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Kinder im Gespräch mit IfS-Geschäftsführer Dr. Stefan Allgäuer
Warum sagt ihr Erwachsene so oft,
was wir Kinder tun sollen?
Normalerweise werden an dieser Stelle IfS-Fachleute von Erwachsenen befragt. Heute gehen wir einmal den umgekehrten Weg. Wir baten 3 Kinder, unseren IfS-Geschäftsführer zu befragen. Es kam eine höchst spannende und inhaltlich sehr unterschiedliche Befragung zustande. Doch lesen Sie selbst…


Fabian (11 ): Was sind Sie von Beruf?
Stefan Allgäuer: Ich habe an der Universität Psychologie studiert und jetzt bin ich Geschäftsführer vom Institut für Sozialdienste, das heißt, ich bin dafür verantwortlich, dass der ganze IfS-Betrieb funktioniert.

Nathalie (11): Was bedeutet Institut für Sozialdienste?
Der Name ist eine Überschrift für viele soziale Dienstleistungen, die wir anbieten. Soziale Dienste braucht man überall dort, wo Menschen in ihrem Leben nicht mehr alleine zurecht kommen und Hilfe brauchen, zum Beispiel – wenn man an Kinder denkt – dass sie in der Schule oder mit ihren Eltern nicht zurecht kommen; wenn Erwachsene Hilfe brauchen, dass sie Arbeit finden, dass sie eine Wohnung finden, dass sie genug zum Leben haben; wenn manche nicht mehr wissen, wie sie mit ihren Problemen zurecht kommen, also verschiedenste Sachen. Überall dort kann man diesen Menschen helfen. Und das IfS macht da verschiedene Angebote für diese Menschen, die so etwas suchen und brauchen.

Dr. Stefan Allgäuer
Jahrgang 1953
Wohnort: Feldkirch-Gisingen
Geschäftsführer des Institut
für Sozialdienste (IfS) Vorarlberg
Psychologe
Verheiratet und Vater
von 3 Kindern
Hannah (7): Warum ist auf dem IfS-Plakat eine Zitrone und eine Schokolade?
Also, ich mag lieber die Schokolade – du auch? Aber im Leben von den Menschen ist es manchmal so: Manche Zeiten sind fein wie die Schokolade und manche sind sauer wie die Zitrone. Manchmal ist es schwierig, wenn man nicht weiß, wie es weiter geht. Wenn zum Beispiel Kinder Eltern haben, die sich nicht mehr verstehen, wenn man das Gefühl hat, man schafft es nicht mehr, wenn es z.B. zu schwierig wird in der Schule – das sind so Zeiten, für die sind die Zitronen darauf. Und es gibt bei jedem Menschen im Leben solche Zeiten, wenn man mit jemandem streitet, wenn jemand krank ist oder stirbt, den man gerne mag. Und weil es eben im Leben auch solche Zeiten gibt, dafür gibt es das IfS.

Fabian: Wie wird man Psychologe und was macht er?
Psychologie ist ein Studium, das man nach der Matura auf der Universität studieren und das dauert 4 – 5 Jahre. Der Psychologe oder die Psychologin ist die Fachperson, die helfen kann, dass man sein eigenes Verhalten verändert. Manchmal tut man etwas und macht es immer wieder und es geht schief. Zum Beispiel müssen manche Kinder immer wieder blöd reden und können den Mund nicht halten oder manche andere Kinder trauen sich nie, etwas zu sagen, obwohl sie etwas sagen sollten. Der Psychologe lernt, was man tun kann, dass man sich manchmal auch anders verhalten kann. Beim Beispiel bleibend: Dass der, der immer redet, dann auch einmal still sein kann, oder der, der nie redet, einmal aus sich heraus geht und etwas sagt.

Nathalie: Wie viele IfS-Beratungsstellen gibt es in Vorarlberg?
Das IfS hat Beratungsstellen in allen 5 Städten und eine im Bregenzerwald. Das ist darum so, dass möglichst alle Menschen in ihrer Nähe Fachleute haben, zu denen sie gehen können. Damit sie nicht zu weit gehen müssen und damit sie möglichst auch in ihrer Nähe einen Zugang zu einer Beratungsstelle haben.

