Eine neue Idee "Wohnnetz"

Arbeitslose, sogenannte Sozialhilfefälle, Menschen nach Scheidungen, alleinerziehende Frauen, ehemalige Psychiatriepatienten, ausländische Familien und Angehörige von Rand- und Problemgruppen, sie alle haben am Wohnungsmarkt sehr wenig Chance, eine für sie erschwingliche Wohnmöglichkeit zu bekommen. Preisgünstige Wohnungen sind praktisch nicht am Markt erhältlich.

Um bei solchen Notfällen rasch reagieren zu können, haben sich in der Arbeitsgemeinschaft „Wohnnetz" die fünf Gemeinden Lauterach, Hard, Höchst, Fußach und Wolfurt gemeinsam mit der Vogewosi Dornbirn (für die Vermietung und die Verwaltung der Wohnungen zuständig) und der Fachgruppe Soziale Wohnformen des Institut für Sozialdienste zusammengeschlossen.

Initiiert wurde das Projekt vor knapp einem Jahr von IfS-Geschäftsführer Manfred Dörler, der die 5 Bürgermeister - Kolb, Köhlmeier, Mohr, Schneider und Blum - von der Wichtigkeit der Thematik überzeugen konnte.

von links nach rechts: Dietmar Steurer (Leiter der Sozialhilfe Bezirkshauptmannschaft Bregenz), Manfred Dörler (IfS), Bürgermeister Gerhard Köhlmeier (Hard)

Dörler: "Durch dieses neue Wohnmodell wird zusätzlich preisgünstiger Wohnraum auf den Wohnungsmarkt gebracht. Es sind dies Altbauwohnungen, die in der Regel besonders preisgünstig sind und ohne dieses Wohnnetz nie für die angepeilte Zielgruppe von Wohnungssuchenden zur Verfügung stünden. Die Gemeinden, aber auch die Vogewosi mieten diese Wohnungen an und können so den Eigentümern garantieren, daß die Wohnung bei Eigenbedarf wieder zur Verfügung steht. So etwa ein Haus im Besitz der Vogewosi, welches in einigen Jahren abgebrochen wird, jetzt aber 4 Wohnungen anbieten kann."

Was ist das Kriterium, um in eine Wohnung des "Wohnnetzes" aufgenommen zu werden? Dörler: "Oberste Priorität ist, daß es sich um einen Notfall handelt, der aus einer der 5 in diesem Projekt zusammengeschlossenen Gemeinden kommt. Die Leute ziehen in eine dazu freistehende Wohnung ein - die Herkunftsgemeinde verpflichtet sich andererseits, die Familie so rasch wie möglich bei nächstem Freiwerden einer Wohnung wieder in ihre Gemeinde zurückzunehmen. Die Hilfe wird rasch und unbürokratisch angeboten. Um für Notfälle gerüstet zu sein, muß immer eine Wohnung frei stehen. Diese Idee wird auch vom Leiter der Sozialabteilung der Bezirkshauptmannschaft Bregenz, Dietmar Steurer, unterstützt. Durch dieses Modell wird es möglich, Wohnungssuchenden die oft zu Lasten der Sozialhilfe wohnen, preisgünstige Wohnungen anzubieten.

von links nach rechts: Bürgermeister Ing. Werner Schneider (Höchst), Helmut Kopf (Sozialabteilung Gemeinde Hard), Vizebürgermeisterin Xaveria Dür (Wolfurt, Bürgermeister Ernst Blum (Fußach)

Bürgermeister Gerhard Köhlmeier betonte, daß es den Gemeinden vor allem um eine sinnvolle Koordination und gegenseitige Hilfe in Krisensituationen gehe. Er würde dieses Modell auch anderen Regionen sehr empfehlen.

Die Koordination der Arbeitsgemeinschaft "Wohnnetz" hat die Leiterin der IfS-Fachgruppe "Soziale Wohnformen" DSA Angelika Würbel.

Das Projekt spart hohe Mieten ein. Die BewohnerInnen zahlen die günstige Miete selbst. Derzeit sind 3 von geplanten 7 Wohnungen im Angebot des Wohnnetzes und wurden bereits vergeben. Das Projekt ist vorerst auf drei Jahre ausgelegt. Dann werden die Erfahrungen ausgewertet.

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