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IfS -Wettbewerb für Menschen mit geistiger Behinderung:

25 Jahre IfS-Wohngemeinschaften -
Im Wandel der Zeit


Sozialpädagogik muß sich an der gesellschaftlichen Realität orientieren. Die gesellschaftliche Realität ändert sich laufend. Daraus ergibt sich auch für die Sozialpädagogik die Notwendigkeit, sich zu ändern, sich an neuen gesellschaftlichen Bedürfnissen zu orientieren und neue Wege zu suchen.

Mit dieser Thematik beschäftigte sich eine Tagung, die kürzlich im Feldkircher Montforthaus stattfand. Veranstaltet wurde sie von der Fachgruppe "Sozialpädagogik" des Institut für Sozialdienste in Zusammenarbeit mit dem Amt der Vorarlberger Landesregierung, Abteilung Jugendwohlfahrt. Der Titel der Veranstaltung: "Sozialpädagogik im Umbruch".

Das große Interesse an dieser Frage beantwortet die Teilnehmerliste: 120 Interessierte aus allen österreichischen Bundesländern, dazu aus Deutschland, Liechtenstein und der Schweiz nahmen daran teil. Dr. Anton Pelinka, Dr. Oskar Dangl und Dr. Heinrich Nufer sorgten mit Impulsreferaten für einen Einstieg in das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln. Dr. Pelinka von der Uni Innsbruck ging von gesellschaftlichen Grundbedingungen aus, von Aspekten wie Globalisierung, deren Auswirkungen, der immer weiter sich öffnenden Schere zwischen Arm und Reich und den sich aus diesen Tendenzen ergebenden Spannungen. So etwa die zunehmende Aggressivität der "ModernisierungsverliererInnen", die nicht selten starke xenophobe, also fremdenfeindliche Züge in sich trägt. Pelinka plädierte für eine
konfliktorientierte Sozialpädagogik: "Sie muß bei den Gegensätzen beginnen, die in der Gesellschaft vorhanden sind."

Dr. Oskar Dangl aus Salzburg wählte einen anderen Ansatzpunkt: "Biblische Perspektiven zur sozialen Frage".

Das dritte Impulsreferat kam von Dr. Heinrich Nufer, dem Leiter des Marie-Maierhoferinstitutes in Zürich, der sich mit der Frage der fachlichen Weiterentwicklung angesichts sich verändernder Rahmenbedingungen und Anforderungen beschäftigte. Die Globalisierung, die Überbelastung primärer Lebensfelder wie Familie und andere Lebensgemeinschaften, die Reduzierung sozialer Verantwortung des Einzelnen und die zunehmend knappe finanzielle Situation erfordern auch in diesem Bereich neue Strategien und Entwicklungen.

Die Anregungen aus den Impulsreferaten bildeten die Basis, auf der sich verschiedene Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen Bereichen der Sozialpädagogik beschäftigen. In einem Plenum wurden die Ergebnisse vorgestellt.

Der Termin dieser Tagung wurde nicht zufällig gewählt. Er ist auch ein Jubiläum: 25 Jahre praktizierte Sozialpädagogik im Institut für Sozialdienste, 25 Jahre IfS-Sozialpädagogische Wohngemeinschaften. Die Tagung war aber nicht nur eine Jubiläumsveranstaltung. Ihre Bedeutung geht weit über das hinaus. Sie fällt in eine Zeit, in dem das IfS im Bereich "Sozialpädagogik" einen großen, internen Umstrukturierungsprozeß vollzieht. Das Ziel formuliert Geschäftsführer Dr. Stefan Allgäuer so: "Mit einer Differenzierung und Flexibilisierung unserer Angebote wollen wir noch qualifizierter und rascher jenen Jugendlichen begegnen, die unsere Hilfe brauchen." Gleichzeitig gilt es die Arbeitsbedingungen für die Menschen, die in diesem Bereich arbeiten, optimal zu gestalten, schließlich, so Dr. Allgäuer, "sind damit viele Herausforderungen, Widersprüche, dynamische Entwicklungen und neue Anforderungen für die MitarbeiterInnen verbunden."

Dokumentation "25 Jahre IfS-Wohngemeinschaft"

Eine ausführliche Dokumentation mit dem Titel " 25 Jahre Wohngemeinschaften für Jugendliche im IfS" wurde kürzlich vorgestellt.

Neben der Geschichte, der Statistik und der neuen Konzepte geht es dabei vor allem auch um viele Praxisbeispiele. Diese eindrucksvolle IfS-Fachschriftenreihe wurde von DSA Maria Hollergschwandtner verfasst.

Sie können diese kostenlos bei der IfS-Fachgruppe "Sozialpädagogik" Helmut Köpf, Schießstätte 14, 6800 Feldkirch (Tel. 05522/75902) oder bei jeder IfS-Wohngemeinschaft bestellen.

 

 

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