Hannah: Was ist überhaupt eine Beratungsstelle?
Eine Beratungsstelle ist ein Haus oder eine Wohnung mit ein paar Zimmern und da arbeiten ein paar Leute, von denen jeder einen Raum hat mit einem Tisch und ein paar Stühlen. Da können die Kinder, die Familien, diejenigen Leute, die etwas wissen oder fragen wollen, die irgendwo nicht weiter kommen, hingehen und erzählen, wie es ihnen geht. Und dann überlegen sich der oder die BeraterIn – so heißen die Leute, die Psychologen, die Sozialarbeiter – was man tun könnte in so einer Situation. Also, wenn z. B. ein Kind mit der Mama kommt und sagt: „Ich schaffe das nicht mehr, die Schule ist zu schwierig”, dann kann man überlegen: Bist du in der falschen Schule? Bist du überfordert? Musst du vielleicht ein bisschen mehr tun? Musst du etwas anderes machen? Was kann man alles tun, damit die Situation besser wird? Und in der Beratungsstelle sind alle diese Leute, in Bregenz, in Dornbirn, in Hohenems, in Feldkirch, in Bludenz und in Andelsbuch, die das können. Und da kommen die einzelnen Leute: die Mamas, die Papas, die Erwachsenen, die Kinder zu uns und stellen ihre Fragen und erzählen, wo es ihnen schlecht geht.

Fabian: Was tut ihr für uns Kinder?
Das ist eine schwierige Frage, weil wir direkt nur dann mit Kindern in Kontakt kommen, wenn es den Kindern schlecht geht, und meistens auch noch dann, wenn Mama oder Papa sagt: „Ich sehe, dass es dem Kind schlecht geht“, und dann mit dem Kind zu uns kommt. Was wir dann tun können, ist, dass wir ganz gut schauen, was das Kind braucht. Was fehlt ihm, was braucht es? Und dass man nicht so sehr auf das schaut, was die Mama und der Papa braucht, was LehrerInnen oder KindergärtnerInnen brauchen, sondern was das Kind braucht. Und oft wissen das die Kinder oder die Erwachsenen in solchen Situationen gar nicht mehr – was sie eigentlich brauchen. Denn da ist einem alles zu viel, da kann man nicht mehr, weiß nicht mehr, wie es weiter gehen soll. Und das wieder zu suchen, was eigentlich das ist, was du brauchst, damit es dir gut geht. Zum Beispiel, dass die Erwachsenen sehen, wo du gut bist, was du kannst. Wo sind die Sachen, wo man sagen kann: „Das ist toll bei dir“, und nicht nur sieht, was nicht funktioniert, wo man schimpft und wo es nicht passt. Sondern mehr auf die Stärken, die Fähigkeiten zu achten und mehr dort zu tun, als immer nur zu schimpfen. Jeder Mensch braucht das, dass man ihn mag, dass man auch sieht: „Lässig, super, das schaffst du“, und das ist das, was wir tun können für Kinder. Zweitens schauen wir auch, dass möglichst die Familie funktioniert.

Nathalie: Was gibt es für Angebote beim IfS?
Wir haben verschiedene Angebote. Wenn ich zuerst bei den Kindern bleibe – dann gibt es Angebote direkt an die Kinder, wo wir sagen, wir reden mit Kindern darüber, wie es ihnen geht und wo sie Schwierigkeiten haben. Aber reden heißt nicht nur reden, sondern da gibt es verschiedene Sachen: Man kann spielen, malen, etwas miteinander darstellen. Wir haben z.B. in den Beratungsstellen Spielzimmer, in denen ein Sandkasten ist oder auch mit Wasser drinnen, mit verschiedensten Sachen kann man mit den Kindern überlegen und
hinschauen: Wo geht es ihm schlecht, was ist los? Für Jugendlichen haben wir ab 13, 14 Jahren zwei Wohngemeinschaften, wo Jugendliche leben können, wenn es zu Hause gar nicht mehr geht. So lange, bis es in der Familie nachher wieder besser geht. Für ältere Jugendliche suchen wir Wohnungen und unterstützen sie, damit sie selbstständig leben können. Wir helfen ihnen – wenn sie das selber nicht können – damit sie Arbeit finden oder auch die richtige Schule und dass sie es in der Schule schaffen. Wir schauen immer wieder, dass es möglichst gut funktioniert mit der Mama, mit dem Papa, wenn es die Eltern gibt, weil das jeder braucht. Das sind nur einige Beispiele. Wir unterstützen z.B. auch Menschen mit Behinderungen.
Die drei FragenstellerInnen:

