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Umfrage
Jugendliche auf der Suche nach Wertorientierung
Eine vom Institut für Sozialdienste in Auftrag gegebene landesweite Umfrage brachte interessante Zahlen zum Vorschein. 31 Prozent der Jugendlichen sowie 27 Prozent der Erwachsenen glauben, dass „die heutige Jugend schlechter ist“ als vor 20 Jahren.

Als größte Problemfelder werden das „zu große Konsumangebot“ und Drogen genannt. „Die Jugend ist auf der Suche nach Wertorientierung“, meint der Leiter der IfS-Jugendberatungsstelle Mühletor, Arno Dalpra.

Die allgemeine Einschätzung der „heutigen Jugend“ ist klar negativ: Nur 2,7 Prozent der Erwachsenen glauben, dass sie besser ist, 27 Prozent halten sie für schlechter als vor 20 Jahren. Die Betroffenen selbst sehen das ähnlich: Nur 11,7 Prozent halten die „Jugend von heute“ für besser, 30,9 Prozent finden sie „schlechter“. „Ein alarmierendes Ergebnis“ nennt das der Psychotherapeut Arno Dalpra. Der „hohe Level an Unzufriedenheit“ sei ein Alarmzeichen. Dalpra leitet daraus einen „Auftrag an die Politik“ ab, die Rahmenbedingungen für die Mitbestimmung von Jugendlichen zu hinterfragen, um ihnen neue Gestaltungsräume zu eröffnen.

Drogen
Als größtes Problem sehen die Jugendlichen laut Umfrage mit großem Abstand die „vielen Drogenangebote“. 84 Prozent der befragten 12- bis 19-jährigen zählen Drogen zu ihren größten Problemen, bei den Erwachsenen sind es sogar 94,6 Prozent. „Ich glaube nicht, dass heute mehr Drogen am Markt sind als früher, aber mehr Anbieter“, meint Diplom-Sozialarbeiter Arno Dalpra. Die Jugendlichen müssten aber lernen, mit der ständigen Verfügbarkeit von Suchtmitteln zu leben. Dalpra: „Wir müssen sie stark machen, nein zu sagen.“ Der richtige Weg dafür sei Prävention.

Werte gefragt
Die übrigen Ergebnisse der Umfrage weisen alle in dieselbe Richtung: „Die Jugend sucht nach Werten“, fasst der Leiter der IfS-Jugendberatung zusammen. Als größte Probleme jenseits der Drogen nennen die Jugendlichen das „zu große Konsumangebot“, empfinden sich als „zu verwöhnt“ und „überfordert“. Immerhin vier von zehn Jugendlichen haben das Gefühl „zu wenig kontrolliert“ zu werden. Die Erwachsenen halten das „zu große Konsumangebot“ für das größte Problem der Jugend. Nach der Drogenproblematik folgen „zuwenig Kontrolle“, „zuviel Geld“ und „zu verwöhnt“. Auf die Frage, was für die Jugend besonders wichtig ist, nennen die 12- bis 19-jährigen Freizeit und Musik, nur knapp dahinter folgen aber bereits Familie, Ausbildung und Partnerschaft. In der Außensicht der Erwachsenen liegen soziale Sicherheit und Familie voran, dahinter folgen Ausbildung, Freizeit und Fortschritt.

Auf Jugend zugehen
„Wir müssen es schaffen, den Jugendlichen auch in der Konsumgesellschaft Werte zu vermitteln“, meint Arno Dalpra. Die „Streetworker“ suchen den Kontakt mit den Jugendlichen, beispielsweise in öffentlichen Räumen oder Lokalen. Der Versuch, eine freundschaftliche Beziehung aufzubauen und gleichzeitig als „Profi“ akzeptiert zu werden, sei eine „Gratwanderung“, schildert Sigrid Fehr. „Es geht uns darum, bei Themen wie Drogen oder Gewalt Werte zu vermitteln, ohne zu belehren. Wir müssen Dinge zulassen und doch gleichzeitig Grenzen setzen“, schildert Fehr. Die Erfahrungen sind bisher überaus positiv, so die IfS-Streetworkerin: „Die Jugendlichen nehmen unser wichtiges und neues Angebot gerne an.“


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