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… aus dem Schlußbericht einer Ehrenamtlichen IfS-Sachwalterin an das Bezirksgericht:

Frau X ist nach kurzer, schwerer Krankheit im Pflegeheim verstorben.

Bis dahin ging es ihr recht gut. Ihr Wunsch, zu ihrem Geburtstag alle ihre Töchter zu sehen, ist nicht in Erfüllung gegangen. Nur ihre Tochter Y. ist nach Zusicherung, daß alle ihre Kosten (Bahnfahrt, Übernachtung und Spesen) bezahlt werden, für 3 Tage gekommen. Frau X war sehr glücklich darüber und hat die Tage zusammen mit ihrer Tochter sehr genossen.

Zu Weihnachten war Frau Y. wieder für einige Tage bei ihrer Mutter. Diesmal habe ich auf Wunsch von Frau X. genügend Geld auf ihr Sparkonto eingezahlt. Am Tag ihrer Ankunft wurden ATS 10.000,— behoben und über die Feiertage auch verbraucht. Diesmal muß es aber Konflikte gegeben haben, denn auf meine Frage, ob die Tochter bald einmal wiederkommen werde, meinte Frau X., sie "solle bleiben, wo sie sei".

Von der schweren Erkrankung ihrer Mutter habe ich die Tochter in Kenntnis gesetzt, auch von der Pflegeleitung wurde ihr mitgeteilt, daß wenig Hoffnung mehr bestünde. Es ist von den Angehörigen niemand gekommen.

Am Tage ihres Ablebens war ich für mehrere Stunden bei Frau X., ihre Kraft ging sehr schnell zu Ende. Als ich ihrer Tochter den Tod der Mutter mitteilte, erfuhr ich erst, daß eine Enkelin in Vorarlberg lebt. Am nächsten Tag war diese auch schon im Pflegeheim, um verschiedene Gegenstände mitzunehmen.

Ich habe dann auch noch die Bestattung von Frau X. organisiert. Leider hat sich auch zum Abschied am Grab niemand von den Angehörigen eingefunden.

Ich möchte noch bemerken, daß ich Frau X. trotz ihrer oder vielleicht gerade wegen ihrer Eigenarten gerne betreut habe und sie, wenn ich jetzt ins Pflegeheim komme, vermisse. Ich bin froh, daß ich sie auf ihrer letzten Wegstrecke begleiten konnte.

An zwei Tagen Ende des Herbstes letzten Jahres, fanden sich Partner des Instituts für Sozialdienste aus Belgien, England und Ungarn zu einer Tagung im Bregenzerwald zusammen.

Im Rahmen eines EU-Projektes wurden zu den Themen "Burn-out", "Verhindern von Streß" und "lebenslanges Lernen" Maßnahmen und Strategien entwickelt, um bei MitarbeiterInnen aus dem Sozialbereich präventiv tätig zu werden.

Eine Wanderung von Egg nach Sibratsgfäll, wo Bürgermeister Reinhold Walser der Gruppe die dortige Sennerei zeigte und anschließend zu einer Kässpätzle-Partie einlud, brachte die Tagung zu einem gelungenen Abschluß.