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Die Schulpflicht ist beendet was nun? Diese Frage stellt sich für alle jungen Menschen, ob mit oder ohne Behinderung. Doch welche Wahl- und Entscheidungsmöglichkeiten gibt es für die Jugendlichen mit Behinderungen? Wie können wir den Brückenbau zwischen Schule und Arbeitswelt planen und durchführen?
Diesen und ähnlichen Fragen stellten wir uns im EU-Projekt Spagat. Spagat ist ein Kooperationsprojekt, in dem das Institut für Sozialdienste, Schule, Integration Vorarlberg, Eltern und Jugendliche zusammenarbeiten, mit dem Ziel, die Jugendlichen in die Arbeitswelt zu integrieren. Spagat wurde aus Mitteln der EU und des Landes Vorarlberg finanziert. Jugendliche, die bisher Integrationsklassen besucht hatten, mussten jetzt gemeinsam mit ihren Eltern weichenstellende Entscheidungen treffen. Um den Übergang von der Schule in die Arbeitswelt möglichst effizient zu gestalten, um wichtige Erfahrungen und Dokumentationen der LehrerInnen einzubeziehen, um genügend Vorbereitungszeit für den Eingliederungsprozess zu haben, startete das Projekt bereits im letzten Schuljahr.
Die LehrerInnen entwickelten spezielle Methoden, Hilfestellungen für die Jugendlichen und arbeiteten eng mit dem / der IntegrationsberaterIn zusammen. Ihr Engagement, ihre Bereitschaft, auch außerschulisch aktiv zu sein, ist ein wichtiger Meilenstein im Projektverlauf. Um jeden Jugendlichen wurde ein Unterstützungskreis gebildet, der aus ehrenamtlichen und professionellen Helfern und der Familie besteht. Dieser Kreis ist eine entscheidende Unterstützungsmaßnahme, bietet eine Vielfalt an Ideen und Ressourcen. Während des Schuljahres hat der Jugendliche mehrere Schnupperphasen, bei denen er vom Integrationsberater unterstützt und begleitet wird. Die Schnupperphasen werden ausgewertet und reflektiert, vieles fließt unmittelbar in den Unterricht ein. Wird eine Arbeitsstelle gefunden, so haben die Arbeitgeber und der Jugendliche nach dem Schnuppern eine dreimonatige Erprobungsphase. Der/die BeraterIn unterstützt den Jugendlichen und den Betrieb.
Bereitschaft der MentorInnen ist wichtig
Betriebe, ArbeitgeberInnen, MitarbeiterInnen und MentorInnen sind die wichtigsten Ansprechpartner in der nachschulischen Phase. Nicht nur geeignete Rahmenbedingungen, sondern vor allem die Bereitschaft von MentorInnen und die persönlichen Beziehungen sind es, die das Fundament für die berufliche Integration schaffen. Die Jugendlichen werden in den Betrieben von MentorInnen unterstützt. Der Mentor / die Mentorin hat somit eine sehr wichtige Rolle im Integrationsprozess, ist doch er / sie der/diejenige, der / die vor Ort tagtäglich mit den Jugendlichen zusammenarbeitet, Besonderheiten wahrnimmt, Veränderungen bemerkt und Ansprechpartner für den / die Jugendliche(n) ist.
Der / die IntegrationsberaterIn ist weiterhin für den Betrieb und den / die Jugendliche(n) Kontaktperson. In gemeinsamen Gesprächen werden Hemmnisse und Erfolge thematisiert, strukturelle Anpassungen und Veränderungen durchgeführt, neue Aufgaben und Herausforderungen besprochen.
Gute Erfahrung mit den Unternehmen
Insgesamt nahmen am Projekt Spagat 9 Jugendliche teil. 7 Jugendliche sind jetzt am ersten Arbeitsmarkt tätig. Ein Mädchen ist in einer Förderwerkstätte, ein Jugendlicher ist noch im letzten Schuljahr. Die Arbeitsplätze der Jugendlichen sind vielfältig in ihren Anforderungen und Branchen. Es gibt ihn nicht, den typischen Arbeitsplatz für Jugendliche mit Behinderungen. Die Arbeitgeber müssen gefunden, die Arbeitsplätze erfunden werden und damit haben wir erstaunlich gute Erfahrungen gemacht. Es gibt in Vorarlberg Arbeitgeber, die auf Grund ihrer sozialen Einstellung, persönlicher Erfahrungen oder aus Marketing-Strategien Menschen mit Behinderungen eine Chance für ein normales Arbeitsleben geben. Es werden bestehende Strukturen genutzt, Prioritäten in vorhandene Möglichkeiten gesetzt, Kosten gespart. Spagat ist eine Form der beruflichen Integration, in der eine intensive Zusammenarbeit aller Beteiligten notwendig und möglich ist. Es gibt eine Aufgabenteilung, verschiedene Zuständigkeiten und Verantwortungen. Dieser Weg braucht sowohl ein großes Engagement der Familien als auch Flexibilität der ArbeitgeberInnen. Der Weg birgt einiges an Überraschungen und Herausforderungen.
Elisabeth Tschann
IfS-Dialog, Bludenz,
Tel. 05552/34371 |
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