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Institut für Sozialdienste

Jahresbericht liegt vor

Im vergangenen Jahr haben insgesamt 13.228 Personen die Beratungsangebote des Institut für Sozialdienste (IfS) in Anspruch genommen. Das bedeutet gegenüber 1996 eine geringfügige Steigerung. Von der Gesamtzahl leben ca. 8000 Personen in Familien, was bedeutet, daß durch die Arbeit des IfS viele Familien direkt oder indirekt gestärkt werden konnten.

Diese Entwicklung sieht IfS-Geschäftsführer Dr. Stefan Allgäuer vor allem darin begründet, daß die Kluft zwischen der Realität und dem Idealbild von Familie immer größer wird und für viele unüberwindbar scheint. "Hilfe für Familien in Krisen heißt deshalb, ihnen jenes Maß an Unterstützung zu geben, das es Ihnen ermöglicht, wieder selbständig leben zu können", skizziert Allgäuer die vordringlichste Aufgabe.

Familienberatung spielt sich in drei großen Bereichen ab. Sozusagen "klassisch" dafür sind Beziehungsprobleme zwischen den Partnern oder zwischen Eltern und Kindern. Auch hier bildet der Zwiespalt von Beziehungsideal und Beziehungsrealität häufig den Nährboden für familiäre Konflikte. Weil Familie aber heißt, Beziehung zu leben, ist fachliche Hilfe in Krisensituationen gerade auch vor dem Hintergrund zunehmender Individualisierung wichtig.

Gesellschaftliche Entwicklungen wie Arbeitslosigkeit, Verschuldung, Wohnungsnot usw. belasten manche Familien existentiell. Daher ist die Sicherung der Lebensgrundlagen ein zentrales Anliegen der Sozialarbeit.

Unterstützung benötigen Familien aber sehr oft auch in besonderen Situationen, wenn z.B. behinderte Familienmitglieder betreut werden, Eltern mit den Problemen ihrer Kinder überfordert sind oder es zu Gewalt in der Familie kommt.

"Trotz aller Schwierigkeiten wird die Gesellschaft auch künftig darauf angewiesen sein, daß die Familie ihre Aufgabe erfüllt", betont der IfS-Geschäftsführer. Doch Familie ist ein System, das auf Veränderungen ausgelegt und schon aus diesem Grund krisenanfällig ist. Allgäuer: "Es muß deshalb auch die Aufgabe von Hilfsangeboten sein, Betroffene soweit zu stärken, daß sie mit diesen Veränderungen umgehen können."

So darf etwa die Berufstätigkeit der Frau kein Hindernis mehr sein, Familie zu leben. Daß beides vereinbar ist, beweist das Institut für Sozialdienste. Nicht weniger als 80 Prozent der MitarbeiterInnen sind teilzeitbeschäftigt. Hier ist, so Stefan Allgäuer, ein Umdenken sowohl im öffentlichen wie privaten Bereich notwendig.

 

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