Nathalie Ziesig,
aus Dafins, 11 Jahre, 1. Klasse HS
Hobbys: Badminton, Singen, Rad fahren, Schwimmen, Inline skaten

Hannah Pfaffstaller
aus Muntlix, 7 Jahre, 1. Klasse VS
Hobbys: Malen, Rad fahren

Fabian Hibberd
aus Rankweil, 11 Jahre, HS Rankweil
Hobbys: Schwimmen, Skaten, Rad fahren, meinen Bruder nerven, Pfadfinder (Rudelführer)

Hannah: Warum steht auf dem Plakat bei euch „Weil das Leben nicht nur süß ist?“
Manchmal – auch bei Kindern – gibt es Situationen, in denen man traurig ist, wo man wütend ist oder wo man Angst hat. Alles das ist ganz normal, das hat jeder und das hält auch jedes Kind und jeder Mensch aus – ein bisschen. Aber wenn das zuviel ist, oder zu lang ist, dass man Angst hat, dann ist es so, dass das auf die Gesundheit schlägt. Dann kann man krank werden, oder traurig. Manche Kinder mögen dann sogar nicht mehr leben und manche Kinder ziehen sich zurück und hocken nur vor dem Fernseher und wollen nichts mehr tun. Das steht hinter dem Spruch „Weil das Leben nicht nur süß ist“, weil eben jeder Mensch die Erfahrung macht, es gibt auch die schwierige Seite im Leben. Es gibt die Ängste, die Sorgen, den Zorn, die Wut, die Traurigkeit usw. Und das wissen eigentlich auch die Kinder schon ganz gut, denen muss man das nicht sagen – Erwachsenen muss man es manchmal wieder sagen – und dort hilft, dass man mit jemandem reden kann. Mit der Freundin, mit dem Freund, mit der Mama, mit dem Papa, mit den Geschwistern und manchmal, wenn das nicht mehr geht, dann kann man zu jemandem gehen, der ganz draußen ist, das sind die Berater. Die haben das gelernt, dass sie in so einer Situation auch mit jemandem reden können und versuchen, ihm zu helfen. Das ist so, wie wenn man ein bisschen krank ist, dann kann einem die Mama helfen und macht einen Tee, wenn man schwerer krank ist, braucht man auch manchmal einen Doktor, der einem sagt, tu das oder das. So ist es nicht nur bei den körperlichen Krankheiten.

Fabian: Warum sagt ihr Erwachsenen so oft, was wir Kinder tun sollen?
Das ist eine spannende Frage! Das ist darum eine spannende Frage, weil auf der einen Seite in der Erziehung, bei Eltern und bei Lehrern, es manchmal die Aufgabe ist, Kindern zu sagen: „Mach das, probier das, mach das nicht, das ist gefährlich“. Erwachsene können sehen und abschätzen, was die Folgen sind und was passieren kann und was man nicht tun sollte. Kinder wissen manchmal noch nicht, dass es nicht gesund ist, z. B. Alkohol zu trinken, und wenn dann die Erwachsenen sagen: „Trink nichts, das ist nicht gesund“, dann muss man das manchmal sagen, weil sonst müsste jeder und jedes Kind alles neu erfinden, was die Erwachsenen schon wissen. Also manchmal ist es notwendig und ich denke, das ist auch eine Hilfe, dass einem die Erwachsenen sagen: „Ich habe die Erfahrung gemacht in meinem Leben und darum sei vorsichtig, pass auf!“ Leider aber sagen das die Erwachsenen manchmal zu oft, was man tun oder nicht tun soll. Und das ist das, worunter dann die Kinder leiden. Dass man die Kinder nicht mehr selber etwas probieren lässt. Das ist für die Erwachsenen oft gar nicht so leicht zu unterscheiden und zu sagen: „Meine Erfahrung ist das, das sollst du wissen, aber du darfst es trotzdem selber probieren.“ Und nicht zu sagen, du musst und du darfst. Und da sind manche Erwachsenen ganz vorsichtig und ganz gut. Manche auch sehr ungeschickt. Sie zwingen Kinder oder verbieten den Kindern viel zu viel. Es ist eine hohe Kunst, hier die richtige Mitte zu finden. Das merke ich auch bei meinen Kindern zu Hause. Und das, was wir Psychologen wissen, ist gar nicht so leicht zum Aushalten und umzusetzen, wenn einem z.B. die eigenen Kinder auf die Nerven gehen.

