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Herr Hefel, SUPRO arbeitet vor allem im vorbeugenden Bereich der Drogenarbeit. Wie schaut eure Arbeit genau aus?
Unsere Arbeit hat drei inhaltliche Schwerpunkte:
1. Das möglichst frühzeitige Vorbeugen: Fachlich ist dieser Ansatz der Zielbereich der allgemeinen Gesundheitsförderung, Hauptstrategie ist die Maßnahme Kinder stark machen. Dabei zielen wir darauf ab, Politiker, Eltern, Lehrer, Lehrmeister, Sporttrainer, Jugendarbeiter Personen, die mit Kindern leben und arbeiten, zu sensibilisieren, auf welche Bedürfnisse es ankommt, dass Kinder so starke Personen sind, dass sie ihre Stärken und Schwächen kennen und somit fähig sind, ein eigenverantwortliches Leben zu führen. Die Sensibilisierten, die in der Folge auch aktiv werden möchten, werden von uns bei der Erstellung und Durchführung von präventiven Maßnahmen unterstützt.
2. Das Thematisieren von Suchtverhalten und Suchtmitteln, das heißt gezielt aufzuklären und mittels Veranstaltungen (Workshops und Seminaren) zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Suchtverhalten anzuregen. Unser Hauptaugenmerk liegt dabei nicht auf den illegalen Drogen, sondern auf legalen Suchtmitteln und anderen suchtrelevanten Verhaltensweisen. Zum Beispiel die Aktion Trocken etc.
3. Die sekundäre Prävention, das heißt das Arbeiten mit Risikogruppen und gezielte Vermittlung bei Problem oder Krise in die verschiedenen therapeutischen Einrichtungen. Zum Beispiel das Projekt Haschisch g`schnallt?. Wenn Eltern die Vermutung haben, dass ihr Kind mit Drogen in Kontakt ist, was ist eigentlich das richtige Verhalten in einer solchen Situation?
Ernst nehmen der Situation und an allererster Stelle sich selbst Hilfe in einer Beratungsstelle holen. Es geht meistens um das Abklären des Vermuteten, und sich dann die Kompetenz zu verschaffen, bewusst und gezielt zu handeln. Ziel ist, dass Eltern nicht in einem Moment, in dem oft noch sehr konstruktiv gearbeitet werden könnte, alle Türen zuschlagen und somit kein gemeinsamer Weg mehr möglich ist. Auf keinen Fall nützt in einer solchen Situation die Abschreckung oder die Anzeige.
In Gesprächen mit jungen Leuten hört man oft, dass für sie so genannte weiche Drogen sehr wohl eine wichtige Rolle spielen. Ihr Kommentar dazu?
Das ist eine Tatsache, die ernst zu nehmen ist. Ein Fehlschluss aus diesem Verhalten wäre jedoch die Bestrebung, alles, was an illegalen Handlungen von Jugendlichen stattfindet, zu legalisieren. Diese Bestrebungen waren in letzter Zeit immer wieder Thema, besonders im Bereich Nikotin und Alkohol. Desgleichen ist es aber auch falsch und schädlich, Jugendliche, die aus unterschiedlichsten Motiven heraus Drogen konsumieren (Imponiergehabe, Ablöseverhalten, persönliche Probleme etc.), strafrechtlich zu sanktionieren. Ein sinnvoller Kompromiss wäre meiner Meinung nach, Konsumenten sogenannter weicher Drogen aus dem Strafrecht auszugliedern und sie bei Gesetzesüberschreitung mit Verwaltungsstrafen zu konfrontieren. |
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