informationen


Ehrenamtliche Jugendhilfe:


Koordiniert von der IfS-Familienarbeit

Das im Festvortrag zum 40-jährigen IfS-Jubiläum dargestellte Zukunftsszenario von Dr. Warnfried Dettling wird in der Vorarlberger Jugendwohlfahrt schon länger sehr ernst genommen: Der Einsatz von ehrenamtlichen HelferInnen wird zunehmend professionell gestaltet. Für die Familiendienste sind landesweit über 50 Freiwillige im Einsatz, die einen Teil ihrer Freizeit benachteiligten Kindern widmen und für sie zu einer verlässlichen Ressource werden. Diese Organisation, die bei der IfS-Familienarbeit angesiedelt ist, finanziert zur Gänze der Förderkreis „Netz für Kinder“.

Inzwischen hat man aber auch begonnen, für die anderen Einrichtungen der Jugendwohlfahrt bürgerliches Engagement zu koordinieren und zu fördern. Das Ambulant betreute Wohnen und das JIP von der IfS-Sozialpädagogik, Phönix – Werkstatt für Soziales und Caritas – Wohngemeinschaft Mutter-Kind sind vier Einrichtungen, die seit geraumer Zeit Ehrenamtliche einsetzen. Der Ambulante Familiendienst des Kinderdorfes arbeitet seit einigen Jahren erfolgreich mit SchülerInnen eines Gymnasiums. Diese Idee hat nun auch die IfS-Familienarbeit aufgegriffen und sie hat sowohl in Feldkirch als auch in Bludenz 18 SchülerInnen für die regelmäßige Lernhilfe geworben. So sind in diesen 6 Jugendwohlfahrtseinrichtungen neben dem „Netz für Kinder“ noch weitere 70 Ehrenamtliche laufend im Einsatz.
„Ich hätte gern, dass die &Mac226;Freiwillige Jugendhilfe’ zu so einem gängigen Begriff wie die &Mac226;Freiwillige Feuerwehr’ wird!“ meint Hubert Löffler. In der IfS-Familienarbeit ist nun auch die neue Koordinationsstelle für die Freiwillige Jugendhilfe angesiedelt. Die Stelle ist mit Ruthilde Thaler-Feuerstein besetzt. Diese hat die Aufgabe, die einzelnen Projekte zu unterstützen, Weiterbildungen für die Ehrenamtlichen zu organisieren, Öffentlichkeitsarbeit zu machen und die fachlichen Standards der Freiwilligenarbeit zu fördern.

Durch dieses zukunftsweisende Projekt werden die gesellschaftlichen Ressourcen aktiviert, die der Gemeinschaft innewohnenden Kräfte gestärkt – ein Bezug zum Thema des Heftes.



Finnische Delegation beim Institut für Sozialdienste, rechts: Dr. Michael Himmer vom IfS.


Besuch aus Finnland im IfS-Dialog

Die berufliche Rehabilitation in Finnland ist im Umbruch. Besonders die systemische Arbeit in den Unterstützungskreisen des IfS-Spagat stoßen auf großes Interesse in Finnland. Kürzlich besuchte eine Fachdelegation aus Finnland Vorarlberg. Neben einem Treffen mit Hermann Böckle und Herbert Sparr vom Amt der Landesregierung und einer Übersicht zur Arbeit des Institut für Sozialdienste haben die finnischen KollegInnen Arbeitsplätze des IfS- Spagat kennen gelernt. Für den im Mai 2003 in Helsinki stattfindenden Kongress zum Thema „supported employment“ ist die Leiterin des IfS-Dialog Elisabeth Tschann als Referentin eingeladen worden. Im IfS-Dialog geht es vor allem darum, Menschen mit einer Behinderung beruflich zu integrieren und mit ihnen und deren Eltern eine persönliche Zukunftsplanung zu entwickeln.

IfS-Geschäftsführer Dr. Allgäuer:

Integration beginnt im Kopf

Zur Integrationsstudie der Landesregierung stellt der Geschäftsführer des Institut
für Sozialdienste, Dr. Stefan Allgäuer fest, dass die Integration von Ausländern in
unserer Gesellschaft nicht bei der Politik oder öffentlichen Hand beginnt, sondern
im Kopf jedes einzelnen Menschen.

Natürlich müssen laut Meinung von Allgäuer entsprechende Rahmenbedingungen von öffentlicher Hand geschaffen werden. Gerade auf Gemeindeebene könnte am ehesten das Nebeneinander zu einem Miteinander werden.

Allgäuer wörtlich: „Viele kleine Mosaiksteine geben ein ganzes Bild, so könnte es bei der Integration auch sein.“ Man beachte bei der Frage der Integration vielzu wenig, dass die Inländer durch eine menschliche Aufnahme und ein innerliches Akzeptieren ebenfalls viel profitieren könnten, betont Allgäuer. Die erhobenen Zahlen stimmen nachdenklich und fordern zu verstärktem Handeln auf. Anlässlich einer Veranstaltung des IfS schlug zum Beispiel der Wolfurter Bürgermeister Erwin Mohr vor, auf kommunaler Ebene eine Art Patenschaften zwischen inländischen und ausländischen Familien aufzubauen. Solche oder ähnliche Modelle wären nach Meinung des IfS Maßnahmen, die zum Erfolg führen könnten.

Allgäuer abschließend: „Wer nicht den Ausländer, die Nationalität oder Hautfarbe, sondern den Mensch sieht, kann nicht gegen eine Integration sein. Gerade die Geschichte Vorarlbergs hat gezeigt, dass eine gewisse Durchmischung der Bevölkerung zu einer positiven Entwicklung beiträgt.“

Dr. Stefan Allgäuer
IfS-Geschäftsführer
allgaeuer.stefan@ifs.at

zurück zum Inhaltsverzeichnis weiter