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In den vergangenen Wochen hat das Institut für Sozialdienste gemeinsam mit den Vorarlberger Nachrichten bereits zum fünften Mal den landesweiten Wettbewerb Menschengerechtes Bauen und Wohnen mit Erfolg durchgeführt. (Lesen Sie auch auf Seite 13 dieser IfS-Information)
Bei der Prämiierung der eingereichten Projekte konnte diesen ein hoher Qualitätsstandard attestiert werden - mit manchen, oft kleinen Maßnahmen kann doch, Schritt für Schritt, vieles erreicht werden.
Dass dies möglich war, verdanken wir unseren Partnern in dieser Aktion:
Mit dem Auftrag des Landes Vorarlberg zur Installierung einer Beratungsstelle Menschengerechtes Bauen und Wohnen wurde eine Voraussetzung dafür geschaffen, dass dieses Thema qualifiziert bearbeitet, entsprechend aufbereitet und im privaten und öffentlichen Bereich auch umgesetzt werden konnte.
Die Thematisierung des Anliegens Menschen-Gerechtes Bauen und Wohnen gelang durch viele Kontakte mit den involvierten Entscheidungsträger, Planern und Bauherrn und der Öffentlichkeit.
Der landesweite Wettbewerb ist durch die Mitbeteiligung der Vorarlberger Nachrichten eine effektive Möglichkeit, das Thema zu transportieren und mit dem Aufzeigen von nachahmenswerten Beispielen zu motivieren. Den Verantwortlichen der VN, insbesondere aber auch Herrn Ing. E.Enzelsberger sei an dieser Stelle gedankt nicht nur bad news are good news.
Die Expertise unseres Fachmannes, Ing. Hermann Mayer, ist mittlerweile für viele öffentliche und private Bauherren, für Architekten wie für Entscheidungsträger in Land und Gemeinden ein fixer Bestandteil bei der Planung und Durchführung von Baumaßnahmen.
Bei der Vorbereitung und Durchführung des Wettbewerbes in den vergangenen Monaten ist mir allerdings ein Gedanken immer wieder durch den Kopf gegangen:
Ist es nicht denkwürdig, dass wir (Menschen) uns (Menschen) informieren, motivieren und besonders dazu auffordern müssen, menschengerecht zu bauen. Als ob das nicht ureigenste Aufgabe aller Bemühungen wäre, wenn wir unseren Lebensraum sehen, diesen uns (den Menschen) gerecht, eben menschen-gerecht zu gestalten.
Gerade das aber ist das Problem: Wir machen - auch in unserer Arbeit im Institut für Sozialdienste - die Erfahrung, dass es besonderer Sensibilität und Bemühungen bedarf, dass wir unsere Lebenswelten menschen-gerecht gestalten. Sei dies im privaten Bereich unser Haus oder die Welt unserer Beziehungen, sei dies im öffentlichen Bereich der Arbeitsplatz, unsere Gemeinde, die soziale Gemeinschaft, unseren Staat usw.
Dieser Anspruch etwas menschen-gerecht zu gestalten hat vor allem einem Fokus:
Wir müssen lernen, bei der Planung und Gestaltung unserer Lebenswelten neben den aktuellen
Wünschen und Anforderungen an diese Lebenswelt auch zukünftige Anforderungen, veränderte Situationen mit mehr oder weniger an Ressourcen
und die Auswirkungen unterschiedlichster Lebensrisiken mit zu berücksichtigen. Nur dann
sind Situationen menschen-gerecht, wenn sie Veränderungen, Entwicklungen, Zeiten der
Schwäche usw. mit berücksichtigen.
So erhalten die Kriterien im landesweiten Wettbewerb Menschengerechtes Bauen, welche die Jury zur Bewertung der eingereichten Bauobjekte heranzieht, auch symbolisch und weiter gefasst eine Bedeutung:
menschen-gerecht heißt barrierenfrei oder: Zugänglichkeit für Menschen in den
verschiedensten Lebenssituationen
menschen-gerecht heißt, vorzusorgen für Situationen mit eingeschränkter Mobilität
menschen-gerecht heißt zu berücksichtigen, dass wir manchmal eingeschränkt sind, z.B. mit unserer Wahrnehmung, mit unseren Sinnen, mit unserem Wissen und Können.
menschen-gerecht heißt, fremdes, unvertrautes, Dinge, die wir (noch) nicht sehen wollen usw. in Planungen mit einzubeziehen.
Ich hoffe, dass das Bemühen, mit dem Wettbewerb 2000 einen Impuls im Bereich Bauen und Wohnen zu setzen, auch ein (homöopathischer) Impuls weit darüber hinaus ist: wir müssen uns anstrengen, um für uns und unsere Kinder eine menschen-gerechte Welt zu gestalten. Tun wirs.
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