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Buchtips

Das Jahrhundert der Angst
Erinnerungen von Daniil Granin, Volks und Welt Verlag, Berlin 1999, 152 Seiten, ATS 204,–

Ein großes Buch. Doch irrt, wer meint, es handle nur von Angst und Schweigen in Diktaturen. Unsere Ängste sind diskreter: Karriere und Arbeitsplatz flüstert der innere Schweinehund. Aber das Verdrängen der Wirklichkeit rächt sich immer.

Grundformen der Angst
Fritz Riemann, Eine tiefenpsychologische Studie, ISBN 3-497-00749-8, ATS 190,–

Fritz Riemann, 1979 im Alter von 77 Jahren verstorben, war nach einem Studium der Psychologie und der Ausbildung zum Psychoanalytiker in Leipzig und Berlin Mitbegründer des Institut für psychologische Forschung und Psychotherapie in München. Dort wirkte er als Dozent und Lehranalytiker und führte eine eigene psychotherapeutische Praxis. Seine Verdienste um die Psychoanalyse brachten ihm die Ehrenmitgliedschaft der „American Academy of Psychoanalysis“ in New York. In diesem Buch entwirft der Autor, ausgehend von den Grundängsten der menschlichen Existenz, eine Charakterkunde, die den fachgebundenen Rahmen sprengt und Lesern aller Schichten Einsicht in die psychoanalytische Praxis gewährt. Seine „Grundformen“ – schizoide, depressive, zwanghafte und hysterische Persönlichkeiten – sind fester Bestandteil der Psychologie geworden.

Vom Sinn der Angst
Verena Kast, Wie Ängste sich festsetzen und wie sie sich verwandeln lassen. ISBN 3-451-26151-0; Herder-Verlag, ATS 248,–

Angst ist ein ganzheitliches Gefühl, das körperlich und seelisch erlebt wird. Viele Schwierigkeiten haben ihre Wurzeln in unverarbeiteten Ängsten. Die Schweizer Psychotherapeutin Professor Verena Kast analysiert mit großem Scharfblick die Dynamik, die die Angst zu einem lebensbestimmenden Element macht. Sie zeigt, wie durch die Stabilisierung der Identität, durch Akzeptanz auch der dunklen Seite Ängste sich verwandeln können. Angst lähmt zwar, kann aber auch in einen Zustand der Konzentration und Aktivität versetzen, aus dem heraus Probleme angegangen werden können.