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Das Kurzgespräch mit Regine Adlassingg –
Beraterin beim AMS Feldkirch
Regine Adlassnigg,
Mitarbeiterin beim Service für Arbeitsuchende des
AMS Feldkirch,
wohnhaft in Rankweil

Nähere Informationen
zum AMS: www.ams.or.at
Frau Adlassnigg, Sie sind Beraterin mit dem Schwerpunkt „Jugendliche“ beim Arbeitsmarktservice in Feldkirch (AMS). Können Sie unseren Leserinnen und Lesern kurz erklären, was Ihre Haupttätigkeit ist?
Frau Adlassnigg: Ich berate und vermittle arbeitslose und arbeitssuchende Personen; bei Bedarf veranlasse ich Kurse, Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen; bei benachteiligten Personen (physische, psychische und geistige Einschränkungen) stelle ich den Kontakt zu zuständigen, externen Stellen her. In besonderen Fällen erleichtere ich die Arbeitsaufnahme durch Gewährung einer Förderung an den Dienstgeber.

Wie setzt sich das Hauptklientel bei Ihnen zusammen (Alter,Berufe etc.)?
In der Beratungszone wird die Zuständigkeit nach Geburtsmonaten der Kunden/innen aufgeteilt, wobei jede/r Berater/in 2 Monate betreut. Somit hat jede/r Betreuer/in das „volle Programm“: Wir betreuen Jugendliche bis Personen kurz vor der Pensionierung, Kunden mit gesundheitlichen und sozialen Einschränkungen, REHA-Fälle, WiedereinsteigerInnen, Lehrstellensuchende, kurzum alle Personen, die sich beim Arbeitsmarktservice arbeitslos oder arbeitssuchend melden.

Wenn Sie so an die Entwicklung des Arbeitsmarktes denken, wie sehen Sie die Zukunft?
Ich bin nicht in der Wirtschaftsforschung tätig, zumal sich diese zu dieser Frage oft genug geirrt hat; wir müssen mit der gegebenen wirtschaftlichen und arbeitsmarktpolitischen Situation umgehen. Meines Erachtens nach verlangt die Arbeitsmarktsituation zunehmend mehr Mobilität und Flexibilität. Die Zahl der Arbeitsplätze für ungelernte Arbeitskräfte ist rückläufig, während gerade dieses Klientel eher zunimmt. Durch die Technologie gehen viele Arbeitsplätze verloren; auch die Auslagerung von hauptsächlich arbeitsintensiven Betrieben stellt uns vor zusätzliche Probleme. Ohne politische Steuerung wird sich diese negative Situation nicht lösen lassen.

Immer wieder hört man den Vorwurf, dass viele Menschen, die arbeitslos sind, gar nicht arbeiten wollen. Was sagen Sie zu diesen Aussagen?
Die Zahl jener Personen, die tatsächlich nicht arbeiten wollen (Sozialschmarotzer) ist verschwindend klein im Gegensatz zu denen, die eine Arbeit, verbunden mit dem Einkommen, bitter nötig haben; vereinzelt gibt es aber sicherlich Personen, die sich mit ihrer Situation arrangiert haben.

Können Sie Angehörigen von Arbeitslosen einige Tipps geben, wie sie mit dieser Problematik am besten fertig werden?
Wichtig ist sicherlich, dass die Angehörigen das arbeitslose Familienmitglied bei der Arbeitssuche tatkräftig unterstützen und es immer wieder motivieren. Auf keinen Fall sollte die Arbeitslosigkeit zum Vorwurf gemacht werden.

Gibt es nach Ihrer Einschätzung Unterschiede zwischen Jugendlichen, die arbeitslos sind und arbeitslosen Erwachsenen? Wenn ja, welche?
Der Druck für/auf erwachsene Arbeitslose ist sicherlich sehr viel größer als für Jugendliche, die noch im Familienverband leben. Dies hängt mit der Verantwortung gegenüber der Familie, Rückzahlungen etc. zusammen. Jugendliche stehen dem eher unbekümmert gegenüber. Teilweise sind auch die Vorstellungen der Jugendlichen über ihren zukünftigen Arbeitsplatz unrealistisch, was Lohn und Tätigkeit betrifft.

Danke für das Kurzgespräch!


Mehr arbeitslose ÖsterreicherInnen


Die Arbeitslosenrate war in Österreich im Februar 2004 höher als ein Jahr zuvor. Mit 302.319 beim AMS vorgemerkten Personen gab es um 2,5 Prozent mehr Arbeitslose als im Februar 2003. Dieser Trend ist europaweit ähnlich.

Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten stieg im Vergleich dazu um 0,15 Prozent auf 3.119.900 Menschen.

Eurostat weist für Österreich im Februar 2004 eine Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent aus, nach 4,3 Prozent im Vorjahreszeitraum und 4,5 Prozent im Vormonat.

Zum Vormonat Jänner ging die Zahl der Arbeitslosen um 10.129 bzw. 3,2 Prozent zurück. Der Rückgang im Monatsvergleich fiel bei den Männern (–3,7 Prozent) stärker aus als bei den Frauen (–2,3 Prozent).

Nicht enthalten sind in den Arbeitslosenzahlen jene 41.932 Personen – um 7,3 Prozent weniger als im Februar des Vorjahres – die sich derzeit in Schulungsmaßnahmen des Arbeitsmarktservice (AMS) befinden. Zählt man diese dazu, waren im Februar 344.251 Menschen ohne Job.


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