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IfS-Geschäftsführer für stärkeres Einbeziehen von Kindern und Jugendlichen in Entscheidungen

"Kinder und Jugendliche sind
Seismographen unserer Gesellschaft"

Sexueller Mißbrauch, Gewaltbereitschaft, Lernschwierigkeiten – über Kinder und Jugendliche wird fast ausschließlich in negativen Zusammenhängen diskutiert. IfS-Geschäftsführer Stefan Allgäuer will den Spieß umdrehen: "Wir sollten nicht die positiven Werte vergessen, die uns Kinder vermitteln können.“ Kinderparlamente oder ähnliche Gremien hält er für geeignet, damit die Kleinen Ihre Sicht einbringen können.

"Mein Kind tut nicht so, wie es sollte“, lautet oft die Problembeschreibung der Eltern, wenn die Kinder- und Jugendberater des Institut für Sozialdienste beigezogen werden. Tatsächlich seien es aber oft die Erwachsenen, die "nicht so tun, wie sie sollten“, meint IfS-Geschäftsführer Dr. Stefan Allgäuer.

Er nennt Kinder und Jugendliche sogar "die Seismographen unserer Gesellschaft“: "Sie verstehen nicht, daß alles dynamisch, hektisch, laut und voll Action sein muß. Das sollte uns doch darauf hinweisen, daß in unserer Gesellschaft etwas nicht stimmt“, analysiert Allgäuer. Daß viele Kinder dann aggressiv werden oder sich in sich selbst zurückziehen, sei nur ein Symptom.

Der Appell des gelernten Psychologen: "Es täte uns gut, die Dinge auch aus der Perspektive von Kindern zu sehen. Kinder zeigen uns, daß Kleinigkeiten oft sehr viel wert sein können, daß es auch einmal langsamer geht und daß auch Qualitäten zählen, wie zum Beispiel gemeinsam lachen oder staunen zu können.“

Kinder und Jugendliche mitentscheiden lassen.

Ob das nicht ein frommer Wunsch bleiben wird? Allgäuer ist sich im Klaren, daß sich eine Gesellschaft nicht auf Zuruf verändert. Bewußtseinsbildung betreibt das Institut für Sozialdienste schon seit langem. In nächster Zeit ist etwa geplant, mit Vorarlberger Bürgermeistern Projekte in Deutschland zu besichtigen, die bei einem Wettbewerb ausgezeichnet worden sind.

Die Schaffung von Kinderbeauftragten oder Kinderanwälten, die für die Kleinen Partei ergreifen sollen, hält der IfS-Geschäftsführer nicht für ideal. Er wünscht sich vielmehr, daß die Kinder selbst stärker in Entscheidungsprozesse einbezogen werden, etwa über Beiräte oder Kinderparlamente: "Kinder können sich manchmal nicht so gut ausdrücken. Wenn Sie in ihrer Arbeit aber von Erwachsenen unterstützt werden, dann ist das Ergebnis oft sehr sehr positiv.“

Eine gesellschaftliche Entwicklung stimmt Allgäuer für die Zukunft aber grundsätzlich optimistisch: der Trend, daß sich Väter nicht nur um ihre Arbeit kümmern, sondern sich auch Zeit für ihre Kinder nehmen. Damit würden auch Männer immer stärker erfahren, welche Werte jenseits von Macht und Geld zählen. Und das wird sicher auch im beruflichen Umfeld Wirkung zeigen.

IfS-Geschäftsführer
Dr. Stefan Allgäuer

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