Soziale Entwicklung muß qualitativ sein

Von Dr. Stefan Allgäuer ,

Geschäftsführer des Institut für Sozialdienste

Das Jahr 1996 ist vorbei - üblicherweise ein Anlaß, zurück- und nach vorne zu schauen. Die Entwicklungen im Institut für Sozialdienste, aber darüberhinaus in der ganzen Soziallandschaft in Vorarlberg sind - trotz und wegen sich verändernden Rahmenbedingungen - vielfältig, innovativ und teilweise gravierend.

Im Überblick könnte man die Entwicklung der sozialen Landschaft in Vorarlberg pauschal so beschreiben:

Dieser Umbau, die Anpassungen an aktuelle Anforderungen und die qualitativen Weiterentwicklungen in der Arbeit - ohne quantitativen Ausbau und Ausweitungen der Budgets - stellen uns heute im Institut für Sozialdienste vor vielfältige, spezielle Herausforderungen und Aufgaben: Wie können wir bei nach wie vor steigender Klientenanzahl sicherstellen, daß jene unsere Hilfe bekommen, die sie am dringendsten brauchen? Wie müssen wir unsere Angebote angesichts akuter Probleme und deren Auswirkungen (insbesondere der Arbeitslosigkeit) anpassen?

Wie können wir im stationären Bereich, z.B. Jugendliche in Krisen, noch intensiver betreuen als bisher - daneben aber differenziertere und weniger intensiv betreute Angebote umsetzen? Wie können wir unsere Aufgabengebiete im Sinne eines effektiven Einsatzes von Mitteln mit den Angeboten anderer Einrichtungen noch besser koordinieren und die Zuständigkeiten bzw. die Schnittstellen verbindlich vereinbaren und kommunizieren?

Wie können wir über die bestehenden Strukturen in den Gemeinden, Arztpraxen, sozialen Initiativen im Nahraum usw. unsere professionellen Angebote noch besser zugänglich und nutzbar machen?

Diese qualitativen Entwicklungen sind in allen Aufgabenbereichen des IfS voll im Gang. Teilweise wurden und werden diese Entwicklungen schon deutlich sichtbar durch Veränderungen in unseren Angeboten. Sie können dazu einiges in der vorliegenden IfS-Info lesen. Auch für die nächsten Jahre rechne ich mit dieser Herausforderung an eine primär qualitative Weiterentwicklung - im IfS und in vielen anderen Lebensbereichen. Daß es uns dabei immer wieder gelingt, (wie beim Feuer) "die Glut zu bewahren und die Asche wegzugeben", das wünsche ich uns und allen Leserinnen und Lesern für das Jahr 1997.

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