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Hilfe für Eltern:
Ich habe eine Vermutung ...!
Für sich selbst
Wenn der Sohn oder die Tochter mit Drogen zu tun hat, ist es vor allem wichtig, im eigenen Verhalten sicher und konsequent zu werden und - was gar nicht so einfach ist - die Überzeugung zu erlangen, nichts wesentlich besser machen zu können. Die folgenden Anregungen betreffen daher nur das Verhalten der Eltern und Angehörigen selbst:
• Überprüfen Sie Ihren eigenen Drogengebrauch! Sollten Sie feststellen, dass Ihr Umgang mit Alkohol, Nikotin, Medikamenten, Fernsehen, etc. nicht ganz unproblematisch ist, ändern Sie etwas daran.
• Überprüfen Sie Ihre Einstellung und Ihre Gefühle gegenüber dem / der Drogenabhängigen.

Ja zum Kind - Nein zur Droge
• Grenzen Sie sich gegenüber dem Drogengebrauch eindeutig ab. Widerstehen Sie der Versuchung zu einer Suchtpartnerschaft. Wenn Sie sicher sind, dass der Verzicht auf die Droge die Beziehung zu Ihrem Kind nicht ins Wanken bringt, sondern umgekehrt glauben, dass die Droge die Beziehung zerstört, dann tolerieren Sie den Drogengebrauch nicht länger. Ja zum Kind, nein zur Droge - beides muss gleichermaßen klar sein. Es kann die Situation eintreten, wo Sie nur noch die Chance haben zu sagen: „Entweder die Droge oder ich.“ Wagen Sie diese Alternative, wenn Sie konsequent bleiben wollen und können!

Kein Grund zu Schuldgefühlen
• Sie haben keinerlei Grund zu Schuldgefühlen. Welche Fehler, welche Versäumnisse Sie selbst auch verschuldet haben mögen - es gibt keine Partnerschaft, keine Elternschaft ohne irgendwelche Fehler und Versäumnisse - Ihr Kind hat sich allein für die Droge entschieden, und es kann sich nur allein dagegen entscheiden.
• Suchen Sie sich Hilfe! Und zwar Hilfe für sich selbst, für Ihre eigene Verhaltenssicherheit und Gefühlsstabilität - nicht Hilfe zur Veränderung Ihres Kindes. Sie finden solche Hilfe in Beratungsstellen, Eltern- und Angehörigengruppen.
• Helfen Sie nicht mit, die Drogenabhängigkeit zu finanzieren. Unterstützen Sie Ihr Kind auch bei Schuldentilgung erst dann, wenn die Drogenbindung überwunden ist!
• Vertuschen Sie nichts, sondern gehen Sie die Probleme offen an!
• Lassen Sie sich nicht in die Rolle des spionierenden „Polizisten“ drängen, aber stellen Sie Ihre Rahmenbedingungen. Tragen Sie Ihren Teil dazu bei, dass das Leben zu Hause schön sein kann, aber dulden Sie keine Drogen in Ihrem Lebensbereich.
• Aber vor allem: Tun Sie etwas für sich selbst!

Wege aus der Sucht
Drogen - eine Sackgasse. Was so scheinbar harmlos mit dem Probieren begann, wird zum einzigen, alles beherrschenden Lebensinhalt: die tägliche Jagd nach dem Stoff. Alles andere - Freunde, Familie, Interessen - zählt nicht mehr. Die erste Euphorie über das freie Leben auf der Szene ist längst der Ernüchterung gewichen. Hier ist das Leben härter als anderswo.

„Motivation“ ist das Zauberwort im Umgang mit Süchtigen. Es scheint alles zu erklären, was sonst schwer verständlich ist. All die Widerborstigkeiten, Zähigkeiten, Trägheiten, mit denen sich Abhängige so oft wohlgemeinten Hilfsangeboten entziehen, lassen sich mit diesem Wort auflösen: „Er / Sie ist eben nicht genug motiviert.“ Aber was heißt das eigentlich genau? Damit ein Abhängiger überhaupt die Motivation entwickeln kann, seine Sucht aufgeben zu wollen, müssen einige Voraussetzungen gegeben sein.
Selbstwahrnehmung. Der Abhängige muss sich selbst als süchtig wahrnehmen können.

Selbstvertrauen und Eigenverantwortung
Der / Die Abhängige muss sich die Leistung selbst zutrauen können. „Den Entzug, nein das packe ich nicht.“ - „Ich schaffs einfach nicht, zur Beratung zu gehen, immer kommt was dazwischen.“ - „Ich bin einfach zu labil.“ - „Ich bin eben süchtig, da gibt es keinen Ausweg.“ - „Jetzt habe ich es schon fünfmal probiert, das Fixen (oder das Rauchen) aufzugeben. Ich bin eben Fixer (Raucher) und stehe dazu.“ Einstellungen wie diese stehen der Motivation zum Ausstieg aus der Sucht oft entgegen.

Ein Ziel vor Augen
• Ein Mensch entwickelt die Motivation zu einer Handlung nur dann, wenn er weiß, wozu. Er braucht also ein Ziel. Das kann ein materieller Gewinn, ein sozialer Gewinn oder ein Gewinn durch die Verwirklichung eigener Vorstellungen sein.

Wer hilft weiter?
Wichtige Anlaufstellen für Drogenabhängige, -gefährdete und ihre Angehörigen sind Jugend- und Drogenberatungsstellen. Die Beratungen sind stets kostenlos und vertraulich, auf Wunsch auch anonym. Die MitarbeiterInnen unterliegen der Schweigepflicht.

* „Für den / die Drogenabhängige(n) ist Motivation das wichtigste, wenn er / sie aus der Sucht heraus will. Und ein Ziel muss er / sie vor Augen haben, auf das er / sie hinarbeiten kann, für das sich das Aufhören lohnt. Ein Ziel ist es zum Beispiel, endlich so zu leben, wie man es sich eigentlich vorstellt, mit einer Ausbildung und einem Job. Das zu erreichen, kann sehr lange dauern.“

Aus „Leben ohne Drogen“ Broschüre der AOK Nr. 22
* Natürlich stehen Ihnen persönlich auch die IfS-Beratungsstellen in allen Städten des Landes und in Andelsbuch zur Verfügung.
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