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1 Jahr Bubengruppe in de IfS-Familienarbeit
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Ohne Mayo kein Leben
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... ohne Ketchup völlig daneben, nur der feine Herr aus Genf, spritzt auf seine Würstchen Senf. So lautet der Text eines im abgelaufenen Gruppenjahr entstandenen Liedes, das musikalisch angesiedelt zwischen Volksmusik und Rap, je nach Befindlichkeit der Sänger natürlich ziemlicher Blödsinn ist. Aber trotzdem Spaß macht. Und auch ein wenig vom Lebensgefühl unserer Buben wiedergibt.2002 fiel innerhalb der IfS-Familienarbeit die Entscheidung, die bis dahin gemischtgeschlechtlich geführte sozialpädagogische Jugendgruppe geschlechtsspezifisch zu trennen und somit eine reine Buben- bzw. Mädchengruppe zu installieren. Als Zielgruppe für die Bubengruppe definierten wir männliche Jugendliche im Alter von 10 14 Jahren, die sich in einem schwierigen, oft anregungsarmen familiären Milieu befinden, wenig männliche Identifikationsmöglichkeiten (fehlende bzw. problematische Beziehungen zu Stief-/Vätern) haben und kaum Zugang zu geeigneten Freizeitmöglichkeiten in ihrem Lebensraum vorfinden. Sie sollten in diesem Jahr verschiedene z.T. jungenspezifische und ungewohnte Freizeitangebote kennen lernen, mehr soziale Kompetenz und Wertschätzung erlangen sowie ein positiveres Männerbild gewinnen. Zudem sollten die häufig recht schwierigen familiären Systeme zumindest kurzfristig entlastet werden.
Keine Ahnung, was wir in diesem Jahr alles (nicht) erreicht haben. Auf was wir aber großen Wert gelegt haben, war die Beziehung zu den Buben, das im Kontakt-Sein und die Auseinandersetzung mit ihnen. Grenzen zu setzen und um Regeln zu raufen. Der Versuch, ihren Bildern unsere entgegenzustellen, uns als Männer erfahrbar und angreifbar zu machen und dadurch ihr Männerbild zu erweitern. Zugang zu ihrer Gefühlswelt zu finden und ein wenig an der harten Schale zu kratzen. Dies alles war auch für uns ein Stück Neuland, Ungewissheit und damit wohl auch Angst. Vieles ist erstaunlicherweise auf Anhieb gut gelaufen, vieles lernten wir von und über unsere Jugendlichen und so manches ging halt einfach in die Hose. Aber Inkontinenz ist ja bekanntlich kein reines Männerproblem und so stecken wir bereits wieder voller Zuversicht in den Vorbereitungen für die Bubengruppe 2003/ 04. Stefan Fend, IfS-Familienarbeit Bludenz. |
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