| Bericht über ein Pilot-Projekt
Familienwoche auf der Tschengla
In dem neuen Projekt sollte Familien von Kindern, die vom Jugendamt zugewiesen wurden, die Möglichkeit geboten werden, sich in einer neuen Umgebung zu erholen und sich gleichzeitig den Angeboten der Familienarbeit zu nähern.
Dieses zielte sehr auf das persönliche Gespräch ab, das sich speziell beim Wandern und den anderen Freizeitaktivitäten voll entfalten konnte. Die Gruppe selbst ist durch diese Woche zusammengewachsen. Beziehungen konnten entstehen und der Austausch untereinander stattfinden. Vor allem die Frauen machten die Erfahrung, dass sie mit ihren Problemen und Sorgen nicht alleine dastehen. Auch bei anderen Menschen verläuft offenbar das Leben nicht so geradlinig und komplikationslos, wie wir es alle gerne in unseren Vorstellungen hätten. Wie nehme ich Abschied von meinen alten Bildern? Bei einem Frauenfrühstück konnten sich die Frauen neue Impulse holen und gleichzeitig miterleben, wie andere Mütter mit ähnlichen Situationen umgehen.

Das Betreuerteam organisierte mit großer Flexibilität verschiedene Programme. In Abhängigkeit von den Wetterlaunen, von der körperlichen Mobilität der Kinder und der Erwachsenen sowie der allgemeinen Grundstimmung. Es war wichtig, auf jede Einzelne einzugehen, aber auch die Gruppe nicht aus den Augen zu verlieren. Bei Stein- und Wurzelwettbewerben wurde die Kreativität von einer gemischten Jury bewertet. Beim Klettern standen Geschicklichkeit und Vertrauen im Vordergrund. Kann ich mich fallen lassen? Fühle ich mich sicher genug? Wo sind meine Grenzen und will ich sie überschreiten?
Kleine und größere Entwicklungsschritte sind dadurch ermöglicht worden. Begeistert kneteten die Kinder den Teig für ein Steckenbrot und grillten es über dem Feuer. Ein Teil der Gruppe bestieg die Mondspitze bei wunderschönem Wetter. Ein anderes Mal musste die Tour auf die Schesaplana auf der Totalp-Hütte abgebrochen werden. Wie im übrigen Leben erfordert es oftmals Mut und Entschlossenheit, umzudrehen und eine neue Richtung einzuschlagen. Immer wieder durften wir auf diese Weise die Natur heilsam erleben. Wie gestalte ich trotz strömenden Regens einen Grillabend? Jede und jeder Einzelne hatte die Möglichkeit, sich selbst zu entdecken, aber auch offen für andere Menschen zu werden. Durch diese Freiwilligkeit und durch das gegenseitige Vertrauen wurde ein aufeinander Zu- und Eingehen möglich und die Familienwoche zu einer Bereicherung für alle Beteiligten.
Es scheint ein großes Potential in dieser Form der Unterstützung und des sozialen Lernens für Eltern und Kinder zu liegen. Die Möglichkeiten, die Freizeitgestaltung so zu lenken, dass daraus neue Erfahrungen bewusst erlebt und reflektiert werden, sind enorm. Und sie werden im Kontext einer Ferienwoche gerne aufgenommen.
Das BetreuerInnen-Team: Jimmy Gut, Annette Heinzle, Christine Schneider (Praktikantin), Thomas Spiegel (Ehrenamtlicher beim Netz für Kinder)
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Wussten Sie, dass...
das Jugendinformations-
zentrum aha Tipps und Infos für Junge Leute vom Institut für Sozialdienste gemeinsam mit dem Land Vorarlberg und der Stadt Dornbirn vor 11 Jahren gegründet wurde?
Diese Institution, die allen jungen Leuten als Anlaufstelle für Informationen jeglicher Art zur Verfügung steht, gibt es seit April 1992 in Dornbirn und seit Jänner 2000 auch in Bregenz. Das aha-Tipps und Infos für Junge Leute kann und will den jungen Menschen nur Hilfe zur Selbsthilfe bieten: BesucherInnen werden auf thematisch geordnete Bereiche hingewiesen und können sich dann selbst die detaillierten Informationen heraussuchen. Rund 400 Ordner und über 150 Broschüren und Bücher stehen den Jugendlichen für ihre Informationssuche zur Verfügung. Das Themenspektrum reicht von Schule, Weiterbildung, Berufsbild, Arbeit und Leben, über Kommunikation, Beziehung/Familie, Gesundheit, Rechte sowie Freizeit, Sport und Ausland bis hin zu Jugendaustauschprogrammen und Kultur. Im Vorstand ist für das Institut für Sozialdienste Helmut Köpf, Leiter der IfS-Sozialpädagogik, vertreten.

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Helmut Köpf
Vertreter der IfS
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