Infokl picture

Immer mehr alleinerziehende Eltern

14 % der Familien mit unterhaltsberechtigten Kindern sind in der EU betroffen

In der Europäischen Union gibt es immer mehr alleinerziehende Eltern, und dies sind überwiegend Frauen. 1996 lebten in 14% der Familien mit unterhaltsberechtigen Kindern Mutter oder Vater allein. Angesichts der Tatsache, daß es 1983 nur 9 % waren, läßt sich ermessen, wie sich das Phänomen weiter, das oft mit erheblichen sozialen Problemen einhergeht, ausbreitet. Hierzu hat Eurostat, das Statistische Amt der Gemeinschaften, Ende September einen Bericht veröffentlicht.

Im Jahr 1996, dem letzten Jahr, für das Zahlen vorliegen, gab es nicht weniger als 7 Millionen alleinerziehende Eltern mit mindestens einem unterhaltsberechtigten Kind in der EU. Dänemark und Schweden wurden in diesen Zahlen nicht berücksichtigt, da für sie keine Angaben vorliegen. Ebenfalls nicht berücksichtigt wurden alleinstehende Eltern, die bei ihren eigenen Eltern wohnen, sowie Eltern, die ohne Trauschein zusammenleben. 84% der Alleinerziehenden, so der Bericht, waren Frauen.

Das Phänomen alleinerziehender Eltern hat zwei wesentliche Ursachen, die sich in Europa gleichzeitig herausgebildet haben: einerseits die Zunahme der Scheidungen und allgemein der Trennung von Paaren, andererseits die steigende Zahl unehelich geborener Kinder, insbesondere alleinlebender Mütter.

Der Anteil alleinerziehender Eltern an der Gesamtzahl der Familien mit unterhaltsberechtigten Kindern schwankt je nach EU-Land erheblich. So wird ein Höchstwert von 23 % in Großbritannien erreicht, wo im EU-Vergleich auch eine Rekordzahl bei den Scheidungen erzielt wird. Leicht über dem europäischen Mittelwert liegen Finnland, Belgien und Frankreich. Österreich trifft genau das Unionsmittel von 14 %. Etwas niedriger fällt der Anteil in Deutschland, Irland und Portugal aus. Danach folgen Italien, Luxemburg und die Niederlande. Nur in Griechenland (7%) und in Spanien (8%) gibt es verhältnismäßig wenig alleinerziehende Eltern.

Oft leben alleinerziehende Eltern unter schlechteren Bedingungen als Elternpaare. Die Tatsache, daß es sich dabei zumeist um Frauen handelt, hat eine Reihe von Konsequenzen. Alleinerziehenden Müttern droht die Arbeitslosigkeit eher als anderen Eltern. Sie beziehen im allgemeinen niedrigere Einkommen und der überwiegende Teil von ihnen arbeitet auf einer Halbzeitstelle. Das Bildungsniveau liegt häufig leicht unter dem anderer Eltern - mit Ausnahme Italiens und Portugals. Die Zahl der unterhaltsberechtigten Kinder ist ebenfalls bedeutend. 58 % der alleinerziehenden Eltern haben ein Kind zu versorgen, 10 % müssen sich jedoch um mindestens drei Kinder kümmern.

Auch hier gibt es je nach Mitgliedsstaat Unterschiede. So ist der Anteil der alleinstehenden Frauen, die eine Beschäftigung haben, in den Ländern höher, wo die Kinderbetreuung weiter entwickelt ist oder wo die Familie Rückhalt bietet. Doch nach wie vor ist es schwierig, diesbezüglich genaue Vergleiche anzustellen.

    Den aktuellen Pressespiegel

    können Sie täglich im Internet lesen – auf der Homepage des IfS:

    www.vol.at/ifs

    Darüber hinaus bieten wir Ihnen auf diesen Seiten auch alle aktuellen Anlaufstellen, alle früheren IfS-Info-Zeitschriften, die Jahresberichte. Zudem können Sie beim monatlich wechselnden kleinen Gewinnspiel wertvolle Bücher gewinnen. Schauen Sie einfach hinein.