Weg, der der erfolgreichere ist (siehe oben), gehen.

Mag. Adolf Winkler führt mit seiner Gattin Gudrun bei der IfS-Beratungsstelle Bludenz "Paarkurse" durch.
Nähere Infos: 05552/62303

Ein erfreuliches Ergebnis: Arbeitsassistenz bzw. IfS-Reha-Arbeit von Betrieben gut angenommen

Das Reha-Service-Center in der Bregenzer Rheinstrasse ist eine Einrichtung des IfS. Deren Leiterin Elisabeth Tschann übergab der IfS-Redaktion eine Fragebogenauswertung von Betrieben mit "Schnupperplätzen" von Menschen mit einer Benachteiligung, die eine Arbeit suchen. Hier ist das erfreuliche Ergebnis:

Fragebogenauswertung von Betrieben für "Schnupperplätze"

zu Frage 1:
War die Intensität der Betreuung/Begleitung durch die/den ArbeitsassistentIn bzw. Reha-BeraterIn
zu wenig 0 %
ausreichend 100 %
zu viel 0 %
zu Frage 2:
Wie wirkt sich der Praxiseinsatz im Betriebsalltag aus?
störend 0 %
positiv 45 %
gar nicht 20 %
belastend 25 %
motivierend 10 %
zu Frage 3:
War die Arbeitsleistung der/des Praktikanten/in für Ihren betrieblichen Ablauf
wichtig 20 %
von keiner Bedeutung 65 %
nicht wichtig 15 %
zu Frage 4:
Sind besondere Schwierigkeiten durch den Praxiseinsatz entstanden?
Ja 10 %
Nein 90 %
zu Frage 5:
Sind Sie grundsätzlich einverstanden fallweise, unter den bereits bekannten Bedingungen (versichert über AMS, keine Lohn- oder Gehaltsverpflichtungen) künftig (nach vorheriger Absprache) einen Praktikumsplatz zur Verfügung zu stellen?
Ja 70 %
Nein 10 %
bisher keine Entscheidung 20 %