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10 Jahre IfS-Schuldenberatung – die Verschuldung nimmt ständig zu

Jedes Jahr melden sich weit über 1.000 Vorarlbergerinnen und Vorarlberger

Seit zehn Jahren besteht das Angebot der IfS-Schuldenberatung einer umfassenden Beratung von ver- und überschuldeten Einzelpersonen und Haushalten in Vorarlberg.

Gegründet als Ergänzung der bestehenden psychosozialen Beratungsdienste des Instituts für Sozialdienste hat sich die Tätigkeit der IfS-Schuldenberatung zu einem eigenständigen, fachlich kompetenten Service entwickelt, der von immer mehr Menschen in Anspruch genommen wird.

"Waren es vor zehn Jahren etwa 300 Personen, die von uns beraten wurden, so sind es heute bereits weit über 1.000, die uns Jahr für Jahr aufsuchen“, berichtet Peter Kopf (Foto), Geschäftsführer der IfS-Schuldenberatung.

Es gibt viele Gründe, warum jemand Schuldenprobleme hat

Die in den letzten Jahren dramatisch gestiegene Arbeitslosigkeit, die Zunahme der Scheidungsrate, Sparpakete, das ungleiche Kräfteverhältnis zwischen Gläubigern und Schuldnern, die Auslagerung von Betrieben im Zusammenhang mit der Globalisierung oder die Änderung von Beschäftigungsverhältnissen sind nur einige Gründe für die stärkere Inanspruchnahme.

Mehr "reiche Schuldner“

"Zunehmend werden wir auch von sogenannten "reichen Schuldnern“ kontaktiert“, weiß Peter Kopf. "Das sind Leute, die jahrelang ein hohes Einkommen hatten oder selbständig waren, sich dementsprechend hoch verschulden konnten und jetzt durch einen Schicksalsschlag finanziell abstürzten.“

Schulden sind jung und männlich

Alarmierend ist, daß vor allem junge Leute, die noch keine 35 Jahre sind, Probleme mit Schulden haben. "Wenn nichts dagegen unternommen wird, leben diese Menschen bis an ihr Lebensende in einem modernen Schuldenturm“, so Kopf in einer Aufforderung an alle Betroffenen, sich dem Problem zu stellen und aktiv tätig zu werden. Es sind Menschen "wie Du und ich“, beinahe zwei Drittel davon Männer.

Schluß mit Schuldzuweisungen

Aus Anlaß des 10jährigen Bestehens der IfS-Schuldenberatung und um die Öffentlichkeit einmal mehr für die oft verschwiegene Not zu sensibilisieren, fand kürzlich eine Informationsveranstaltung statt.

"Die Arbeit der IfS-Schuldenberatung hilft, menschliches Leid zu verhindern und stellt einen wichtigen Baustein in der Erhaltung und Wiederherstellung der wirtschaftlichen und menschlichen Lebensgrundlage für Familien dar, meinte dabei Landesstatthalter Dr. Hans-Peter Bischof als Vertreter der Vorarlberger Landesregierung, die größtenteils für die Finanzierung der Beratungstätigkeit im Rahmen der Sozialhilfe sorgt.

Der Geschäftsführer des Institut für Sozialdienste, Dr. Stefan Allgäuer, führte aus, daß die ständigen Schuldzuweisungen von in Not geratenen Schuldnern zugunsten einer raschen und effizienten Hilfe beendet werden soll.

Im Hauptreferat des Abends sprach der bekannte Bregenzer Mitautor des Buches "Globalisierungsfalle“ Dr. Hans-Peter Martin über die Folgen dieser Entwicklung und die Veränderung der heutigen in eine neue europäische Bürgergesellschaft.