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Baby`s Erzählungen
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Die 17 jährige Julia (Name von der Redaktion geändert) wird seit Juni 04 durch das Ambulant betreute Wohnen betreut. Sie kam aus einer äußerst belastenden sozialen Lebenssituation ins AbW. Die Jugendliche ist zudem schwanger und erwartet ihr Baby.Für mich als Primärbetreuerin ist es eine wahre Freude, zu sehen, wie Julia in ihrer Rolle als Mutter erwachsen geworden ist. Sie übernimmt Verantwortung für sich und ihr ungeborenes Baby, sie ist in der Lage, trotz der Schwierigkeiten, die der Alltag so mit sich bringt, ihr Leben selbstständig zu organisieren und ihre Vergangenheit, die von vielen Hochs und Tiefs gezeichnet ist, zu reflektieren und ihr Leben neu zu ordnen. Da die Jugendliche jeden Tag aufs Neue Pionierarbeit für sich und ihr Baby leistet, haben wir sie gebeten, den folgenden Bericht aus der Sicht ihres Babys zu schreiben. - Hilbe Andrea, Ambulant betreutes Wohnen - Hallo! Ich würde mich ja gerne vorstellen, aber wie ich heiße, weiß noch keiner so genau, und mein Geschlecht ist auch noch unbekannt, da meine Eltern sich überraschen lassen wollen! Ja genau, ich bin ein Baby, das noch nicht einmal wirklich unter euch weilt. Der Entschluss mich zu behalten war für meine Mama von Anfang an ganz klar und bis heute hat sie diesen Entschluss auch kein einziges Mal bereut. Im Gegenteil, sie sagt mir täglich, wie sehr sie mich liebt und wie sehr Papa und sie sich auf mich freuen, und fast jeden Abend liest sie mir auch noch eine halbe Stunde lang aus einem Buch vor und erzählt mir, was wir so den ganzen Tag unternommen haben. Obwohl meine Mami von der Sozialhilfe lebt, haben wir es doch geschafft alles zu organisieren, was ich zum Leben auf dieser Welt benötige. Wir haben auch schon ein Plakat gemacht. Einfach ganz viele Sachen, damit ich auch sicher alles habe, wenn es soweit ist, und deshalb freuen wir uns beide auch schon total auf mein Kommen. Meine Mama geht auch immer ganz viel spazieren mit mir, und sie hat schon so viele Babybücher gelesen, dass ich mich schon gar nicht mehr so recht auskenne. Ich finde gar nicht, dass ich so ein kompliziertes Wesen bin wie es in den Büchern manchmal beschrieben ist. Auch Oma, Opa, Tante und Onkel gehen wir sehr oft besuchen. Ich glaube, das liegt einfach daran, dass Mama sich dort sehr wohl fühlt. Wir waren auch schon gemeinsam in einer Stillgruppe und die Frauen dort waren sehr nett! Meine Mama fand es zwar sehr interessant, aber ich habe auch gemerkt, dass sie sich etwas komisch fühlte! Immerhin war ich das einzige Baby das noch im Bauch war, und ich glaube Mama war auch die Jüngste, aber damit hatten wir eigentlich noch nie ein Problem. Ich bin froh, dass ich so eine Mama habe, und ich finde das Alter spielt hier gar keine Rolle, denn viel besser hätte sich auch eine ältere Mama in dieser Situation nicht anstellen können. Wir leben im AbW des IfS und meine Mama ist da auch sehr dankbar darüber. Trotzdem will sie etwas Neues für uns beide suchen! Doch die Betreuung tut Mama schon gut. Alleine schon deshalb, weil Papa nicht so oft da sein kann, aber trotzdem wollen wir zwei bald mal für uns alleine sein. Wir wollen schon noch in der Nachbetreuung bleiben, aber ich glaube, Mama kriegt das mit mir alleine schon auch gut in den Griff. Ich glaube, ich habe euch jetzt genug von mir erzählt, und ich hoffe, ich habe das Thema nicht allzu sehr verfehlt, aber ihr müsst auch immer im Kopf behalten, dass ich noch ein Baby bin und mich halt noch nicht so gut ausdrücken kann. Liebe Grüße Das Baby |
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