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Grenzüberschreitende Gesundheitsprophylaxe bei der Beschaffungsprostitution:

"Möglichst viele Betroffene erreichen!"

"Umbrella-Network" ist als EU-Netzwerk von insgesamt neun binationalen Streetwork-Projekten zur Vorbeugung von HIV-Infektion, Aids, Hepatitis und durch Sexualkontakt übertragene Krankheiten konzipiert. Die Gesamtleitung hat das Sozialpädagogische Institut Berlin inne. Es arbeiten jeweils zwei Nachbarländer in ihrem Grenzgebiet zur Förderung von risikoarmem und gesundheitsbewußtem Sexualverhalten zusammen. Die Partner in unserer Region sind für das Land Vorarlberg die Landessanitätsabteilung und für den Kanton St. Gallen das Gesundheitsdepartement. Das Institut für Sozialdienste (IfS) ist Träger des Projektes, mitarbeitende Institutionen sind die Caritas Feldkirch, die Aids-Hilfe Vorarlberg und die Stiftung Suchthilfe St. Gallen. Vor allem auf den Bereich der Beschaffungsprositution fokussiert "Umbrella" seine Aktivitäten. Unter Beschaffungsprostituierten werden jene Frauen verstanden, die nicht professionell der Prostitution nachgehen, sondern um damit ihren Drogenkonsum zu finanzieren.

Umbrella: ein EU-Projekt

In diesem, von der Europäischen Union unterstützten Projekt wird als erster Schritt die Ist-Situation in Vorarlberg und im Kanton St. Gallen analysiert, um danach gemeinsame grenzüberschreitende Verbesserungsmaßnahmen zu setzen. Da gerade im Bereich der Prostitution starke Verbindungen zwischen den beiden Ländern bestehen, soll – als Beispiel – das Informationsmaterial identisch ausgeführt werden. Die ersten Erfahrungen des Projektteams bezeichnet Cornelia Thurnher als IfS-Projektleiterin als sehr ermutigend.

Die Analysearbeit hat im Herbst begonnen und soll im Frühjahr des kommenden Jahres abgeschlossen sein. Gerade der erste Schritt ist zur Kontaktanbahnung sehr wichtig und notwendig. Thurnher: "Mittlerweile haben wir mit gut zwanzig Frauen in Vorarlberg Kontakt, die der Prostitution nachgehen und drogenabhängig sind. Diese sind unsere ersten Ansprechpartner. Die Dunkelziffer liegt aber sicher weit darüber.

Zugang zu Freiern sehr schwierig

Der Zugang zu den Freiern erweist sich als außerordentlich schwierig, da sie darauf bedacht sind, ihre Anonymität zu wahren. Auch für diese wichtige Zielgruppe sind im Rahmen des Umbrella-Projektes konkrete Ansätze in Planung. Das vierköpfige Projektteam der Streetworker setzt sich aus je einer weiblichen und je einem männlichen Mitarbeiter auf beiden Seiten der Grenze zusammen.

Das Medienecho war gewaltig, allein 5 Rundfunkstationen und 10 Printmedien sandten VertreterInnen zum Pressegespräch nach St. Margarethen.

 

Pressekonferenz in der Schweiz: von links nach rechts: IfS-Geschäftsführer Dr. Stefan Allgäuer, Dr. Bechter vom Amt der Vlbg. Landesregierung, DSA Cornelia Thurnher (Projektleiterin), LSth. Dr. Hans-Peter Bischof und das zuständige Regierungsmitglied der Kantonsregierung St. Gallen.

Wegweiser bei Drogenfragen im Internet

Die Vlbg. Landesregierung hat eine höchst aktuelle Internet-Seite zu allen wissenswerten Fragen im Zusammenhang mit Drogen aufgebaut. Sie können diese unter folgender Internet-Adresse abrufen:

www.vorarlberg.at/Landesregierung/
iva/wegweis.htm

Viele interessante Links und Pfade zu weltweiten Informationen werden ebenfalls angeboten.