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Europa - eine Perspektive auch für soziale Einrichtungen!

  Allgaeuer picture   Ein gemeinsames Europa erfordert auch einen gemeinsamen, sozialen Grundkonsens in den Ländern der europäischen Gemeinschaft. Dieser Grundsatz ist mittlerweile (fast) unbestritten. Die Definition von gemeinsam verbindlichen Standards (wie viel, wie wenig, welche, usw.) und die "richtigen" Wege dorthin sind allerdings noch sehr verschieden bis widersprüchlich.  

In den vergangenen 3 Jahren der österreichischen Zugehörigkeit zur europäischen Gemeinschaft haben sich auch im sozialen Bereich neue Perspektiven eröffnet. Erste Erfahrungen mit europäischen Projekten und Programmen, mit transnationaler Zusammenarbeit und den offensichtlich unvermeidbaren bürokratischen Ritualen haben uns als Institut für Sozialdienste darin bestärkt, daß diese grenzüberschreitende Dimension eine Perspektive ist, die unsere Arbeit in manchen Bereichen ergänzen, anregen und innovativ fördern kann. Gleichzeitig haben wir auch die Sicherheit gewonnen, daß unsere Erfahrungen, Erkenntnisse und die Vorarlberger Praxis der Organisation und Durchführung psychosozialer Arbeit auch für Experten in anderen Ländern attraktiv, interessant und wertvoll sind.

Daß die EU nicht der schnelle Weg zum leichten Geld ist, das war rasch klar. Daß man mit Fördermitteln aus europäischen Töpfen nicht bestehende soziale Infrastruktur und Angebote fördern und damit den sozialen Haushalt direkt entlasten kann, hat sich auch bald herausgestellt.

Europäische Mittel sind ­ im Rahmen von EU-Programmen und Initiativen ­ vor allem dort zu erreichen, wo Innovationen und neue Entwicklungen gemacht werden. Für neue, auch über das Land hinaus interessante Projekte sind in jenen Bereichen, in denen die EU Förderschwerpunkte setzt, sind Teilfinanzierungen über die EU möglich und realistisch. Die dabei meistens geforderte Zusammenarbeit mit Einrichtungen anderer europäischer Länder ist ein weiterer innovationsfördernder Faktor.

EU förderte 7 IfS-Projekte

Wir haben seit 1996 allein im IfS für insgesamt 7 Projekte EU-Fördermittel erhalten. Auch in anderen sozialen Einrichtungen des Landes werden EU-geförderte Projekte umgesetzt. Über Inhalt und Erfahrungen in einzelnen Projekten berichten wir laufend in der IfS-Info. Siehe auch in dieser Ausgabe Seite 15.

Entscheidend für das Nutzen dieser Perspektive ?Europa" ist die rationelle Aufbereitung von Informationen, die effektive (den Programmkriterien entsprechende) Projektantragstellung und die kundige Vermittlung und Projektvereinbarung mit Partnerorganisationen aus anderen Ländern.

ARGE EU-P.I.K.

Wir haben dazu, gemeinsam mit dem Amt der Vorarlberger Landesregierung und mittlerweile über 20 Organisationen aus dem psychosozialen, dem sozialmedizinischen und dem kommunalen Bereich des Landes die Arbeitsgemeinschaft ARGE EU-P.I.K. gegründet. Die Mitglieder dieser ARGE erhalten regelmäßig und zusammengefaßt alle relevanten Informationen ­ dies als Grundlage für die Entscheidung, ob und in welchem Programm ggf. Projekte für die eigene Einrichtung interessant wären.

Bei der Projektausarbeitung, der Antragstellung, der Budgetierung und bei der Suche nach transnationalen Partnern bieten wir Beratung, unser know-how und unsere Hilfe an. Ebenso beraten und begleiten wir unsere Mitglieder auf Wunsch bei der Projektdurchführung, dem geforderten Projekt-Monitoring, den Verrechnungs- und Dokumentationsmodalitäten usw. Mitglied dieser ARGE kann jede Person und Organisation in Vorarlberg werden, die Interesse an dieser Thematik hat und den Mitgliedsbeitrag für die Dienstleistungen entrichtet.

Überlegungen zur weiteren und zielgruppenspezifischen Verbreitung der Informationen und zur verstärkten Möglichkeit, auch Nicht-ARGE-Mitgliedern das Beratungs- und Vermittlungsservice anbieten zu können, sind derzeit im Gange.

Sicher, diese europäische Perspektive löst unmittelbar in keiner einzigen Situation ein konkretes Problem von Menschen hier im Land. Und das ­ die Hilfe bei Problem- und Konfliktsituationen ­ ist natürlich unsere Hauptaufgabe im IfS ­ in über 12.000 Fällen pro Jahr. Aber, daß wir diese Arbeit in jedem einzelnen Fall gut und qualifiziert tun können, dazu kann neben der fundierten Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter, neben der regelmäßigen fallbezogenen Supervision und Intervision eben auch die projekthafte, innovative Entwicklungsarbeit beitragen ­ eine Dimension, welche durch die Möglichkeiten der europäischen Gemeinschaft unterstützt und ideell ­ manchmal auch materiell ­ gefördert wird.

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