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IfS -Wettbewerb für Menschen mit geistiger Behinderung:

Neue Blicke braucht das Land


In unseren Augen sind sie anders, in ihren Augen sind wir anders. Sind wir anders? Ja und Nein. Letztlich eine Frage der Perspektive, und die soll verändert werden. Neue Blicke braucht das Land.

Es geht um Menschen mit einer geistigen Behinderung. Ihr Leben und ihr Erleben wird gewöhnlich von "Außenstehenden", also Gesunden, definiert und beschrieben. Ein EU-Projekt mit dem Namen "Look" will diesen Blickwinkel umdrehen: Menschen mit einer geistigen Behinderung dokumentieren ihre Welt. Das Medium ist die Fotografie, das Ziel die Schaffung einer gleichberechtigten Position innerhalb unserer Gesellschaft. Menschen mit einer geistigen Behinderung sind Menschen, die bestimmte Schwächen aber auch bestimmte Stärken haben, sind EuropäerInnen mit Rechten und Pflichten.

Das Projekt soll nicht nur helfen, Fremdheit und die daraus resultierenden Ängste und Ablehnungen abzubauen, sondern auch ein positives Bild von Stärke vermitteln. Weg vom Mitleid zu einer selbstbewußten und eigenständigen Positionierung dieser Menschen.

Das "Look"-Projekt wurde federführend vom Institut für Sozialdienste in Brüssel eingereicht. Zusammen mit weiteren Behindertenorganisationen aus Holland, Belgien und Luxemburg soll im Jänner 1998 der Startschuß fallen. In den einzelnen Ländern werden nationale Fotowettbewerbe durchgeführt. Im April werden die eingereichten Fotos ausgestellt. Diese Ausstellung wird gemeinsam vom IfS, der Lebenshilfe und der Caritas getragen. Dort werden die drei besten Fotos von einer nationalen Jury ausgewählt. Die Sieger nehmen mit ihren Fotos am transnationalen Wettbewerb teil. Die dortige Jury bestimmt dann die EU-Sieger.

Endprodukt ist ein international verwendbares Plakat, das von Werbeagenturen mit den prämierten Fotos erstellt wird und einen "neuen Blick" auf das Leben von Menschen mit einer geistigen Behinderung ermöglichen wird. Die Aktion wird durch Mittel des Europäischen Sozialfonds unterstützt. In Vorarlberg wird diese Aktion in enger Koordination mit der VN-Redaktion veranstaltet.

Nähere Informationen und Unterlagen über diesen Wettbewerb erhalten Sie beim
Institut für Sozialdienste
Angelika Würbel, Römerstr. 35,
6900 Bregenz, Tel.: 05574/42890.

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