Fabian: Wie haben Sie Ihre Kindheit erlebt?
Das ist auch so wie Schokolade und Zitrone. Meine Mama ist ganz früh gestorben, da war ich ganz traurig, weil ich gar nicht mehr wusste, wie es weiter geht. Aber im Nachhinein denke ich, dass ich da gelernt habe, vieles ganz selbstständig zu machen. Da habe ich schnell groß werden müssen. Und sonst war ich in einer normalen Familie, mit vielen Geschwistern. Ich habe vier Geschwister gehabt und ich bin halt auch nicht gerne in die Schule gegangen und hätte lieber Fußball gespielt. Ich habe dann irgendwann gemerkt, dass ich gerne mit Kindern arbeite, mit Jugendlichen arbeite. Ich habe dann Gruppen gehabt mit Jugendlichen in der Jungschar, habe Ferienlager in Schönenbach geleitet und habe dann Psychologie studiert.

Fabian: Wieso gibt es Arme und Reiche?
Das ist schon fast eine philosophische Frage. Aber bei uns und überhaupt auf der ganzen Welt sind die Chancen nicht immer fair verteilt. Manche Leute haben eine gute Ausbildung, können eine gute Arbeit machen oder gute Karriere machen und können dann auch ganz gut leben, und manche Leute haben diese Chance nicht. Zum Beispiel haben bei uns die Kinder, die nicht gut Deutsch können, oft nicht die Chance, dass sie eine gute Ausbildung haben. Weil sie wenig gelernt haben, können sie nachher keine gute Arbeit machen, finden vielleicht gar keine Arbeit und dann sind sie viel, viel ärmer als die anderen. Also manchmal ist es eine unfaire Verteilung von Chancen. Und gerade auch so Stellen wie wir haben, sind dazu da, denen zu helfen, die weniger Chancen haben und die manchmal ganz ungerecht – obwohl sie gar nichts dafür können – solche Chancen nicht haben. Das ist ein Grund. Ein zweiter Grund ist der, dass anders als vielleicht vor 100 Jahren bei uns das Leben heute viele Risiken hat. Manchmal tut man etwas – mein Sohn ist gerade vor ein paar Wochen ins Internet, der ist 11 Jahre und hat sich irgendwo angemeldet und hat seine Handynummer angegeben, und jetzt wird ihm ständig Geld abgebucht. Wenn ein Erwachsener das macht und nicht denkt und einen Blödsinn macht, dann hat er nicht nur 40,– Euro verloren, sondern z. B. 40.000,– Euro , obwohl er vielleicht gar nicht viel dafür kann. Und da gibt es viele Hilfen – Gott sei Dank – bei uns in Österreich und Vorarlberg und einen Teil von diesen Sachen macht eben auch das IfS.

