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Europa und Jugend?!
Im erweiterten Europa, das sind die 15 „alten“ und die 10 neuen Mitgliedsstaaten plus Rumänien und Bulgarien, rechnet man mit 75 Millionen Menschen zwischen 15 und 25 Jahren. Das sind gemäß einem Beschluss des Europäischen Parlaments und des Europäischen Rates die „Jugendlichen Europas“.

Auf der Startseite der EU-Kommission sucht man das Wort „Jugend“ vergeblich (http://europa.eu.int/comm/dgs_de.htm). Erst bei der Generaldirektion „Bildung und Kultur“ steht der Begriff „Jugend“. Das Europa der Jugend ist dann aber nur noch Englisch, das fällt als Erstes auf, und für nähere Informationen sind nationale Agenturen zuständig, das fällt als Zweites auf. Ist das gut oder schlecht? Es ist natürlich gut, weil das Europa der Jugend zu Hause beginnt: kurze Wege zum Beispiel über das aha – Tipps und Infos für junge Leute in Dornbirn und Bregenz, direkte AnsprechpartnerInnen in den nationalen Agenturen und Präsenz vor Ort. Es kann aber auch schlecht sein, weil das Europa der Jugend eben einsprachig ist, bürokratisch und farblos. Jugendpolitik liegt in der Zuständigkeit der Mitgliedsstaaten. Es ist kein Geheimnis, dass Jugendpolitik vor Ort stattfindet, lokal sichtbar oder eben nicht sichtbar. Trotzdem gibt es eine europäische Jugendpolitik mit der ersten Priorität, nämlich das europäische Bewusstsein zu verstärken (siehe Studie zur Lage der Jugend und zur Jugendpolitik in Europa, 2001). Was auch immer das heißen mag. In einem europaweiten Diskussionsprozess hat die EU-Kommission am 21.11.2001 das „Weißbuch für die Jugend Europas“ veröffentlicht. Das Weißbuch bildet den Rahmen für die europäische Jugendpolitik (KOM - 2001 - 681).

Für viele politische Bereiche, die Jugendliche direkt oder indirekt betreffen, gibt es trotzdem eine europäische Zuständigkeit: Diskriminierung, Unionsbürgerschaft, Beschäftigung, allgemeine und berufliche Bildung, Gesundheit, Verbraucherschutz, Mobilität etc. Das große EU-Förderprogramm „Jugend“ soll außerdem zum Verständnis für andere Kulturen beitragen, soll Eigeninitiative und Kreativität fördern, soll die Zusammenarbeit in der Jugendarbeit stärken: Jugend für Europa, der Europäische Freiwilligendienst oder Austauschprojekte sind Beispiele für geförderte Initiativen.

Das IfS hat für Jugendliche schon einige Projekte erfolgreich organisiert: das Hauptschulprojekt der IfS-Jugendberatungsstelle Mühletor, der „IfS-Spagat“ für jugendliche SchulabgängerInnen mit Behinderung oder mehrere Austauschprojekte.


Noch ein Tipp mit guten Infos (auch für Jugendliche selbst): http://www.youthforum.org/en

Dr. Michael Himmer
eu-pik@ifs.at

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