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Überschuldet ins Leben
­ und keiner schaut hin?!

IfS-Schuldenberatung stellt Studie über Jugendverschuldung vor

Jung, lässig, pleite. Immer mehr junge Menschen starten schon mit Schulden ins Leben. Diese Erfahrung der IfS-Schuldenberatung Vorarlberg wurde nun durch eine Studie bestätigt. Vor allem für ein eigenes Auto und für die erste eigene Wohnung lassen sich junge Menschen auf finanzielle Abenteuer ein. Die Zahlen sind alarmierend: Die Hälfte aller Klienten bei der IfS-Schuldenberatung ist unter 35 Jahre alt. Davon wiederum sind zwei Drittel schon seit ihrer Jugend verschuldet. Ein Drittel steht mit mehr als 400.000 Schilling in der Kreide. 369 Fälle von jungen Klienten der IfS-Schuldenberatung untersuchte die Salzburger "Helix ­ Forschung und Beratung OEG". Das Ergebnis: In 34 Prozent der Fälle spielte eine Hausstandsgründung eine entscheidende Rolle. Gemeint ist damit nicht etwa der Kauf einer Wohnung oder eines Hauses. Schon für Möbel, Ablöse oder Kaution müssen sich viele junge Menschen in Schulden stürzen. Bei 23 Prozent ließ eine schlagend gewordene Bürgschaft den Schuldenberg wachsen. Exakt ein Fünftel der Betroffenen hatte seinen Lebensstil nicht dem Einkommen angepaßt: "Überhöhter Konsum" heißt das in der Studie. Besonders alarmierend: Mehr als die Hälfte aller Klienten bei der IfS-Schuldenberatung hat ihr Auto auf Pump finanziert! Als Ursache nicht zu vernachlässigen ist schließlich auch gescheiterte berufliche Selbständigkeit. Sie führte bei immerhin zehn Prozent der Fälle in die Schuldenfalle.

Der Geschäftsführer der IfS-Schuldenberatung, Peter Kopf, kennt viele typische Fälle: "Oft überzieht einer schon als Lehrling sein Konto, weil er gern am Wochenende fortgeht. Führerschein und das erste Auto werden dann natürlich mit einem Kredit finanziert. Und wenn einer dann noch das Auto 'zusammenlegt' oder ein paar Möbel für eine eigene Wohnung kauft, dann steckt er schon tief drin."

Jeder vierte Berufsschüler hat Schulden

Ein schockierendes Bild zeichnet auch eine Fragebogenerhebung, die für die Studie durchgeführt wurde: 53 Prozent der befragten Berufsschüler können demnach ihr Konto überziehen, 28 Prozent sind bereits verschuldet. Der Trend ist für den Leiter der IfS-Schuldenberatung klar erkennbar: "Die Hemmschwelle, Schulden zu machen, sinkt." Kopf verlangt daher Konsequenzen aus der Studie, die von der IfS-Schuldenberatung in Auftrag gegeben und von Landesregierung, Arbeiterkammer und Wirtschaftskammer finanziert wurde. Wünschenswert wäre ein ganzes Bündel von Maßnahmen: Die Bereitstellung günstigeren Wohnraums für Jugendliche, eine bessere Beratung für Menschen, die sich selbständig machen wollen. Einen besonderen Appell richtet Kopf an die Banken: "Zuerst wird von den Jugendlichen meistens das Konto überzogen." In den oberen Banketagen wird zwar gesagt: 'Das gibt es bei uns nicht.' Die Praxis in den Filialen schaut aber eben anders aus." Doch nicht nur beim Überziehungsrahmen sollten Banken restriktiver vorgehen: "Bürgschaften sollen nur von jenen eingegangen werden können, die auch über ein eigenes Einkommen verfügen", verlangt Kopf. Und auch bessere Sicherungsmechanismen bei der Kreditvergabe wären dringend nötig.

Besonders wichtig wäre dem Leiter der Schuldenberatung aber die Vorbeugung: "Unser Wunsch wäre es, daß die Thematik an den Schulen Einzug hält." Die IfS-Schuldenberatung kann diese "Krediterziehung" nur sehr eingeschränkt leisten: Sie ist mit der Beratung der ständig steigenden Zahl an Klienten mehr als ausgelastet.

 

Die Broschüre "Überschuldet ins Leben" können Sie gratis unter der Telefonnummer 05574/46185 anfordern.