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Leitfaden zum Umgang mit trauernden Kinder bei einer Trennung der Eltern

Liebevolle Begleitung

Wenn sich Kinder von einem Elternteil trennen müssen, brauchen sie eine liebevolle Begleitung; auch wenn sie sich tapfer und unberührt zeigen.

Ehrlich sein

Fragen gehören zur Trauerarbeit. Vater und Mutter sollen die Fragen der Kinder einfach, unmißverständlich und nachvollziehbar beantworten. Ausweichende oder beschönigende Antworten sind eine gutgemeinte Täuschung, die die Kinder irritieren, verunsichern und falsche Hoffnungen wecken.

Gefühle zulassen

Kinder müssen bestärkt und ermutigt werden, damit sie ihre Gefühle zulassen und zeigen. Sie sollen das Vertrauen vermittelt bekommen, daß sie uneingeschränkt weinen dürfen, wenn ihnen danach ist.

Kreativität fördern

Gefühle können auf unterschiedliche Weise ausgedrückt werden. Darüber reden ist nur eine Möglichkeit. Kinder können durch Malen, Schreiben oder Musizieren Trauerarbeit leisten. Jeder kreative Ausdruck ist heilsam.

Negative Gefühle zeigen

Kinder müssen dazu ermutigt werden, auch Gefühle wie Haß oder Wut zu zeigen. Sie gehören zu jedem Trauerprozeß. Geschieht das nicht, vergiften sie Seele und Herz eines Kindes.

Trauer zulassen

Vater und Mutter sollen Freude, Trauer, Tränen und Ängste zulassen und vor ihren Kindern offen zeigen. Damit wird den Kindern glaubhaft vermittelt, daß Trauer und Freude zusammengehören und auch ein "abschiedliches" Leben sinnvoll und lebensfroh gelebt werden kann.

Aus: Jorgos Canacakis,
Annette Bassfeld-Scherpers:
Auf der Suche nach den Regenbogentränen.
Heilsamer Umgang mit Abschied und Trennung.
Verlag C. Bertelsmann 1994.

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