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Wie sehen Jugendliche den "neuen Mann"?

Prof. Willibald Feinig vom BORG Schoren in Dornbirn stellte diese Frage in Form einer Hausübung 16jährigen Schülerinnen und Schülern.
Hier 2 Auszüge:

Der neue Mann
Veronika Schwald (7M, 16 J.)

Er sieht ein, daß die Zeit überreif ist für eine drastische Veränderung von Seiten der Männer.

Er sieht ein, daß er im Zuge der Emanzipation der Frau nicht weiter an alten Wertvorstellungen festhalten kann.

Er sieht ein, daß sich Altes und Überholtes sehr schlecht mit Neuem und Fortschritlichem vereinen läßt.

Er traut sich, seinen Freunden zu erzählen, daß er gerne kocht.

Er traut sich, seinen Freund, den er lang nicht mehr gesehen hat, in aller Öffentlichkeit zu umarmen.

Er traut sich zu weinen, Gefühle zu zeigen.

Er hat keine Schwierigkeiten damit, daß seine Frau ihren Beruf nicht aufgeben will, um halbtags zu arbeiten, da die Kinder noch klein sind.

Er hat keine Schwierigkeiten damit, seine Arbeiterin gleich hoch zu bezahlen wie seinen Arbeiter.

Keine Schwierigkeiten damit, daß am Nationalfeiertag die Frau Bundespräsidentin im Fernsehen spricht.

Keine Schwierigkeiten damit, am Sonntag anstatt des Herrn Pfarrers die Frau Pfarrer aus der Sakristei kommen zu sehen.

  Mann 97
Barbara Hämmerle (7M, 16 J.)

Man muß einfühlsam sein

man darf nicht weinen

man muß stark sein

man muß zurückstecken
man muß tolerant sein

man muß entstirnig sein

man muß intelligent sein

man muß egoistisch sein

man soll sportlich sein und gut aussehen

man darf kein Macho sein

man soll den Haushalt führen

man soll keinen Hausarbeitskurs besuchen

man kann in Karenz gehen

man kann keine Kinder kriegen

Mann muß soll, kann,
darf Frau Sein

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