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Jugendliche rauchen und trinken zu viel
Laut einem aktuellen Bericht der Europäischen Kommission ist der gesundheitliche Zustand der meisten jungen Menschen (im Alter von 15 bis 24 Jahren) in der EU zufriedenstellend und die Entwicklungstendenzen von Mitte der 80er bis Mitte der 90er Jahre deuten darauf hin, dass sich die Situation in Zukunft noch weiter verbessern wird. Allerdings ist eine Zunahme von chronischen Erkrankungen wie Asthma, Allergien, Diabetes und Adipositas (Übergewicht) zu verzeichnen.

Als Besorgnis erregend stuft die Kommission den Anstieg des Alkoholmissbrauchs durch Jugendliche ein. Darüber hinaus ist ein beträchtlicher Anteil der Jugendlichen von Armut und schlechten sozialen Lebensumständen betroffen. Jeder zehnte Jugendliche weist Symptome einer Depression auf. In Bezug auf die gesundheitsrelevante Lebensführung ergibt sich folgendes Bild:
• Erste Versuche mit dem Rauchen werden oft schon in der Kindheit unternommen: Je nach Mitgliedstaat haben zwischen 50 bis 80 Prozent der Teenager im Alter von 15 Jahren schon einmal geraucht. Ein Fünftel greift in diesem Alter bereits regelmäßig zur Zigarette. Unter den Jugendlichen zwischen 18 und 20 Jahren nimmt der Anteil der Raucher zu und bleibt bis ins mittlere Lebensalter konstant.
• In allen Mitgliedstaaten ist bei jungen Menschen der übermäßige Genuss von Alkohol verbreitet.
• Versuche mit sogenannten harten und weichen Drogen sind in der frühen Jugend häufig, aber nur eine geringe Zahl der Jugendlichen entwickelt schließlich ein Suchtverhalten. Drogenmissbrauch und -abhängigkeit hängen oft mit psychischen Erkrankungen wie Depressionen zusammen. Mitte der 90er Jahre probierten zwischen vier (Portugal) und 41 Prozent (Großbritannien) der 15- bis 16-jährigen in der EU Cannabis, zwischen 1 (Luxemburg und Schweden) und 13 Prozent (Großbritannien) nahmen Amphetamine und zwischen 0 (Österreich und Portugal) und 9 Prozent (Irland) experimentierten mit Ecstasy.
• Essstörungen haben ebenfalls in den letzten Jahren zugenommen. Bei etwa 20 Prozent der Jugendlichen, die in ihrer Jugend darunter leiden, werden die Essstörungen chronisch. Die Sterblichkeit infolge dieser Erkrankung liegt bei 6 Prozent.
• Ferner registrierte die Kommission Anzeichen dafür, dass viele junge Menschen sich nicht ausreichend bewegen, um ihre Gesundheit zu erhalten. Sport und körperliche Bewegung gehen schon vor dem 15. Lebensjahr mit zunehmendem Alter zurück. Bei den 15-jährigen, sportlich aktiven Männern traten infolge von Sportunfällen bei 41 Prozent schwerwiegende Verletzungen auf, bei Mädchen waren es 35 Prozent.

Die häufigste Todesursache bei jungen Menschen sind Straßenverkehrsunfälle, an zweiter Stelle stehen Selbstzerstörungen. In beiden Fällen liegt die Zahl der Todesfälle bei Jungen und Männern höher als bei Frauen und Mädchen: etwa 10.000 junge Männer und etwa 2.000 junge Frauen kommen jedes Jahr bei Verkehrsunfällen zu Tode. Jeder zehnte vorzeitige Todesfall geht auf Freitod zurück.
(Aus “Neues aus Brüssel”)
Schulungs-CD für JugendarbeiterInnen im Bereich Sucht u.a.

Dr. Hubert Löffler, Geschäftsführer der IfS-Familienarbeit, arbeitet schon über ein Jahr an einem EU-Projekt im Auftrag des Landes (Jugendwohlfahrt) mit, das von der SUPRO (Stiftung Maria Ebene) unter der Leitung von Martin Hefel durchgeführt wird. Die Internationale Arbeitsgruppe erstellt ein Schulungsprogramm für MitarbeiterInnen der verbandlichen und offenen Jugendarbeit zur Früherkennung von Gefährdungen. Das Programm, das sich des modernen Mediums einer CD-ROM bedient, ist modulhaft aufgebaut und soll für Prävention im Bereich von Sucht, Schulden, Suizid, Gewalt, Sexualität und Integration ausgebaut werden. In einem ersten Schritt werden das Modul „Sucht“ und „Schulden“ erarbeitet. Über einen spielerischen Einstieg (Adventure-Game) sollen schwerpunktmäßig die JugendarbeiterInnen im Alter von 17 bis 25 Jahren erreicht werden. Die CD-ROM gekoppelt mit Internet-Dateien soll wichtige und aktuelle Daten zu den Bereichen Sucht und Schulden, zum Früherkennen von Risiko- und Problemverhalten, zum gezielten Verankern solcher Prävention in der Jugendeinrichtung, zu den gesetzlichen Bestimmungen und zum Helfernetz enthalten.

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