Nathalie: Was macht man mit Kindern, die zu viel vor dem
Fernseher oder Computer hocken und wie hilft man denen?
Das müsstet eigentlich ihr besser wissen als ich. Fernseher und Computer sind natürlich auch lässig. Wer jetzt gerne Fußball schaut, der muss jetzt halt ein bisschen Fußball schauen, wenn jetzt Fußball-WM ist oder andere Sachen – aber manche Kinder „verschlüfen“ sich hinterm Fernseher oder Computer und das ist gefährlich. Wenn Kinder sich zurückziehen, wenn sie nicht mehr reden, wenn sie andere Sachen nicht mehr tun wollen und nur noch am Fernsehen und Computerspielen sind und in einer Welt sind, die eigentlich gar nicht mehr real ist, dann wird es gefährlich. Dort sind die Eltern und Geschwister gefragt, dazuzuschauen, dass man etwas anderes tut. Also manchmal hilft es schon, zu schauen, was es noch für andere Interessen gibt, was noch schön und lässig ist? Und mit anderen Kindern spielen ist auf Dauer viel spannender, als allein vor dem Computer zu sitzen. Manche Kinder brauchen auch ganz genaue Regeln, die man mit ihnen ausmacht. Wie viel Zeit pro Tag, pro Woche – dass man auch lernt, abzuschalten. Beim Computer kann man schon so was wie süchtig werden. Da ist man nie fertig und kann Stunde um Stunde und tageweise spielen. Ich sage immer, der wichtigste Knopf bei diesen Geräten ist der Abstellknopf. Und so muss man bei jedem Kind schauen, was eigentlich das richtige Maß ist – für dich, für mich, das ist bei jedem ein bisschen anders, man kann nicht sagen, für alle ist genau so viel richtig. Aber ich glaube – und in der Arbeit merken wir das mit Jugendlichen, die bei uns wohnen ganz stark – wenn man lässige Sachen macht, wenn man klettern geht, schwimmen geht, Kajak fährt, Schi fährt und wenn jemand anderer da ist, der Zeit hat zum reden, zum spielen, zum ... dann gibt es so viel tolle Sachen, dass es nicht nur Computer gibt.

Fabian: Wieso hat man Drogen erfunden?
Drogen sind wahrscheinlich so alt, wie es Menschen gibt. Die meisten Abhängigen wollen unbewusst etwas verdrängen, haben Probleme. Da haben das Rauchen, der Alkohol, die Drogen alle so eine ähnliche Wirkung. Eben um so ein bisschen etwas zu vergessen, was vielleicht im Moment zu sauer ist. Das Hauptproblem dabei ist, dass man abhängig wird und es immer wieder braucht und dass es einen kaputt macht. Den Körper kaputt macht, aber auch die Gesundheit und den Geist und das Denken. Und das ist das Tragische bei Drogen, auch zum Teil beim Alkohol und Nikotin, dass das eine Form ist, wie man etwas im Moment bewältigt, dadurch aber ein größeres Problem bekommt.

Nathalie: Wie kann man Kindern helfen, die in der Schule gehänselt werden und die dadurch aggressiv werden?
Also, das ist auch noch eine ganz spannende Frage, weil das auch noch auf etwas Wichtiges hindeutet. Manchmal kann man auch eine schwierige Situation, ein Problem oder etwas nur dann lösen, wenn man schaut, wie man die Umgebung verändern kann. Zum Beispiel könnte man da überlegen, was man in der Klasse tun kann, was die ganze Klasse tun kann, was der Lehrer tun kann, was man miteinander tun kann, dass man anders ist. Manchmal jemanden zu hänseln, ist ja lustig. Aber wenn eine Klasse immer die gleiche Person hänselt, dann wird es schwierig. Und dann gibt es manche Kinder, die sich zurück ziehen und manche Kinder werden aggressiv, die schlagen dann oder werden zornig oder so etwas. Und beim Kind selbst kann man schauen, was das Kind in dieser Situation für andere Möglichkeiten hat, als zornig werden. Was kann es anders tun in diesem Moment: Ausweichen, schon zornig werden, aber nicht schlagen, sondern reden, ,Stopp´ sagen (das will ich nicht mehr, das möchte ich nicht). Vielleicht kann das Kind auch einmal in der Klasse zu den anderen sagen: „Ich finde das unfair, dass ihr mich ständig hänselt, ihr provoziert mich immer und ich werde dann zornig, dann lacht ihr mich wieder aus.“ Man sollte versuchen, die anderen mit hinein zu nehmen, dass sie sich auch ein bisschen ändern. Fallweise gehen unsere Fachleute in die Klassen – einen halben Tag, ein bis zwei Stunden, um solche Themen zu behandeln.

Danke Nathalie, Hannah, Fabian. Wir haben viel diskutiert – es war für mich spannend.

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